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Mittwoch, 29. Juli 2026

Rezension: Die allerletzte Kaiserin von Irene Diwiak

Auf dieses Buch wäre ich ohne die Empfehlung aus dem eat-read-sleep-Buchclub Karlsruhe nicht gestoßen. Es war zwar keines, das wir im Buchclub zusammen gelesen haben, aber eine meiner "Buchclub-Schwestern" hat es empfohlen - und das tue ich auch, wenn die leicht verschrobene Geschichten magst...

Bibliographische Daten:

Die allerletzte Kaiserin von Irene Diwiak * >>

C.Bertelsmann Verlag, 304 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3570104699


Klappentext: 

Claudia Hendl ist nicht unbedingt glücklich und noch weniger fantasiebegabt – bis eines Tages eine alte, egozentrische Dame in ihr Wirtshaus kommt. Ihr Name ist Johanna Fialla, und nachdem sie Vertrauen zu Claudia gefasst hat, eröffnet sie Unglaubliches: Sie, Johanna, sei in Wahrheit die Enkeltochter von Kronprinz Rudolf. Der habe sich nämlich gar nicht erschossen, sondern sei nur untergetaucht und habe unter falschem Namen eine neue Familie gegründet, dessen Sprössling Johannas Vater gewesen sei. Nach und nach erzählt Johanna ihre Lebensgeschichte, und Claudia, die niemals schriftstellerische Ambitionen gehabt hat, beginnt sie aufzuschreiben. Dabei erfährt sie vielleicht nicht unbedingt historische Fakten – aber sie erkennt, dass ein bisschen Fantasie das Leben erst lebenswert macht.


Über Irene Diwiak:

Irene Diwiak, geboren 1991 in Graz, ist eines der großen Erzähltalente ihrer Generation. Für ihre literarischen Texte sowie ihre Theaterstücke wurde sie vielfach ausgezeichnet. Ihr Debütroman »Liebwies« stand bereits auf der Shortlist für den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises. Es folgten ihre Romane »Malvita« sowie »Sag Alex, er soll nicht auf mich warten«.


Und, wie hat es mir gefallen?

Nett - und sehr österreichisch! Auch dieses Buch war eine Empfehlung meiner "Buchclubschwester" aus dem eat-read-sleep-Lesekreis Karlsruhe 2, wie schon "Heimweh". 

Ich hab ja mal 3 Monate Auslandssemester in Wien verbracht und fahre regelmässig nach Tirol in Urlaub, also ist mir alles österreichische sehr "nah am Herzen". Und der Ton dieses Buches ist schon sehr österreichisch, witzig, sarkatisch und mit vielen skurillen Figuren. 

Da ist zum einen natürlich die "letzte Kaiserin" Frau Fialla, ihre diversen Ehemänner, aber auch ihre Herkunftsfamilie in Wien. Viele der Figuren sind aber auch historisch real-existierend: Der Kronprinz Rudolf und seine Mätresse(n), sein Kutscher, sein Kammerdiener, die verrückte Schauspiel-Gräfin, andere Habsburger-Verwandtschaft - hat es alle wirklich gegeben, ich habe ordentlich Google und Wikipedia bemüht. 

Last, but not least ist da auch noch die "Erzählerin" Claudia Hendl, die Frau Fiallas Geschichte in einem österreichischen Landgasthaus aufschreibt. Auch die macht eine Entwicklung durch, die mir sehr gefallen hat.

Insgesamt ging es aber gar nicht so sehr darum, ob an der Geschichte etwas Wahres sein könnte, sondern eher um Herkunft, Familie und wie Frauen seit den 1920gern ihren Lebensweg selbst gestalten konnten oder auch nicht.

Hat mir sehr gefallen, ich vergebe solide 4 Sterne und schaue mal, was die Autorin sonst noch so geschrieben hat.

So, jetzt Du: Wann hast Du zuletzt auf Empfehlung anderer ein (gerne schon älteres) Buch gelesen, das Dir richtig gut gefallen hat? Welches war das? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!


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Mittwoch, 22. Juli 2026

Rezension: Das Jahr voller Bücher und Wunder von Libby Page

Ich mochte "Im Freibad" von der gleichen Autorin sehr gern >> , und Bücher über Bücher sind sowieso toll. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an dieses Hörbuch - tja, vielleicht waren sie zu hoch? Ich war ein bissle enttäuscht...

