Freitag, 1. Juni 2018

Stricken und Häkeln unterwegs: Meine 5 besten Tipps und Tricks

Ich stricke eigentlich das ganze Jahr über (s. dazu auch den Post zu "Stricken im Sommer" >>).

Also auch dann, wenn ich nicht zu Hause bin, sondern irgendwie unterwegs, zum Bespiel auf Geschäftsreise, im Urlaub oder auf Verwandtenbesuch.

Und mein Strickzeug nehme ich dann natürlich mit - aber eben nicht irgendein Strickzeug, sonder eines, was zu diesem Zweck besonders geeignet ist.

Welches Strickzeug aus meiner Sicht warum besonders geeignet ist zum "Stricken on the Go", will ich Dir heute mal erzählen.


1. Tipp zum Stricken on the go:
Es sollte nur ein Knäul dranhängen


Mag sein, dass Du kein Problem damit hast, ein mehrfarbiges Strickstück dabei zu haben, an dem dann gleichzeitig mehrere Knäulchen hängen- meinst ist das DEFINITIV nicht! Mich macht das tototal wuschig, wenn ich aufpassen muss, das sich mein Garn nicht irgendwo verheddert, und das ist natürlich um so wahrscheinlicher, je mehr Garn da ist zum Verheddern.

Ideal sind also einfarbige Projekte (oder auch bunte, wenn das eine Garn, das dranhängt, schon bunt sind).


2. Tipp zum Stricken on the go:
Dein Garn sollte eine laaaange Lauflänge pro Knäul haben


Dein "Unterwegs-Strick" Garn hat idealerweise eine laaange Lauflänge.

Lacegarn - ab 600 Meter pro 100 g


Würde ich Lacegarn verstricken, was ich nicht tue, weil es mir zu dünn ist, wäre das ideal - also sowas wie dieses: Hedgehog Fibres Merino Lace * >> läuft 1200 m auf 100g - da kann eine alte Frau (oder auch eine junge) auch laaaange von Stricken (sorry, da konnte ich jetzt nicht widerstehen ;-)))

Farbverlaufsbobbel, Gefachtes Garn auf Konen


Muss aber auch nicht unbedingt dünnes Garn sein, die Farbverlaufsbobbel (z.B. dieses von der Häkel- und Strickstube * >> sind dick genug und laufen oft über 1000 Meter - das sind dann eben auch 200g und nicht nur 100.

Gefachtes Garn (mehr dazu findest Du in diesem Post, auch zu Farbverlaufsbobbeln übrigens >> ) kannst Du Dir z.B. von Next Garn * >> auch auf Konen (also auf so konische Pappkerne) wickeln lassen, das läuft dann je nach Fachung auch schon mal an die 1000 m auf 100 g. Ich persönlich finde den Pappkern aber nervig und wenig transportabel. Wenn Du aber nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln stricken musst, sondern beim Verwandtenbesuch auf dem Sofa, dann mag es gehen.



Sockenwollstärke  - ca. 400 Meter auf 100g

Gib es zu, da hast Du doch drauf gewartet, oder?  Treue LeserInnnen dieses Blogs haben ja schon mitbekommen, das ich ein großer Fan von Sockenwolle bin: Nachlesen kannst Du das hier >> und hier >> und hier >>

Sockenwolle läuft meist um die 400 Meter auf 100 g, ist in vielen Farben erhältlich und durchaus auch in "Unkratzig", also z.B. die Merino-Seide von Rellana * >>


3. Tipp zum Stricken on the go:
Deine Anleitung sollte nicht zu kompliziert sein

Idealerweise strickst Du unterwegs etwas, zu dem Du gar keine Anleitung benötigtst, weil Du es schon so oft gestrickt hast, dass Du auswendig weist, was Du wann tun musst: Socken, Mützen, Schals, einfache Tücher.

Mich nervt es zumindest, wenn ich alle Nase lang nachgucken muss, wie lange ich jetzt geradeaus stricken muss und wann welche Abnahmen kommen. Wenn ich gerade im Zug sitze, kommt dann garantiert die Schaffnerin, wenn ich gerade mitten in einer komplizierten Lace-Passage bin. 

Oder mir fällt immer der Ausdruck mit der Anleitung runter (ok, das kann ich umgehen, indem ich die Anleitung digital aufs Smartphone packe oder auf meinen Kindle, den ich auch meist dabei habe). 

Was für mich aber eher zählt ist, dass ich - zumindest in öffentlichen Verkehersmitteln - nicht die Ruhe und Konzentration habe, die ich für kompliziertere Anleitungen benötige: Ich muss aufpassen, dass ich meine Haltestelle nicht verpasse, ich muss auf Fragen der Mitreisenden antworten können oder meine Fahrkarte vorzeigen- sowas halt.


4. Tipp zum Stricken on the go:
Du solltest nicht zuviel "Equipment" benötigen


Was meine ich mit "Equipment"?  Na, sowas wie Stricknadeln, Zopfnadeln, Seile... 

