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Freitag, 26. November 2021

Strickfilzen in der Waschmaschine - 6 kostenlose Anleitungen

 Ich bin ja nicht gerade ein großer Fan von gefilzten Sachen, aber selbst ich muss zugeben, dass es da einige sinnvolle Ideen gibt, wo gefilzter Strickstoff ganz praktisch ist. 

Vor Jahren habe ich schon einmal einen Post über Strickfilzen in der Waschmaschine >> geschrieben, der zu den beliebtesten hier auf dem Blog gehört. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du zu denen gehörst, die gerne strickfilzen, ist also groß, also schaue ich mal, was es da so Neues gibt.



1. Gefilzte Hausschuhe - der Klassiker
 (kostenlose Anleitung von Lana Grossa) >>

Gefilzte Hausschuhe sind natürlich der Klassiker, und da gibt es jede Menge kostenloses Anleitungen im Netz. Auf Ravelry ist auf Deutsch die von Lana Grossa am beliebtesten. Verwendet wird die klassische Filzwolle "Feltro" von Lana Grossa * >> die eine Lauflänge von 50 Meter auf 50 Gramm hat. Ich selbst habe noch nie selber Hausschuhe für mich gefilzt - naja, zumindest nicht erfolgreich, wenn man von diesem "Fail" hier absieht >>. Und das könnte ich doch vielleicht wirklich mal tun, ich sollte noch geeignetes Garn im Stash haben.


2. Gefiltzer Topfuntersetzer mit Bobblemuster
 (kostenlose Anleitung von Drops) >>

Auch für Topfuntersetzer finde ich Strickfilzen ziemlich sinnvoll, denn durch den dicken, gefilzten Stoff kommt die Hitze sicher nicht durch. Die Anleitung habe ich selber sogar vor Jahren schon mal gestrickt >> und das Ergebnis gefiel mir auch ziemlich gut. 

Allerdings waren die viiiiielen Bobbel schon sehr mühsam zu stricken, ich habe dafür extra "Rückwärts stricken" gelernt >>t (und prompt wieder vergessen...)  Auch für diese Anleitung wird ein klassisches Filzgarn mit Lauflänge von 50 Metern auf 50 Gramm verwendet, ich habe aber damals etwas dünneres genommen, meine ich: Mein Garn hatte nur eine Lauflänge von 90 Metern auf 50 Gramm und ich habe es doppelt genommen, um auf die gleiche Größe zu kommen.



3.  Gefilztes Körbchen mit Colorwork-Einstrickmuster
(kostenlose Drops-Anleitung) >>

So ein Körbchen ist ein ideales Projekt für Colorwork-Anfänger - guckstu hier >>, denn sollte es noch Probleme mit einer gleichmässigen Fadenspannung geben, werden Fehler hier einfach "weg-gefilzt", will sagen, man sieht das nach dem Filzen nicht mehr wirklich und kann das Projekt einfach "in Form ziehen". 

Auch hier wird wieder das klassische, dicke Filzgarn verwendet, es ginge aber sicher auch etwas dünneres, wie z.B. die Wash & Filz It Fine von Schachenmayr * >>


4. Gefilzter Hut
(kostenlose englische Anleitung von Heather Tunnah) >>

Auch für diesen Hut wurde ein Filzgarn mit 100 Metern auf 50 Gramm verwendet. Davon habe ich noch mehr im Stash als von der klassischen dicken Filzwolle. Verwendbar ist im Prinzip jedes Garn, das nicht superwash-ausgerüstet ist, und davon habe ich noch einiges im Vorrat.  Allerdings wird in dieser Anleitung dieses dünne Garn doppelt gehalten, weil man dann sehr schön Farben mischen kann - stimmt, da lassen sich sicher schöne Effekte erzielen!


5.  Gestrickfilzte Tasche
(kostenlose deutsche Anleitung von Beate Zäch) >>

Für diese Anleitung wird ein filzbares selbstreifendes Garn verwendet, z.b. dieses von Gründl *>>. So wird die Konstruktion in Keilen besonders deutlich. Je nachdem, wie dick das verwendete Garn ist, wird die Tasche größer oder kleiner. 

Für eine "anständige" Größe braucht man aber schon ganz schön Wolle - die meisten Projekte auf Ravelry verbrauchen so um die 630 Meter Wolle, das sind bei dem klassischen dicken Filzgarn mit nur 50 Meter Lauflänge dann schon mal 12 bis 13 Knäul - wäre jetzt nicht meine erste Wahl, aber wenn Du viel Filzwolle hast, die "wegmuss", ist das ja vielleicht etwas für Dich!


6. Winter-Ballerinas
(kostenlose deutsche Anleitung von Drops) >>

Wie gesagt, ich habe noch einiges an dünnerer Wolle im Stash und habe nach einer "Puschen"-Anleitung gesucht. Diese Ballerinas werden zwar mit einem Garn mit 100 Metern auf 50 Gramm gestrickt, aber auch das wird doppelt gehalten, da könntest Du also auch gleich eine "normale" Filzwolle verwenden. However, die fertigen Ballerinas sehen recht hübsch aus, wie ich finde.


So, jetzt Du:
Hast Du schon mal "gestrickfilzt"?
Wenn ja, was? Nutzt bzw. trägst Du das regelmässig?
Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

* = Affiliate-Link, führt zu Amazon.de

Freitag, 1. Dezember 2017

Strickfilzen in der Waschmaschine: 10 Tricks & Tipps für perfekte Filzergebnisse

Letzte Woche gab es wieder Filzwolle bei Aldi Süd. Selbstgestrickte Filzpuschen sind ausserdem ein beliebtes Weihnachtsgeschenk.

Aber wie geht das eigentlich
mit dem Filzen in der Waschmaschine?

Auf was solltest Du achten?

Welche Wolle eignet sich?

Was kannst Du verfilzen?
Außer Filzpuschen und Hausschuhen?

Wie heiß solltest Du waschen?

Was tun, wenn Du Dein fertig gefilztes
Werk wieder waschen willst?

Ich habe mal meine Tipps & Tricks zum Thema "Stricken (oder Häkeln) und dann in der Waschmaschine verfilzen" zusammengefasst

Update: Im November 2021 bin ich auf die Suche nach kostenlosen Anleitungen für "gestrickfilzte" Projekte gegangen und hier fündig geworden >>




1. Welche Wolle eignet sich überhaupt?

Du brauchst Proteinfasern, also tierische Fasern: Schafwolle funktioniert am besten, Alpaka oder andere Kamelarten geht auch und wer unbedingt möchte, müßte auch Seide verfilzen können.

Strickfilzen funktioniert mit Wärme, Feuchtigkeit und Reibung und ist damit eine Art des Nassfilzen (s.hier bei Wikipedia)

"Nassfilzen funktioniert durch Wärme, Wasser, Bewegung und Seife. Durch das warme Seifenwasser quellen die Wollfasern auf und es spreizt sich die oberste Schuppenschicht ab. Die Bewegung bewirkt eine enge Verbindung zwischen diesen Schuppen, sodass allmählich ein sehr fester Stoff entsteht."

Pflanzenfasern fehlt die Schuppenschicht, außerdem bestehen sie nicht aus Proteinen, sondern aus Cellulose und filzen deshalb nicht.

Wichtig ist also, dass die Wolle NICHT "superwash" ausgerüstet ist. Bei diesem Verfahren wird die Rohwolle chemisch behandelt, um genau das in der normalen Wolle zu verhindern, was Du ja beim Strickfilzen erreichen willst:
Die Proteine der Wollfasern degenerieren durch die Hitze und die Fasern resp. die Schuppenschicht der einzelnen Haare verhaken sich ineinander. Dadurch entsteht der dichte, verfilzte Stoff. (Übrigens: Menschliches Haar ist auch eine Proteinfaser und Dreadlocks sind auch eine Art Verfilzung).