Bibliographische Daten: 

Das Jahr voller Bücher und Wunder von Libby Page * >>

Spieldauer: 11 Stunden und 1 Minute

Gesprochen von Michaela Gaertner

der Hörverlag, ungekürzte Ausgabe

ASIN B0F4WZW3PD


Klappentext:

Tilly fällt aus allen Wolken, als sie an ihrem Geburtstag einen Anruf von Buchhändler Alfie Lane erhält. Ihr Verlobter Joe hat in Alfies kleinem Laden ein Geschenk für sie hinterlegt: ein Jahr voller Bücher – für jeden Monat eins. Seit Joes Tod vor fünf Monaten ist Tilly nicht mehr dieselbe, doch nun fasst sie sich ein Herz. Die Bücher führen sie von einem Abenteuer ins nächste. Durch die lebhaften Straßen New Yorks, zu neuen Freunden in Paris, in die friedvollen Hügel der Toskana und zu den kilometerlangen Sandstränden von Bali. Mit Alfies Hilfe entdeckt sie alte und neue Seiten an sich und lernt eine Tilly ganz ohne Joe kennen. Kann ihr dieses Jahr voller Bücher und Wunder zeigen, wie man wieder lacht, träumt und Pläne schmiedet? Und wie man sich vielleicht sogar neu verliebt?


Über Libby Page:

Libby Page wollte schon immer Romane schreiben. Als neben der Arbeit die Nächte nicht mehr ausreichten, nahm sie sich eine Auszeit von sechs Monaten. Neben dem Schreiben ist Schwimmen ihre zweite große Leidenschaft, auch bei Wind und Wetter schwimmt sie draußen. Libby Page lebt in London.


Über die Sprecherin, Michaela Gärtner:

Michaela Gärtner ist Sprecherin für verschiedene Projekte, von Hörbüchern und Hörspielen über Imagefilme bis hin zu Werbung und Dokumentationen. Ihr Handwerk im Bereich Hörbuch erlernte sie von Uve Teschner und Johannes Steck. Ihre warme, dynamische Stimme leiht sie vorrangig den Genres Fantasy, Romance und Krimi.


Und, wie hat es mir gefallen?

Hm - definitiv nicht so gut, wie ich erhofft hatte. Allerdings war es dann gen Ende wieder etwas besser - naja, schon sehr kitischig und happy go lucky, vielleicht hatte ich mich einfach dran gewöhnt, dass das Buch nicht ganz das war, was ich erhofft habe.

Ich mag ja EIGENTLICH Bücher über Bücher sehr gern, und Libby Pages Freibad-Buch hat mir besonders gut gefallen. Hier kamen mir die Bücher aber ein bissle sehr kurz: Es gibt am Anfang jedes Kapitels die "Monatsempfehlungen von Book Lane", da werden eigentlich nur die Titel genannt, und es ist sehr UK-lastig, viele der Titel gibt's nicht in deutscher Übersetzung. Das hätte mich aber noch nicht mal gestört, ich hätte nur gerne etwas mehr zu den Büchern erfahren. Und auch Tillies Buch des Monats wird nur sehr am Rande erwähnt, manchmal nicht mal der korrekte Titel. Bei "Büchern über Bücher" besteht der Spaß für mich aber hauptsächlich eben darin, dass ich beim Lesen andere Bücher entdecke und später mal reinlesen könnte.

Dann fand ich, dass Joe übermäßig rosarot gezeichnet wurde - too good to be true... Ja, man soll über Tote nicht schlecht reden, aber so ein Heiliger ist doch niemand! Gleiches gilt für Alfie, auch der war sowas von grundgut, dass es klebte... Und dann diese vermeintliche Paris-Episode *augenroll* - ja, da bin ich vielleicht allein, aber ich mag Paris nicht und verstehe nicht, warum das bei englischsprachigen Autoren dauernd auftauchen muss...

Wie gesagt, ab dem Wandertrip fand ich es dann ein bissle besser und die Rettungsaktion war auch ganz charmant, so daß es am Ende doch noch für 4 Sterne gereicht hat - war halt nicht, was ich mir erhofft hatte.

Die Sprecherin ist ok, jetzt nix Dolles aber auch nicht schlecht. Vielleicht ein bissle betulich, ich habe die Geschwindigkeit etwas hochgedreht (auf 1,25), etwas, was ich eher selten mache. Kann aber gut sein, dass meine allgemeine Genervtheit mit dem Buch ein wenig abgefärbt hat...