Ich habe ja anfangs meine Socken auf einem Nadelspiel gestrickt, (also 5 einzelnen Nadeln - mehr zu Stricknadeln und wann man was verwendet, erfährst Du in diesem Post >> ) und das eigentlich täglich, wenn ich mit der Straßenbahn zur Arbeit und wieder zurück gefahren bin - das waren jeweils 20 Minuten pro Weg.

Frag nicht, wie oft ich durch die ganze Bahn gehechtet bin, weil mir mal wieder eine Nadel runtergefallen war und durch die ganze Bahn gerollt *grmpfl*...
Außerdem haben die Karlsruher Straßenbahnen so längs-geriffelte Böden, in die so eine Nadel genau hereinpasst. Und wenn die da einmal drin ist, bekommt man sie nur seeeeeehr schlecht wieder heraus.

Ich bin also dazu übergegangen, meine Socken mit einer Rundnadel per Magic Loop zu stricken (Eine einfache Anleitung, wie ich meine Socken stricke, findest Du hier >> ) Da brauche ich dann nur noch 2 Nadeln statt 5 und diese zwei sind auch quasi aneinander "gebunden", so dass die nicht so schnell herunterfällt.

Auch Zopfnadeln * >> fallen bei mir gerne runter, und da ich eh nicht gerne Zöpfe stricke, verkneife ich mir Projekte mit Zöpfen, wenn ich unterwegs stricke. 


Ich versuche also, unterwegs nur das absolut Notwendige dabei zu haben: Wolle und Nadeln. Für alles andere improvisiere ich unterwegs.

Häkeln on the go schlägt Stricken


Häkeln ist also noch besser geeignet für Unterwegs als Stricken, denn da brauchst Du nur 1 Häkelnadel * >> statt 2 Stricknadeln. 

Außerdem musst Du Dir keine Sorgen machen, dass Dir die Maschen davonlaufen und Du Laufmaschen hast - beim Häkeln ziehst Du einfach Deine Garnschlinge lang und gut ist.


5. Tipp zum Stricken on the go:
Socken sind das ultimative Unterwegsprojekt




Auch das kommt jetzt vermutlich nicht überraschend - das ich gerne Socken stricke, hast Du ja hier >> und hier >> schon nachlesen können.

Aber Socken erfüllen wirklich alle Ansprüche, die ich an ein ideales Unterwegs-Projekt habe:
  1. Es hängt nur ein Knäul Sockenwolle dran ( und wenn Du eines der selbstmusternden Sockengarne von Regia oder Opal * >> verwendest, muss das noch nicht mal heißen, dass das ein einfarbiger Socken wird)
  2. Sockenwolle gibt es in der Regel in 100g-Knäulen mit ca. 400 Meter Lauflänge - das erfüllt meinen Anspruch an laaaange Lauflänge!
  3. Wenn Du schon einmal Socken gestrickt hast, kannst Du Deine Standard-Anleitung vermutlich weitestgehend auswendig. Trotzdem wird mir selbst eine Stino (a.k.a. Stinknormale Socke) nicht langweilig, weil es so viele Elemente gibt: Bündchen, Schaft, Ferse, Spickel, Spitze.
  4. Du brauchst wenig Equipment  - nur Nadeln und Garn und sonst nix. Noch dazu braucht so ein Knäul Sockenwolle nicht viel Platz und passt auch in die kleinste Handtasche.
  5. Socken sind ein super Geschenk >> - Du kannst nie genug davon haben und findest immer Abnehmer für Deine "On the Go"-Projekte. 

"Zugsocking" - hast Du schon mal?



Was das ist? Da treffen sich begeisterte Strickerinnen, bewaffnet mit ihrem Strickzeug, und fahren mit dem Zug irgendwo hin.

Vorzugsweise hat das Ziel eine wollige Attraktion zu bieten, also z.B. einen besonders gut bestückten Wollladen >> oder ein Wollfest >>

Dabei werden dann vorzugsweise Socken gestrickt - eben WEIL die ein ideales Unterwegsprojekt sind, und das gab dem Event den Namen

Hier auf der Website des Fotografen Helge Krückeberg >> gibt es einen ausführlichen Bericht mit vielen Fotos über ein Zugsocking in Nidersachsen.

Bei einem Zugsocking, bei dem ich dabei war, sind wir nach Backnang gesockt zur Wollstube Wollin >>, einmal zum ersten German Ravelry-Treffen und einmal nach Straßburg. Es war immer toll und wenn Du es noch nicht ausprobiert hast, dann solltest Du es ganz bald mal tun!


So, jetzt Du: Strickst Du unterwegs?
Wenn ja, wann?
Und was?
Hast Du noch einen Tipp, den ich ganz vergessen habe?
Und warst Du schon mal "Zugsocken"?
Dann schreib mir das doch bitte in die Kommentare!


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