Sehr schön zusammengefasst und erklärt ist das in dieser ausführlichen Anleitung bei Nadelspiel.com

Am Einfachsten ist es natürlich, wenn Du zum Filzen produzierte Wolle kaufst, z.B. Lana Grossa Feltro *  oder gleich ein ganzes Garnsortiment von Milly * 

Dieses Garn ist meist ein sogenanntes "Dochtgarn". Das heißt, es sind nicht mehrere Fasern verzwirnt, sondern nur 1 Faserstrang, der auch noch sehr locker gesponnen und nicht oder kaum verzwirnt ist. So liegen die Fasern "freier" und können sich besser ineinander verhaken.

Du kannst aber im Prinzip jedes tierische Garn verwenden, das NICHT superwash ist - ich habe z.B. diese Wichtel  aus Drops Nepal gestrickt. Die Nepal ist ein ganz normales, verzwirntes Garn als Wolle und Alpaka und filzt sehr gut.

Wenn Du allerdings Garn verwenden möchtest, das eigentlich NICHT zum Filzen produziert wurde, empfehle ich Dir, erstmal eine Filzprobe zu stricken und zu testen, wie es filzt.

Es kann z.B. sein, dass manche Farben besser filzen als andere. Schließlich ist auch eine Färbung eine chemische Behandlung, die einen Einfluß auf die Schuppenschicht der Faser haben kann.

Bei spezieller Filzwolle kannst Du allerdings davon ausgehen, dass sie gut filzt - genau dafür wurde sie schliesslich produziert.

Allerdings ist auch da eine Filzprobe sinnvoll, vor allem bei Sachen wie Puschen, die ja nachher passen sollen.
Aber dazu später mehr.

2. Welche Nadelstärke sollte ich verwenden? Was muss ich beim Stricken (oder Häkeln) beachten?


Damit etwas gut filzt, müssen die Fasern Platz haben, sich ineinander zu verhaken. Deshalb filzt etwas umso besser, je lockerer das Gestrick vor dem Verfilzen ist. Allerdings: Je mehr Platz da ist zum Verfilzen, desto kleiner ist das Stück NACH dem Filzen.

Diese Schale z.B. habe ich mit einer nicht sehr großen Nadel gehäkelt, also ist sie in der Waschmaschine auch nicht so stark "eingegangen"

Ich finde auch, dass Gestricktes besser filzt als gehäkeltes. Der Stoff, den man beim Häkeln (vor allem von festen Maschen) produziert, ist tendenziell ja schon fester als Gestricktes. Darum haben die fertig gehäkelten Stücke weniger "Luft", in denen sich die Fasern verhaken. Bei den meisten meiner gefilzten Häkelstücke konnte man nach dem Filzen noch die Maschenstruktur zumindest erahnen. Bei den gestrickten Stücken war das nicht der Fall.

Im Nadelspiel-Artikel wird deshalb für die "normale" Filzwolle (Lauflänge 50 m auf 50 g) eine sehr große Nadelstärke empfohlen,
"(..)ist die Nadelstärke, die auf der Banderole für Filzwolle angegeben ist darauf ausgerichtet die Wolle ohne Filzen zu verarbeiten. Bei einer Filzwolle mit 50g/50m ist das meist Stärke 8mm. Um der Wolle Raum zu geben, sich beim Filzprozess zusammenzuziehen und zu verhaken, ist es jedoch besser eine übergrosse Nadel zu nehmen, ich nehme meist 10mm, ich habe aber auch schon den Tip gelesen eine 50% grössere Nadel zu nehmen. Das entspräche bei Nadelstärke 8mm also einer 12er"

Diese "Kistle" sind aus der Lana Grossa Feltrino, die nur halb so dick ist wie "normale" Filzwolle (100 m auf 50g). Diese Wolle sollte man - wenn man sie NICHT verfilzen wollte - mit Nadelstärke 3-4 stricken, ich habe 5 mm genommen. Die Kisten sind übrigens nach dieser Anleitung gestrickt.

Bei den meisten speziellen Filzgarnen ist angegeben, dass man mit einem Schrumpfungsgrad von ca. 30-40% rechnen soll. Dein Strickstück ist also NACH dem Filzen nur noch 2/3 so gross wie vor dem Filzen.

Das funktioniert zwar als "Daumenregel", aber wenn es darauf ankommt, dass das gefilzte Projekt passt -z.B. Hausschuhe oder Puschen -empfehle ich Dir, eine "Filzprobe" zu machen. Du strickst also ein Probeläppchen und wirfst es dann in die Waschmaschine (s.weiter unten) und zwar idealerweise genau so, wie Du auch das fertige Stück filzen willst. So kannst Du eher einschätzen, wie sich die Wolle in DEINER Maschine, bei DEINER Wasserhärte und in DEINER Farbe verhalten wird.

Die schlechte Nachricht ist, dass es trotzdem sein kann, dass ein größeres Projekt wieder anders filzt als das kleine Läppchen. 100% Garantien gibt es beim Filzen nicht.

Rechne immer mit einem "Surprise Element"! Dieser "Überraschungseffekt" ist der Grund, warum ICH nicht so auf gefilzte Kleidungsstücke, resp. Puschen stehe. Andere finden genau das besonders spannend.

Ich hatte da mal ein traumatisches Erlebnis mit den "Fuzzy Feet" Filzpuschen. Die sollten eigentlich für mich sein, aber nach dem Filzen haben sie nicht mal mehr meinem damals 5jährigen Neffen gepasst. Das hatte aber auch damit zu tun, dass ich sie zu heiß gewaschen habe -dazu später mehr.

Wenn Du - wie ich -nicht sonderlich scharf darauf bist, eine Maschenprobe oder Filzprobe zu stricken, empfehle ich Dir, einfach erstmal ein Projekt zu stricken, bei dem es nicht auf die Passform ankommt - z.B. einen Untersetzer, einen Topflappen, einen Korb oder eine Handyhülle

So lernst Du Dein Garn ein bisschen kennen und merkst, wie es sich in DEINER Waschmaschine verhält.

3. Was muss ich beim Filzen in der Waschmaschine beachten? Wie heiß sollte ich waschen? Welches Waschprogramm sollte ich nutzen?


Mein Fehler bei den oben gezeigten Fuzzy Feet war, dass ich zu heiß gewaschen habe. Ich dachte, viel hilft viel und habe die Dinger bei 60 Grad gewaschen.
Tja, das Ergebnis waren Zwergenfüsse...

Hier bei Hobby-Webtipps wird für Filzen in der Waschmaschine empfohlen

" (...) Wollwaschmittel und Wollwaschprogramm sind tabu, denn die Wolle soll ja genau das tun, was durch diese Hilfsmittel verhindert werden soll: verfilzen. Also Colorwaschmittel zugeben und ein Waschprogramm mit hohem Wasserstand (Schonwaschgang) bei 40oC wählen. Falls das Objekt nach dem Filzen in der Waschmaschine noch nicht die richtige Größe erreicht hat, den Waschvorgang einfach wiederholen."

Bei meiner Maschine funktioniert das 40 Grad Programm ganz gut, damit habe ich z.B. diese Wichtel gefilzt

Wichtig ist außerdem, dass Du die Maschine nicht zu voll machst , damit die Fasern Platz haben, sich zu verhaken.

Ein bissle Reibung muss aber auch sein, deshalb solltest etwas mitwaschen, was für die Reibung sorgt, aber selbst nicht verfilzen kann. Ein paar Handtücher oder Jeans funktionieren für mich da ganz gut.