So, jetzt Du: Welches Buch einer Lieblingsautorin hat Dich zuletzt eher enttäuscht und warum? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 15. Juli 2026

Rezension: Heimweh von Graham Norton

Ich kannte Norton bisher nur als Host einer britischen Talkshow, die ich hin und wieder gern ansehe auf Youtube. Das er auch schreibt (und sogar ziemlich gut!), war mir bisher entgangen. Das Buch hat mir aber wirklich gut gefallen, ich möchte gern noch mehr von ihm lesen! 

Bibliographische Daten:

Heimweh von Graham Norton * >>

Rowohlt Taschenbuch, 384 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3499006502


Klappentext:

Ein Sommertag Ende der Achtziger, sechs junge Leute fahren ans Meer. Auf dem Rückweg ein schrecklicher Unfall: Es sterben ein junges Paar, das am nächsten Tag hätte heiraten sollen, und eine Brautjungfer; die andere überlebt schwer verletzt. Kaum blessiert sind Martin, der Arztsohn, und Connor, der eigentlich nicht zur Clique gehörte. Er saß am Steuer. Der ganze Ort Mullinmore ist wie gelähmt. Und nach dem Prozess wird Connor nach England geschickt. Niemand weiß, dass er noch vor etwas ganz anderem flieht. Bald bricht er den Kontakt zu den Eltern ab. Connors Schwester wird derweil von Martin umworben. Die beiden heiraten, und die Ehe wird für Ellen ein Unglück. Zwanzig Jahre später betritt ein Gast eine Bar in New York. Er versteht sich sofort gut mit dem jungen Barkeeper. Dann stellen sie fest, was sie verbindet. Und jenseits des Atlantiks, in einem kleinen Ort im County Cork, löst dies eine dramatische Kette von Ereignissen aus.


Über Graham Norton:

Graham Norton, Schauspieler, Comedian und Talkmaster, ist eine der bekanntesten Fernsehpersönlichkeiten der englischsprachigen Welt. Geboren wurde er in Clondalkin, einem Vorort von Dublin, aufgewachsen ist der Sohn einer protestantischen Familie aber im County Cork im Süden Irlands. Sein erster Roman «Ein irischer Dorfpolizist» überraschte viele durch seine Wärme und erzählerische Qualität, er avancierte in Irland und Großbritannien zum Bestseller, wurde mit dem Irish Book Award 2016 ausgezeichnet und wird nun auch zu einer Fernsehserie. «Möglicherweise war es Verschwendung, dass der Mann die ganzen Jahre im Fernsehen war», schrieb Bestsellerautor John Boyne in der «Irish Times».


Und, wie hat es mir gefallen?

Das Buch war eine Empfehlung vom eat-read-sleep-Lesekreis Karlsruhe. Ich kenne die Graham-Nordon-Show, ich wußte gar nicht, dass der gute Graham auch schreiben kann - und zwar gar nicht schlecht!

Das Buch spielt teilweise im Irland der späten 1980ger, teils in London, teils in New York, da aber in den frühen 2000ern und bis zur Gegenwart. Erzählt wird vor allem, wie der dramatische Unfall in den 1980gern das Leben von Connor und seiner Familie beeinflusst hat.

Im letzten Drittel des Buches gibt es dann einen Plottwist, den ich aber schon habe kommen sehen, was aber auch nicht schlimm war. Es geht viel um queeres Leben, was ich jetzt nicht soooo gern lese, aber hier hat es mir doch sehr gut gefallen, umso besser, je weiter ich in der Geschichte vorangekommen bin.

Wir erfahren abwechselnd von Connor und seiner Schwester Ellen, wie deren Leben nach dem dramatischen Unfall verläuft - Connor verlässt seinen Heimatort, Ellen bleibt. Es ist auch eher eine Familiengeschichte als eine queere Liebesgeschichte, wir erfahren auch viel über Connors Eltern und die angehörigen der anderen Unfallbeteiligten.

Ich habe die Geschichte sehr gern gelesen, ich mochte vor allem, wie alles gen Ende ein Happy End findet, ohne (übermässig) kitschig zu sein.

Ein sehr nettes Buch, ich denke, die anderen Titel des Autors werde ich mir auch noch ansehen!

Ich vergebe sehr solide 4 Sterne.