Sockenwollparadies. de fasst das hier noch einmal so zusammen:

"(...) Ihre Waschmaschine stellen Sie am besten auf Buntwäsche mit ganz normaler Schleuderzahl ein. Das Verfilzen benötigt viel Wasser. Stellen sie deshalb keine Sparprogramme ein. Es eignet sich grundsätzlich jedes Waschmittel. Flüssigwaschmittel hat den Vorteil das sich keine Rückstände in Form kleiner Körnchen bilden können. Verwenden Sie keinen Weichspüler. Niedrigere als die auf der Banderole angegebene Waschtemperatur führt zu geringerem Schrumpfen. Zur Unterstützung des Verfilzens können sie zwei Tennisbälle mit in die Waschtrommel geben."

4. Kann ich auch von Hand filzen?

Du kannst das Filzprinzip "Wärme + Reibung + Temperaturschwankungen" natürlich auch von Hand herstellen. Hab ich einmal probiert, bei diesen gehäkelten Granny Square Slippers.

Ich fand es aber extremst mühsam und habe sie dann doch wieder in die Waschmaschine geworfen. Der Vorteil ist natürlich, dass Du den Filzprozess viel besser kontrollieren kannst.

Die Amis haben ja häufig Toplader-Waschmaschinen, die man im Waschprozess öffnen kann. Die machen dann einfach immer mal wieder den Deckel auf und gucken, wie stark schon gefilzt ist. Dieses Verfahren würde ich für europäische Frontladermaschinen NICHT empfehlen!

In der Anleitung bei Nadelspiel.com hier wird für das Filzen von Hand empfohlen
"(...) viel kneten, wringen und rubbeln
Wassertemperatur möglichst schwankend, Wolle verträgt Hitze, aber keine starken Temperaturschwankungen, Kochwaschgang nimmt man nur wegen der Farbe nicht, die sonst auslaufen könnte, die Temperaturschwankungen bewirken Ausdehnen und Zusammenziehen der Haare, was den Filzprozess unterstützt, ich hab auch gelesen, dass das Keratin in der Wolle durch die Hitze eine Art Gelantine bildet, was wiederum den Filzprozess unterstützt
aggressives Waschmittel, also schön handelsübliches Buntwaschmittel dazu, ruhig reichlich."


5. Wie wasche ich das fertig gefilzte Stück? Ich will ja nicht, dass es NOCH kleiner wird!

Genau das ist der zweite Grund, warum ich nicht der größte Filz-Fan bin - Waschen finde ich schwierig bei gefilzten Stücken!

Auf alle Fälle solltest Du nur sehr lauwarmes Wasser verwenden und im Prinzip das Gegenteil von dem tun, was Du beim Filzen getan hast: Wenig Bewegung, wenig Temperaturschwankung, wenig Wasser, wenig Waschmittel.

Idealerweise sollten Deine fertigen Stücke nichts sein, was häufig gewaschen werden muss. Und das gilt wohl für die meisten gefilzten Stücke. Weder Hausschuhe noch Taschen noch Handyhüllen muss man häufig waschen.

6. Hilfe, mein fertiges Stück ist zu groß! Was tun?

Das ist das kleinste Problem: Du wäscht einfach nochmal, dann wird's schon weiter schrumpfen. Es könnte aber auch sein, dass Du dann das (vermutlich häufigere) andere Problem hast....

7. Hilfe, mein fertiges Stück ist zu klein! Was tun?


Wichtig ist, dass Du sofort kontrollierst, ob das fertige Stück die richtige Größe hat - also SOFORT, wenn es aus der Waschmaschine kommt. Im feuchten Zustand kannst Du vielleicht noch etwas retten: Ziehe es in Form, dehne es, bis es die richtige Größe hat.

Bei Gefässen oder Taschen hilft es, wenn Du z.B. ein Schüssel oder einen Ball als Form verwendest. In diesen Korb habe ich z.B. eine Tupperbox gestellt
und sie damit trocknen lassen.

Wenn die Fasern aber -so wie bei meinen Fuzzy-Schuhen - sehr stark miteinander verfilzt sind, ist meist nix mehr zu retten.

Dann kannst Du Dir nur noch einen Empfänger mit kleineren Füssen suchen. Deshalb filze ich eher Taschen, Untersetzer oder Gefäße. Die kann ich auch verwenden, wenn sie etwas kleiner geworden sind, als sie eigentlich sollten.

8. Was kann ich alles Strickfilzen - außer Hausschuhe, Schlappen und Filzpantoffeln?


Filzpantoffeln, Hausschuhe oder Schlappen 

Filzpantoffeln, Hausschuhe oder Schlappen - wie immer Du sie nennen magst - sind sicher der Klassiker beim Strickfilzen. Hier findest Du ein Youtube-Video, in dem genau erklärt wird, wie das mit dem Hausschuhe filzen geht:


Und Fräulein Inka hat hier eine ausführliche Anleitung in ihrem Blog veröffentlicht - sehr hilfreich finde ich bei ihr die Größentabelle


Taschen und Körbe

Das ist für mich das ideale Strickfilzprojekt: Es ist nicht sooo tragisch, wenn die Dinger nach dem Waschen ein bissle kleiner sind, sie lassen sich meist trotzdem verwenden. Außerdem verkratzen die fertigen Behältnisse teure Holzmöbel nicht. Gestrickfilzte Taschen sind außerdem relativ leicht (verglichen z.B. mit Ledertaschen) und lassen sich klein zusammenknuddeln.


Handyhüllen, Hüllen für Kindle & Laptop

Auch diese Dinger sind ein ideales Strickfilzprojekt. Zumindest Hüllen für Handy und Smartphone sollen ja recht klein sein und lassen sich im schlimmsten Fall relativ einfach mit Hilfe eines Klotzes o.ä. dehnen. Das Handy selbst würde ich jetzt eher nicht nehmen, bevor die Hülle trocken ist. Ich habe für meinen ersten e-Book-Reader, den Trekstor von Weltbild, so eine Hülle gestrickfilzt. Die ist allerdings ein bissle großräumig geworden und würde eher für einen Laptop passen oder für ein Tablet. Aber ich verwende sie trotzdem.


Gefilzte Socken für Stühle

Ja, Du hast richtig gelesen! Da gibt es in der Tat eine Anleitung dazu auf Ravelry, und kostenlos sind die "Furniture Feet" auch noch! Und ich möchte die unbedingt einmal ausprobieren! Wir haben einen Fliesenboden und deshalb diese selbstklebenden Filzgleiter unter den Esstisch-Stühlen. Nur gehen die nach einiger Zeit immer ab, weil der Kleber nicht mehr hält. Und drum will ich die Filzsocken mal ausprobieren. Herr Domic hält mich zwar für leicht bekloppt, aber das ist mir egal. Und die Dinger sind sicher eine super Resteverwertung für filzbare Garne.


9. Gefilztes ist ideal als Anfängerprojekt


Durch das Verfilzen "verschwimmen" die einzelnen Maschen in einander. Dadurch kann man auch evtl. Strickfehler nicht mehr erkennen.

Wenn Du als Strickanfänger also dein erstes Rechteck in kraus rechts fabriziert hast: Falte es auf der Hälfte, nähe zwei Seiten zusammen und packe es zum Filzen in die Waschmaschine. Fertig ist Deine Handy-Hülle! Evtl. Fehlerchen sieht man nicht mehr.

Das gilt z.B. auch für Fair Isle Projekte - die Trekstor-Hülle war eines meiner ersten Fair Isle Projekte, über evtl. Strickfehler oder ungleichmässige Fadenspannung brauchte ich mir da nach dem Filzen keine Gedanken mehr zu machen.