So, jetzt Du: Hast Du in letzter Zeit eine(n) neue(n) Autorin/Autoren für Dich entdeckt? Wenn ja, wen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 8. Juli 2026

Rezension: Samstagabend im Lakeside Supper Club von J. Ryan Stradal

 Seit längerem mal wieder ein 5-Sterne-Buch - vielen Dank an Sarah-Sophie, ohne deren Tipp ich dieses Buch ganz sicher eher nicht gelesen hätte! Das Buch hätte ich im Diogenes-Verlag auch nie und nimmer vermutet, ist eher so ein KiWi oder DuMont-Titel, würde ich sagen....

Bibliographische Daten:


Samstagabend im Lakeside Supper Club von J. Ryan Stradal * >>

Diogenes-Verlag, 384 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3257073321


Klappentext:

Für Betty war er die Rettung aus existenzieller Not. Für Florence eine Bürde und der Ort ihrer schlimmsten Niederlage. Für Mariel ist er ein Traum, in dem sie sich selbst verwirklicht. Für Julia ist er eine bloße Legende, die nichts mehr mit ihr zu tun hat: Im ›Lakeside Supper Club‹ am Bear Jaw Lake in Minnesota trotzen vier Frauen dem Leben auf ganz unterschiedliche Weise ihr Quäntchen Glück ab.


Über J. Ryan Stradal:

J. Ryan Stradal, geboren 1975, wuchs in Hastings, Minnesota, auf. Er studierte Film, Fernsehen und Radio an der Northwestern University. Er ist Lektor, Redakteur und Produzent von Fernsehserien. Seine Romane ›Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens‹ und ›Die Bierkönigin von Minnesota‹ waren ›New York Times‹-Bestseller. J. Ryan Stradal lebt in Los Angeles, Kalifornien.


Und, wie hat es mir gefallen?

Hey, das war richtig nett -danke an Sarah-Sophie für den Tipp! Ich hatte echt "Grüne Tomaten"-Vibes, die Geschichte um einen Small-Town-Diner hat mir sehr gut gefallen! Ist jetzt nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen, und wenn Dich Verlust von Kindern triggert, solltest Du's vielleicht nicht unbedingt lesen, aber ich war sehr gerne bei den Figuren.

Es geht hauptsächlich um die Geschichte von Großmutter, Mutter und Enkelin, wobei die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Mutter, Enkelin und Schwiegersohn (also dem Mann der Enkelin, dann wohl Schwiegerenkel?) erzählt wird.

Die Geschichte springt in den Zeitebenen, allerdings nicht gleichmäßig, sondern es werden durchaus mehrere Kapitel aus der Sicht einer Person hintereinander erzählt. Die Mutter, vor allem in ihren "älteren" Jahren, konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen, und von den weiblichen Mitgliedern von Neds Familie hätte ich gern noch mehr erfahren, vor allem die Geschichte seiner Schwester verläuft ziemlich im Sand.

Trotzdem war ich sehr gerne im Lakeside Supper Club - auch wenn einige Passagen des Buches in St. Paul und Minneapolis spielen, haben mir die Supper Club Teile am besten gefallen, auch wegen all der anderen Bewohner. 

Obwohl sich das Buch über mehrere Jahrzehnte erstreckt, passieren viele der entscheidenden Szenen im Sommer, deshalb würde ich auch empfehlen, das Buch im Sommer zu lesen. Waren jetzt vielleicht nicht 5,5 Sterne, aber 4.8, also vergebe ich gerne 5 Sterne und werde in die anderen Bücher auch noch hereinlesen.

So, jetzt Du: Welches "Sommer-Buch" hat Dir in letzter Zeit gut gefallen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 1. Juli 2026

Rezension: Wedding People von Alison Espach

Das war so ein Buch, von dem ich vorher dachte, es müsste mir eigentlich gut gefallen - amerkanische Hochzeits-Setting lese ich eigentlich gerne. Das hier war aber für mich ein bissle "drüber" - dieser Geisteswissenschaftler-Akademiker-Schwulst hat mich echt nur genervt! Ich bin froh, dass ich's aus der Onleihe hatte und kein Geld dafür ausgegeben habe....