10. Welche Bücher gibt es zum Thema Strickfilzen?

Ich besitze das hier und kann es sehr empfehlen, da sind wirklich schöne Taschen drin:

Taschen-Träume: Stricken, häkeln und verfilzen von Bente Lavsen *


Traumhafte Taschen zum Stricken und Filzen vo Bev Beattie *


Schöne Taschen selber machen: Häkeln, stricken und strickfilzen von Daniela Herring *

Stricken mit Filzwolle von Heidi Grund-Thorpe *


Hausschuhe stricken und verfilzen von Friederike Pfund *

Dieses Buch von Nicky Epstein sieht interessant aus - ich habe ihre "Edge" Bücher, kannte dieses Filzbuch aber noch nicht:  Stricken, Filzen, Wohlfühlen: Alles was Sie übers Strickfilzen wissen wollen von Nicky Epstein *

Der englische Titel ist "Knitting never felt better *" und hier kannst Du bei Ravelry einen Blick herein werfen.

Hier weitere empfehlenswerte englischsprachige Bücher:

Felted Knits von Beverly Galeskas *
Hier bei Ravelry reingucken

Knit One, Felt too von Kathlyn Taylor *

Fabulous Felted Hand-Knits von Jane Davis *

Nordic Felted Knits von Gerd Fjellanger *

Und nochmal Frau Epstein: Nicky Epstein's Fabulous Felted Bags * 


So, jetzt bin ich gespannt auf Deine Filzerfahrung:
Hast Du schon einmal etwas gefilzt?
Wenn ja, was?
Warst Du zufrieden?
Wenn Du nicht zufrieden warst, warum nicht?
Planst Du ein größeres Filzprojekt in nächster Zeit?
Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Freitag, 15. November 2024

Strickfilzen in der Waschmaschine: 6 kostenlose Anleitungen ( 2 auch zum Häkeln)

 Ich habe vor Jahren schon mal einen Post zum Strickfilzen >> und hier gings um die Grundlagen dieser Filztechnik >>. Jetzt ist wieder die Jahreszeit, in der auch der Aldi und andere Discounter Filzwolle * >> anbieten, da dachte ich, ich schaue es mal, was es an neueren Anleitungen zum Strickfilzen zu finden gibt - los geht's!



1. Fäustlinge "Winter Whisper" von Drops Design >>

Für diese Fäustlinge mit Zopfmuster wird allerdings nicht das dicke Filzgarn verwendet, das man bei den meisten Discountern bekommt, sondern eine dünnere Variante * >> resp. laut Anleitung soll man die Drops Lima * >> nehmen. 

Die mag ich supergern, eine Mischung aus Wolle und Alpaka, aber ich fände sie viel zu schade zum filzen, weil sie sich toll trägt. Ich habe meine Projekte aus Drops Lima auch in der Waschmaschine gewaschen, ohne das sie gefilzt wäre. 

Allerdings funktioniert das ganz hervorragend, wenn man sie heiß wäscht und ordentlich schleudert - fragt mich, woher ich das weiß.... Meinen Alone Together Sweater >> habe ich mit der Drops Flora und Sockenwolle doppelt gestrickt. Die Drops Flora hat die gleiche Zusammensetzung wie die Lima und filzt super, auch, wenn man sie zusammen mit nicht-filzender Sockenwolle verstrickt - der Pulli hat nach dem Filzen vielleicht noch einem Kleinkind gepasst..



2. Filzpuschen "Moss Dream" von Drops Design >>

Ja, diese Übersicht könnte etwas Drops-lastig werden, denn die haben schon recht viele Anleitungen und die gibt's dann auch noch auf Deutsch. Für diese Puschen verwenden sie ihr Garn "Snow" *>>, das früher mal Eskimo hieß, ein reines Wollgarn, dass schon eher der Diskounter-Filzwolle entspricht. Ich finde, die Puschen sehen nett aus, mal etwas anderes als die Standardpuschen, zu denen die Anleitung bei den Packungen dabei ist - etwas weiblicher und eleganter. Die Anleitung wurde erst im Dezember 2023 veröffentlicht, aber die fertigen Objekte, die es bisher auf Ravelry gibt, sehen ganz vielversprechend aus:



3.  Filzuntersetzer "Lincoln" von Ein Koffer voller Wolle >>


Zu diesem hübschen Untersetzer gibt's ein deutsches Youtube-Tutorial:



Die gefallen mir richtig gut, ich würde sie aber idealerweise eher in rot-weiß oder rot-grün machen, damit sie so richtig weihnachtlich sind. Allerdings kann man die Dinger ja das ganze Jahr über verwenden, dann kann man sie genauso gut der Einrichtung anpassen.


4. Gehäkelte Becher von The Fibre Co. >>

Zur Abwechslung mal etwas zum Häkeln: Natürlich kannst Du auch gehäkelte Stücke in der Waschmaschine filzen, wenn die Wolle zum Filzen geeignet ist. Meiner Erfahrung nach wird der entstehende Stoff aber nicht ganz so dicht und man kann auch  nach dem Filzen evtl. die Maschen noch erkennen. Das muss ja aber nicht unbedingt ein Nachteil sein, sondern kann auch ein schönes Designelement sein. Außerdem brauchst Du nicht sooo viel Garn und kannst gut Reste aufbrauchen.


5. Ellery der Elefant von Knitty.com (gestrickfilztes Kuscheltier) >>

Dieser zuckersüße Elefant wird in kraus rechts mit verkürzten Reihen gestrickt. Wenn er komplett gestrickt und zusammengenäht ist, wird gefilzt - also BEVOR er ausgestopft wird. Nachdem er aus der Waschmaschine kommt, wird er mit Zeitungspapier ausgestopft und in Form gezogen, dann muss er trockenen, bevor er ausgestopft werden kann. Gefällt mir supergut, der kommt definitiv auf meinen "muss ich probieren"-Zettel! Die fertigen Objekte auf Ravelry sehen auch vielversprechend aus:



Ellery von Knitty.com - fertige Projekte auf Ravelry im November 2024

6. Gehäkelter Untersetzer "Aeonium" von Lusianne's Ravelry Downloads >>

Zum Abschluß nochmal etwas Gehäkeltes, wieder ein gefilzter Untersetzer, auf den Du Deinen Bräter mit der Gans oder die heiße Bratapfelform platzieren kannst. Bei diesem runden Granny ist es aus meiner Sicht auch eher ein Pluspunkt, wenn man die einzelnen Maschen auch nach dem Filzen noch sieht, durch das Filzen ist der Stoff dick genug, dass Dein Tisch keinen Schaden nimmt wegen der heißen Töpfe.


So, jetzt Du: Hast Du schon mal "gestrickfilzt"? Wenn ja, was? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!


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Freitag, 18. November 2022

Domics Strickpläne: Was will ich stricken im November 2022?

 Sobald die Uhr umgestellt ist, bin ich irgendwie schon im Weihnachtsmodus, also habe ich mir schon einige Gedanken gemacht, was mein diesjähriges Adventsprojekt >> sein soll. Aber vorher ist ja noch November, und auch wenn das der Monat des Jahres ist, den ich am wenigsten mag, habe ich schon einige Pläne.





1. Der jährliche Stephen West Shawl - Smorgasboard oder doch nicht

Auch wenn ich den MKAL vom Herrn West erst einmal mitgestrickt habe (in 2021), so bin ich doch nicht der größte Fan seiner Mysteries. Ich gucke gerne erstmal, ob ich mir vorstellen kann, das fertige Stück auch zu tragen. In 2021 bin ich deshalb auch erst eingestiegen, als Clue 3 schon veröffentlicht war. 

Aber beim Birthday-Sale wollte ich doch zuschlagen und habe mich dann für Shawl Smorgasboard >> entschieden. Den habe ich dann auch gleich Anfang November angeschlagen, aber schnell wurde mir klar, dass die vielen Lochmuster definitiv nicht so ganz mein Geschmack sind - dieses gruselige Criss-Cross hat mich schon beim Shawlagraphy heftig fluchen lassen, das wollte ich mir definitiv nicht nochmal antun. Nur das "Eylet Basketweave"-Muster hat mir gut gefallen.

Außerdem: Was ist bitte ein Stephen West Tuch ohne Brioche? Also habe ich einfach statt der Lochmuster einige Patentstreifen eingebaut. Auch das Bubbles-Muster vom Bubbles and Brioche Shawl >> hat mir gut gefallen, und also wurde das eingebaut.

Ich halte mich also nur noch sehr lose an die Anleitung - ich zähle halt hin und wieder mal die Maschen und mache eine größere Zunahme, wenn das im Muster steht. Mal schauen, ob ich bei meiner Version >> wenigstens die Borte übernehmen werde - kann gut sein, dass ich auch da die Löcher weglasse.

Aber es hat überhaupt keine Eile, dass das Tuch fertig wird - ich verwende einfache 4fach Sockenwolle aus dem Stash *>> und stricke einfach immer daran, wenn ich gerade Lust habe. Wenn da dann in der Adventszeit noch etwas anderes dazwischen kommt - auch gut.


2. Weihnachtsgestricke: Männersocken im Werden

Auch wenn es nicht sooo viele Empfänger sind, die in den Genuß meiner handgestrickten Socken kommen - ein paar männliche Füße möchte ich schon bestricken. Meine übers Jahr gestrickten Socken auf Vorrat sind in der Regel eher so Damengröße 38-41, also muss ich, wenn ich größere Füße versorgen möchte, noch einmal neu die Nadeln schwingen.

Das habe ich auch gemacht: Ich hatte aber keine Luste auf völlige Stinos oder ganz einfache Rippen. Trotzdem sollten die Socken aber schön elastisch sein und sich gut an die zu bestrickenden Füße anpassen.

Beim Durchstöbern meiner Tapetenrolle bin ich auf das kostenlose Muster Andi >> gestoßen, ein versetztes Rippenmuster über 10 Reihen und 6 Maschen. Das ließ sich so gut stricken, das mein erster Versuch >> direkt mal zu lang geworden ist: 9 Muster"kacheln" für den Fuß sind ein bissle viel für Größe 42/43. 

Macht nix, gibt auch Menschen mit größeren Füßen, also habe ich flugs noch ein Paar angeschlagen und werde dieses Mal nur 8, 5 Musterkacheln stricken. Dafür eignet sich das Muster auch super, man strickt genau gleichlange Socken, ohne Reihen zählen zu müssen - das mache ich nämlich nur sehr, sehr ungern.

Mal sehen, vielleicht stricke ich dann noch ein Paar - dann vielleicht nach der Anleitung Keith >>, die ist sehr ähnlich, geht aber nur über 4 Maschen und auch weniger Reihen, das ist dann auch für Damensocken mit weniger Maschen insgesamt geeigneter.


3. Stuhlsocken statt Filzgleiter

Ich hab's ja eigentlich nicht sooo mit Strickfilzen >>, aber diese gefilzten "Stuhlsocken" >> wollte ich schon lange mal ausprobieren. Im Gegensatz zu diesen unsäglichen Filzgleitern werden die nicht aufgeklebt, sondern einfach wie Socken über die Stuhlbeine gezogen. Die können angeblich nicht so leicht abgehen wie die Filzgleiter und nachhaltiger sind sie auch - nix mit Plastik... Geeignetes Filzgarn habe ich noch vorrätig, ich schlage also einfach so ca. 16 Maschen an, stricke ein paar Runden, nehme dann ab und ziehe die Maschen zusammen. Dann kommt das ganze zum Filzen in die Waschmaschine und gut is. 

Es gibt auch Anleitungen "mit ohne" Filzen >>, mal sehen, ob ich die auch noch probiere, falls mich die gefilzten Socken nicht überzeugen können.


So, jetzt Du: Welche Strickpläne hast Du für den November?
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Dienstag, 1. Januar 2013

Winterwichtel - gefilzt nach einer Drops-Anleitung

Diese Jungs kann ich ja jetzt zeigen, nachdem sie verschenkt sind. Eigentlich mag ich Strickfilzen nicht so, aber diese Drops-Anleitung wollte ich immer schon mal ausprobieren. Ich hätte mir gewünscht, dass die Jungs etwas grösser bleiben, damit man sie z.B. über eine Picolo-Sektflasche ziehen kann - aber dazu hätte ich wohl mit doppelt sovielen Maschen stricken müssen, so sind sie nur ca. eierwärmergross. Aber luschdig sind sie trotzdem! Ich habe für den Bart Drops Nepal verwendet (da hatte ich noch Reste) und der Körper ist aus Woll Knoll Dochtgarn (also, das Rote)

Edith wollte noch hinzufügen: Ich filze bei 40 Grad in der Waschmaschine, zusammen mit einem Paar Jeans oder Frottee-Handtüchern für etwas "Reibung" und gebe ganz normal ein bissle Waschpulver dazu. Meine ersten Filzversuche habe ich damals mit 60 Grad gemacht, was war dann schon ein bissle arg klein - zumal das dann gefilzte Puschen waren, die eigentlich mir passen sollten, nach dieser Behandlung aber maximal noch meinem damals 4jährigen Neffen gepasst hätten.

Felted Gnomes - a Drops pattern
Wanted to do these for ages and I still have that felt yarn in my stash which I once bought for a bag I will never make - so I gave these a try… Photo is pre-felted, even then he looks very cute! Knitted him in the round instead of flat and sewing - although garter in the round is not me favorite… Knitting one is really quick, app. 2 hours per Gnome… Update: Felted them (just threw them in the washer, together with some towels, and washed them like I would with a 40 degrees load, with detergent and everything) - but I liked them better before! They are so tiny now, and at least now they definitely will NOT fit over a bottle of champagne (the small ones). However, like the pattern, will do them again, but probably NOT felt them - they are stiff enough without as well!

Freitag, 12. April 2019

Stricken & Häkeln - Übersicht über meine Tipps und Tricks - Update per April 2019

Hier habe ich einmal versucht, eine Übersicht der verschiedenen Tipps & Tricks zum Thema Stricken und Häkeln hier auf meinem Blog zusammenzustellen - voila:
ETA: Dies ist eine upgedatete Version dieser Seite, Stand April 2019



Sockenstricken


Anleitungen für selbststreifende Sockenwolle - meine Tricks & Tipps >>

Sockenstricken - Garne, Nadeln, Anleitungen >>

Sockenstricken - Meine einfache Anleitung >>  

101 Arten, Socken von Hand zu stricken >> 

Sockenblocker selbstgemacht >> 



Pullover, Strickjacken, Babysachen, Topflappen, Taschen & Geschenke stricken


Pullover stricken ohne Nähen: Neue nahtlose Oberteile >>

Pullover stricken ohne Nähen - Tipps & Tricks >> 

Ideen für selbstgestrickte Baby-Geschenke >> 

Meine selbstgestrickte Fahrradausrüstung >> 

Selbstgestrickte Pullover & Strickjacken: 5 Dinge, die Du beachten solltest >> 

Geschenke selber stricken: Meine Tipps und Ideen >> 

Topflappen, Einkaufstaschen und Wischlappen selber stricken - sinnvoll? >>



Stricken & Häkeln - Tipps zur Fertigstellung & Motivation


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So, jetzt Du: Ist etwas dabei, was Dir weitergeholfen hat?

Zu welchem Thema sollte ich unbedingt mal etwas schreiben?

Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

Freitag, 12. Januar 2018

Selbstgestrickte Pullover & Strickjacken: 5 Dinge, die Du beachten solltest

Am Begin meiner wiederentdeckten Strickleidenschaft - also so 2006/ 2007 habe ich hauptsächlich Kleinteile gestrickt: Socken, Schals, Tücher, Topflappen, Spielzeug - vielleicht mal ein paar Kinderklamotten.

Irgendwann habe ich dann auch Oberteile für mich gestrickt - Pullover, aber vor allem Strickjacken - die sind flexibler einsetzbar. Ich dachte, es ist vielleicht interessant, welche meiner Werke ich besonders häufig trage und warum - also:

Meine liebsten selbstgestrickten Oberteile und
5 Dinge, die Du beachten solltest, damit Du sie auch wirklich trägst.


1. Achte auf die Passform - nicht zu groß, nicht zu klein - so wie DU es magst!

Hört sich erstmal trivial an - ist aber essentiell! Überleg Dir idealerweise BEVOR Du anfängst, was Du persönlich - oder die Empfängerin - bei Kleidungsstücken bevorzugst.


Dazu wirfst Du einen Blick in Deinen Kleiderschrank und schaust Dir die Kleidungsstücke, die Du gerne und häufig trägst genauer an. Die müssen nicht selbstgestrickt sein, auch gekaufte Sachen funktionieren - es sollten halt Lieblingsstücke sein!

  • Magst Du es eher figurbetont oder locker-lässig?
  • Wie lang ist der Pullover idealerweise?
  • Wie lang sind die Ärmel?
  • Wie tief der Ausschnitt?
  • Magst Du Rollkragen oder nicht? 
  • Welche Art von Material magst Du? 
  • Kratzt Dich reine Wolle?
  • Musst Du von Alpaka immer niesen?
  • Wie fest oder locker soll das Maschenbild sein?

Schließlich willlst Du ja die Vorteile nutzen, wenn Du Deinen neuen Pullover von Grund auf selbst machst: Du kannst ihn 1:1 auf Dich maßschneidern.


Tolle Bücher zum Thema Strickstücke individuell Anpassen (inkl. tolle Infos zum Thema Figur & Proportionen) hat Amy Herzog veröffentlicht. Diese beiden habe ich selbst und kann sie Dir wirklich sehr empfehlen:

Knit to Flatter: The Only Instructions You'll Ever Need to Knit Sweaters That Make You Look Good and Feel Great! * >> und
Knit Wear Love * >>


2. Überlege, welche Farben Du gerne und häufig trägst und wozu das neue Stück passen soll



Bunt ist meine Lieblingsfarbe. Allerdings muss ich zugeben, dass ich bei den Oberteilen, die ich gern und häufig trage, eher neutrale Farben bevorzuge, die sich gut kombinieren lassen: Grau, Beige, Dunkelblau, Beige (ja, ich weiß Moni, "Beige isch koi Farb, beige wird's von allein!"), Schwarz... Vielleicht auch ein klares Tomatenrot oder Olivgrün. Ich trage z.B. Tomatenrot gerne, drum habe ich auch einen gestrickten Pullover in der Farbe.


Du hast kein Problem mit Pink-Grün-Gelb-Blau-Gesprenkelt? Trägst Du jeden Tag? Na dann los, strick es Dir! Ich persönlich bevorzuge für Oberteile eher neutrale Farben und für den speziellen "Umpf" kombiniere ich dann ein knalligbuntes Tuch, einen Cowl oder Schal dazu.



3. Welches Material trägst Du gern? Welche Trageeigenschaften hat das Garn, das Du verwenden möchtest?



Wie oben schon erwähnt: Wenn Du empfindlich bist und beim kleinsten Wollanteil das große Jucken bekommst, solltest Du kein Wollgarn für Deinen Pullover verstricken.


Wenn Du weißt, dass Du empfindlich bist und ein neues Garn ausprobieren willst: Stricke ein Probeläppchen/ eine Maschenprobe und pinne die mit einer Sicherheitsnadel von innen in den Rückenausschnitt eines Deiner Oberteile. Damit läufst Du dann einen oder zwei Tage herum und guckst, was passiert: Juckt es? Dann solltest Du es wohl eher nicht verwenden. Oder zumindest nicht für etwas, was direkt auf der Haut getragen wird - eine Strickjacke, unter der Du etwas Langärmliges trägst, geht vielleicht schon.


Bei der Gelegenheit kannst Du dann auch abschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass Dein fertiges Strickstück pillen wird. "Pilling" nennt man die kleinen Fusseln/ Knötchen, die die allermeisten Stricksachen bei regelmässigem Tragen bilden, vor allem an besonders "reibeintensiven" Stellen wie z.B. auf Höhe der Ellenbogen am Körper, an den Ärmeln oder - falls Du wie ich häufig Rucksäcke trägst- dort, wo der Rucksack hin- und herschubbert.


Generell gilt: Je weicher das Garn, desto wahrscheinlicher ist es, dass es schnell pillt. Bei Ravelry gibt es zu verschiedenen Garnen "Reviews", wo manchmal auch berichtet wird, wenn ein Garn besonders zum Pilling neigt und wie es sich generell verstrickt verhält. Hier siehst Du z.B. die Reviews >> zur Lana Grossa Elastico * >> , einem Baumwollgarn mit ein bissle Stretchanteil, das ich schon verwendet habe und das ich Dir besonders dann sehr empfehlen kann, wenn Dich Wolle schnell kratzt, Du aber etwas Elastischeres verwenden möchtest als ein reines Pflanzengarn.


Ganz vermeiden kann man Pilling allerdings meiner Meinung nach nicht. Falls Dein Strickstück arg voller "Bobbels" ist, kannst Du mit einem Fusselrasierer * >>  zu Werke gehen. Bei meinen selbstgestrickten Werken habe ich das noch nicht gemacht, aber Herr Domic hat einen gekauften Strickpulli, der wirklich sehr verpillt war, schon erfolgreich damit rasiert.


4. Kannst Du den Pflegeansprüchen gerecht werden?


Ich bin ziemlich emotionslos und werfe auch meine Selbstgestrickten in die Waschmaschine. Wichtig ist dabei allerdings, dass Du ein entsprechendes Schonprogramm in Deiner Maschine auswählst und die Maschine nicht zu voll machst. Wenn sie nämlich zu voll ist, gibt's Reibung, und ein Zuviel davon führt bei Proteinfasern (also Wolle, Seide Alpaka, Mohair, Yak....) zum Verfilzen.

Wenn das genau ist, was Du willst, findest Du in diesem Post weitere Infos zum Thema Strickfilzen in der Waschmaschine >>



Meistens findest Du Pflege- und Waschanleitungen auf der Banderole Deines Garns. Allerdings sind die meist eher zu vorsichtig, viele von meinen Lieblingsgarnen soll ich laut Banderole von Hand waschen. Dann könnte es aber seeehr lange dauern, bis ich das tue, also ignoriere ich das und verwende das Schonprogramm meiner Waschmaschine. Ich besitze keinen Trockner und trockne dann immer einfach an der Luft, liegend auf dem Wäscheständer. Es gibt allerdings sogar spezielle Gestelle zum Pullovertrocknen * >>  Hab ich aber noch nie versucht. 

Falls Du sowas hast, erzähl doch mal: Kann das was? Würdest Du es empfehlen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!


Reine Wolle muss auch nicht soooo oft gewaschen werden, sie ist von Natur aus schmutzabweisend und oft reicht Lüften aus. Zum Thema Wäschepflege findest Du hier bei Maria Widerstand eine sehr interessante Artikelserie >>


Was ich eigentlich sagen will: Überlege Dir, wie Du das fertige Stück waschen kannst und willst. Du bist alleinerziehende Mutter eines lebhaften Zwillingspäarchens von 12 Monaten? Dann solltest Du Dich eher für pflegeleichte Materialien entscheiden, will sagen, Sachen, die ohne Probleme in der Maschine gewaschen werden können, weil sie "superwash" ausgerüstet sind und nicht verfilzen. Oder Garne aus Kunstfaser (Microfaser, Polyacryl, Polyamid...) resp. mit Kunstfaseranteil, die teilweise sogar in den Trockner dürfen.


Ich selbst mag aus diesem Grund Sockenwolle - egal, ob 4fach, 6fach oder 8fach- sehr gern: Die ist superwash-ausgerüstet und darf in die Waschmaschine, behält die Farbe gut und pillt nicht so leicht.
Meine liebsten Strickjacken sind aus Sockenwoll-Tweedgarnen: Mein Paulie ist aus einem 4fachen Tweedgarn, ähnlich der Regia Tweed 4fach * >> und die Hanne-Jacke aus der Lang Meilenweit Tweed 6fach >> Beide trage ich seit Jahren viel, wasche sie in der Maschine und sie pillen nur sehr moderat.


Allerdings wird Sockengarn- je nach Marke und Farbe - empfindlichere Gemüter u.U. kratzen - also voher ausprobieren! Ich bin da robust, mir macht das meist nix.


Erzähl mal: Hast Du ein Lieblingsgarn für Oberteile? Welches und warum? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!



5.  Wie warm wird das fertige Kleidungsstück? Wie schnell wird Dir zu warm oder zu kalt?



Strickgarn ist - je nach Faserzusammensetzung und Dicke des einzelnen Fadens, unterschiedlich warm. Alpaka z.B. ist seeeehr warm, Wolle auch und Baumwolle und andere Pflanzenfasern wärmt eigentlich kaum. Außerdem hat es natürlich einen Einfluß, wie dicht Du das Garn verstrickt hast: Sind die einzelnen Maschen eher locker und groß oder dicht und eng? So ein lockeres Gestrick kann im Sommer für die nötige Belüftung sorgen, im Winter sollte bei einer Mütze, die Dich warm halten soll, aber nicht unbedingt der Wind "durchpusten" können.


Du bist gerade in den Wechseljahren und hast regelmässig Hitzewallungen? Dann strick eher locker und verwende vielleicht eine Pflanzenfaser. Oder stricke Oberteile für den "Lagenlook": T-Shirt, kurzärmelige Jäckchen, langärmlige Jacken, ggf. passende Schals und Tücher. Dann kannst Du im Fall der Fälle einfach die oberste Lage ablegen.


Du wohnst in einem zugigen Altbau? Oder arbeitest in einem Büro, in dem die Klimaanlage immer zu kalt eingestellt ist? Dann kannst Du zu wärmeren Fasern greifen.


Ich persönlich finde, dass Garn, das dicker ist als 6fach Sockenwolle (das ist nach englischen Maßstäben DK oder Sport Weight), in den geheizten Räumen, in denen ich mich meist aufhalte, schnell zu warm wird.


Ich habe mal einen Pullunder aus sehr dicker Merinowolle gestrickt >> - mit Nadelstärke 12! Das Ding gefällt mir zwar optisch ganz gut, aber ich hab es nie getragen. Zum einen, weil es viiiel zu dick war - zum anderen, weil es eben ein Pullunder war - also ohne Ärmel. An den Armen war mir also immer noch kalt. Es gibt allerdings durchaus Menschen, für die wäre das ideal, weil sie automatisch warme Arme haben, wenn der Rumpf warm ist - ich gehöre nicht zu diesen Menschen...


6. Meine meistgetragenen selbstgestrickten Oberteile


So, aber jetzt mal Butter bei die Fische: Du fragst Dich jetzt sicher, welches denn die selbstgestrickten Oberteile sind, die ich regelmässig trage und warum das aus meiner Sicht so ist - aaalso:

1. Paulie aus Tweed-Sockenwolle 4fach


Den hatte ich ja oben schon mal erwähnt, den Paulie und hier habe ich schon mal ausführlich darüber gebloggt >> Ich trage die Jacke gern und recht häufig. Sie ist wie gesagt aus 4fach Sockenwolle und deshalb nicht zu dick und nicht zu dünn. Die Anleitung ist kostenlos auf Ravelry >> , ein Raglan-von-Oben und wirklich zu empfehlen.







2. Hanne aus Tweed-Sockenwolle


Nachdem ich mit Paulie so zufrieden war, habe ich mir gedacht, eine etwas dickere Jacke aus Tweed-Sockenwolle wäre sicher auch nicht schlecht. Also habe ich Lang Meilenweit Tweed 6fach * >> erstanden (3 Knäul haben gereicht für die Jacke in ca. Gr. 38/40) und losgestrickt.

Die Anleitung ist eine Kaufanleitung von Nicola Susen und kann auf Ravelry erstanden werden >>

Ich trage die Jacke wirklich gern >> (neutrale Farbe, nicht zu dick, leicht zu Waschen, angenehme Passform) und habe schon Wolle in einem hellen Graublau hier liegen für eine weitere Hanne für mich.





3. Vitamin D aus Baumwoll-Sockenwolle


Da wärst Du vermutlich schon selbst drauf gekommen, gell? Schliesslich bin ich total geflasht von der (Kauf-)Anleitung "Vitamin D" >>

Ich habe bereits 6 Versionen von dieser Anleitung gestrickt, alle aus Sockengarnstärke. Am häufigsten trage ich aber meine erste Version. Die ist zwar Gelb - nicht gerade das, was ich unter einer neutralen Farbe verstehen würde. Allerdings ist es ein eher dezentes, pastelliges Vanille-Gelb und das lässt sich sehr gut kombinieren.

Das Garn ist eine Sockenwolle mit Baumwollanteil, vergleichbar der Regia Cotton * >> Das kann ich Dir für diese Anleitung sehr empfehlen: Es ist auch im Sommer nicht zu warm und der Baumwollanteil gibt einen schönen "Drape", will sagen, die Jacke fällt schön. Hier habe ich schon einmal ausführlich über den gelben Vitamin gebloggt >>

Erstaunlicherweise trage ich die gelbe Version häufiger als die beige Version aus dem Bambusgarn, um die es hier geht >>  Das liegt zum einen daran, dass das Beige doch sehr ähnlich meiner Haarfarbe ist und ich leicht ein bissle käsig aussehe, wenn ich nicht ein knalliges T-Shirt dazu trage. Und zum anderen habe ich die Jacke oft unter meinem Rucksack getragen, mit dem ich immer ins Fitness-Studio schlappe *>>  (nein, ich spiele kein Tennis, aber das Dings ist schön riesengroß und hat ein extrem praktisches Schuhfach unten). Der schubbert dann immer am unteren Rand der Jacke und darum hat sie schon ziemlich gepillt - leider... Die könnte ich mal mit des Gatten Fusselrasierer bearbeiten, glaube ich.


So, das sind meine Hits! Jetzt sag doch mal:

Welches sind Deine meistgetragenen Strickstücke?

Warum, denkst Du, ist das so?

Und von welchem Stück hättest Du gedacht, dass Du es viel häufiger tragen würdest, und alles kam ganz anders? 

Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!


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Freitag, 19. März 2021

5 Tipps zum Stricken mit 2 Farben a.k.a. Stranded Colourwork oder Fair Isle

 Der Blogpost zum Stricken mit 2 Farben gleichzeitig >>, den ich schon im Herbst 2017 geschrieben habe, gehört zu den beliebtesten Posts hier auf Domics Pinnwand. Etwas später habe ich noch einmal interessante Strickbücher zu dem Thema in einem Post zusammengefasst>>




Seitdem sind mehrfarbige Anleitungen noch viel populärer geworden, aber ich habe eine längere Pause gemacht, in der ich nicht mehrfarbig gestrickt habe. Unlängst habe ich aber - durchs Ostereierstricken >> Also dachte ich, ich füge dem Original-Post noch ein paar Tipps hinzu, die ich unlängst gelernt habe.


1. Gestrick mit Spannfäden ist viiiiel weniger dehnbar, als Du denkst!

Ich sage jetzt bewusst nicht nur "Colourwork"  oder "Fair Isle" oder "Jacquard", denn auch bei Techniken, bei denen nur mit einer Farbe gleichzeitig strickst, kannst Du Spannfäden auf der Rückseite haben, die das Gestrick weniger flexibel machen.

Bei dieser Socke mit Hebemaschen >> habe ich das nicht bedacht und nur wenig mehr als meine "üblichen" 60 Maschen angeschlagen- 64, glaube ich. Trotzdem ist der Teil mit den Hebemaschen deutlich enger als der "einfache" Teil und ich bekomme die Socke nur mühsam über den Spann. Auf dem Foto unten sieht man auch, dass der obere Schaft schmaler ist.


Man sieht deutlich, dass der Teil mit den Hebemaschen schmaler ist.

Also: Mach eine Maschenprobe und guck, wie breit Dein mehrfarbiges Gestrick tatsächlich ist. Es soll tatsächlich auch Strickerinnen geben, die da lockerer stricken! Ich stricke aber definitiv enger, also benötige ich z.B. für eine Socke mit Nadelstärke 2,25 mm statt meiner "normalen" 60 Maschen eher 72, also 20% mehr also für meine "normale" Socke.


2. Mach Dir nicht zu viele Gedanken übers Fädeneinweben

Bei meinem ersten Post >> habe ich mir da extrem einen Kopf gemacht, obwohl ich selbst das "einfache" Stranded Colourwork mit Spannfäden noch nicht wirklich gut beherrschte (und immer noch nicht beherrsche). Bei den Mustern mit kurzen Rapporten, die ich bisher hauptsächlich gestrickt habe, ist das auch gar nicht notwendig und macht das Gestrick nur unnötig noch steifer als sowieso schon.

Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich immer noch nicht wirklich geübt bin im Stranded Colourwork - ich hatte immer schon den zweiten Schritt im Kopf, statt erstmal den ersten zu üben.



Also habe ich mir vorgenommen, erstmal nicht groß einzuweben, solange ich noch bei eher kurzen Musterwiederholungen bin. Und wenn es dann soweit ist, versuche ich vielleicht auch mal die "Ladder Back" Technik, die Frau TheNerdKnits in diesem Video zeigt >>


3. Nimm Dir ein Projekt vor, das Dich wirklich begeistert

Viele Neu-Stricker lernen Stricken, weil sie ein ganz bestimmtes Endprodukt haben wollen und manchmal ist ihnen dann gar nicht bewusst, das die benötigte Technik als eher "schwierig" angesehen wird. Sie wollen einfach ein bestimmtes Endprodukt unbedingt haben, und dazu lernen sie dann eben, was man braucht, um es herzustellen.

Genauso ist es beim Colourwork - nur wenn ich das Endprodukt wirklich haben möchte, tue ich mir den "Act" an, mich durch die Anleitung zu "quälen".

Mich inspirieren dabei Strickmustersammlungen und dabei sind mir in den letzten Jahren drei Bücher untergekommen, die tolle Anleitungen enthalten: 

200 bunte Strickmotive von Andrea Rangel * >>

In diesem Buch sind sehr viele eher ungewöhnliche und grafische Muster gesammelt. Die Zählmuster sind schön gross und sowohl der Breiten- als auch der Höhenrapport ist nummeriert. Die Rapporte sind allerdings eher groß, also sind diese Muster ohne Änderung eher für Pullover oder große Tücher geeignet, weniger für Handschuhe und Socken.

 

Alterknit Rebellion von Anna Bauer * >>

Dieses Buch hat Kikos Strickschule >> neulich vorgestellt und ich bin lange darum herumgeschlichen, bevor ich es mir besorgt habe. Die hier enthaltenen Zählmuster gehen schon bei einem Rapport von 4 Maschen los, sind also eher für kleinere Projekte wie Socken oder Handschuhe geeignet. Auch diese Muster sind eher ungewöhnlich und ich habe sie in traditionelleren Mustersammlungen noch nicht entdeckt. Außerdem machen die kunterbunten Fotos der enthaltenen Projekte total Lust darauf, gleich mit dem Nachstricken anzufangen. Ach so - dieses Buch gibt es nur auf Englisch, aber die Zählmuster versteht man ja auch ohne Sprache ;-)


Die Soxx-Bücher von Kerstin Balke *>>

Das erste dieser Bücher war ja damals für mich der Anstoß, mich mal wieder mit Stranded Colourwork zu befassen. Die hier enthaltenen Anleitungen haben zum größten Teil sehr kurze Rapporte, sind also gut für Socken und andere Kleinteile geeignet. Wirf einfach über Amazon einen Blick ins Buch und finde heraus, welche Anleitungen Dir am besten gefallen und dann los!


4. Fange klein an und baue erstmal nur einen kleinen Colourwork-Teil ein

So faszinierend komplett gemusterte Kleidungsstücke auch sind - zum Anfang ist es vielleicht eine gute Idee, nur kleine Fair Isle-Elemente einzubauen. Also nur ein schmales Musterband, wie bei der Spitze von diesen Socken >> 


Nur an der Spitze dieser Socken gibt es ein schmales Colourwork-Band


So hast Du schnell ein Erfolgserlebnis, kannst aber trotzdem ein bissle Üben und im schlimmsten Fall ist nur ein kleiner Teil Deines Gestricks eher eng.


5.  Verwende ein filzbares Garn

Vermutlich wird dein mehrfarbiges Gestrick am Anfang noch nicht so wahnsinnig gleichmäßig sein und das Maschenbild entsprechend unruhig. Und vielleicht machst Du auch den ein oder anderen Strickfehler und strickst mit Rot, wenn Du eigentlich weiß verwenden wolltest und merkst das natürlich erst, wenn das Strickstück schon fast fertig ist und Aufribbeln nicht mehr wirklich eine Option ist.

Wenn Du dann ein filzbares Garn verwendet hast (mehr zum Strickfilzen findest Du hier >>), wirfst Du das fertige Projekt einfach in die Waschmaschine und filzt es. Danach sind weder ungleichmäßiges Strickbild noch kleinere Strickfehler noch zu sehen, so wie bei dieser Tablet-Hülle >>

Ok, ich gebe zu: Das ist vermutlich der allerletzte Ausweg, und eignet sich eher für Pullover, die man dann immerhin noch als Kissenhülle oder eben Tablet-Hülle verwenden kann... Aber Du kannst ja auch von vornherein so etwas planen und machst Dir die Hülle fürs neue Smartphone eben mit einem schicken Einstrickmuster...


So, jetzt Du:
Bist Du geübt im Colourwork-Stricken mit 2 Faden und Spannfäden?
Was war da Dein erstes Projekt?
Zu was würdest Du mir raten, damit ich endlich mehr Praxis bekomme?
Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!


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