Bibliographische Daten: 

Wedding People von Alison Espach * >>

Lübbe- Verlag, 480 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3757701291


Klappentext:

Als Phoebe Stone in einem grünen Seidenkleid und goldenen High Heels im prächtigen »Cornwall Inn« ankommt, wird sie von allen für einen Hochzeitsgast gehalten. Doch sie ist die Einzige, die nicht zum Feiern angereist ist. Seit Jahren hat sie davon geträumt, mit ihrem Mann hierherzukommen. Nun ist sie ohne ihn hier, am Tiefpunkt ihres Lebens, fest entschlossen, sich ein letztes Mal etwas zu gönnen, bevor sie mit allem Schluss macht. Dumm nur, dass sie ausgerechnet der Braut in die Quere kommt. Die hat jedes Detail und jede denkbare Katastrophe sorgfältig einkalkuliert - mit einer Ausnahme: Phoebe und deren Vorhaben. Als sich ihre Wege kreuzen, gerät alles aus dem Takt, und es setzt etwas in Gang, das keine von ihnen erwartet hat.


Über Alison Espach:

Alison Espach wuchs in Trumbull, Connecticut, auf, wo sie den Großteil ihres Lebens verbrachte. Sie erwarb ihren Bachelor-Abschluss am Providence College und ihren Master in Kreativem Schreiben an der Washington University in St. Louis. Ihre Texte wurden in FIVE CHAPTERS, GLAMOUR, SALON, THE DAILY BEAST, WRITER'S DIGEST und anderen Zeitschriften veröffentlicht.


Und, wie hat es mir gefallen?

Ich war ja ziemlich gespannt auf dieses Buch, denn wie die Hauptfigur mag auch ich Geschichten über Hochzeiten sehr gern. So ganz erfüllen konnte das Buch meine Erwartungen aber nicht- war mir irgendwie zu Ostküsten-Upperclass-Akademiker-Schwulst-Lastig. Obszön reiche Braut und ihre nicht weniger wohlhabende Verwandtschaft-to-Be treffen auf ein Professoren-Ehepaar von einer Ostküsten-Uni - oergs...

Ich mochte irgendwie keine der Figuren so richtig gern, und die Geschichte ist zwar ganz nett erzählt, das Ende ist ein bissle unerwartet - aber so wirklich vom Hocker gehauen hat es mich auch nicht.

Ich bin ganz gut durchgekommen und es war ok zu lesen - aber wie gesagt, es war insgesamt etwas "drüber" für mich und sehr, sehr, sehr amerikanisch. Vielleicht hätte es mir besser gefallen, wenn ich mich in der amerkanischen resp. englischsprachigen Literaturgeschichte besser ausgekannt hätte und außer Jane Eyre auch was von Virginia Woolf oder Edith Wharton gelesen hätte - so habe ich die diversen Zitate und Referenzen eher als nerviges, bildungsbürgerliches Name-Dropping empfunden.

Ich vergebe mal 3 Sterne - aber so richtig überzeugt hat mich das Buch nicht. Ich bin nur froh, dass ich es aus der Onleihe hatte und kein Geld dafür ausgegeben habe. Mal wieder eine Empfehlung aus dem 2-Seiten-Podcast, die den beiden Hosts gefallen hat, mir aber eher nicht.

So, jetzt Du: Hat Dich in letzter Zeit ein Buch enttäuscht, von dem Du dachtest, es müsste Dir eigentlich gefallen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 24. Juni 2026

Rezension: Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly

Ich weiß gar nicht mehr, über wen ich auf dieses Buch gestoßen bin - Sarah-Sophie vielleicht? War ok, aber obwohl ich eigentlich Bücher mag, die in den Zeitebenen springen, fand ich es hier recht schwer, mich zu orientieren....

Bibliographische Daten: 

Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly * >>

mareverlag, 352 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3866487487


Klappentext:

Schottland, Winter 1900. Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?


Über Julia R. Kelly:

Julia R. Kelly ist Schriftstellerin, Englischlehrerin und Mutter von fünf Kindern. Sie lebt in Herefordshire und schätzt, seit sie im Rollstuhl sitzt, die Reisen, auf die uns das geschriebene Wort führen kann, noch mehr. Ihr Debütroman Das »Geschenk des Meeres« war auf der Longlist für den Mslexia Novel Prize, den Exeter Novel Prize, PenguinWriteNow und den Bath Novel Award, wurde mit dem Blue Pencil First Novel Award ausgezeichnet und in zehn Sprachen übersetzt.


Und, wie hat es mir gefallen?

Hm. Ich schwanke, ob es für 4 Sterne reicht oder ob es eher 3.5 sind.... Ich bin etwas schwer reingekommen in dieses Buch, denn obwohl ich es EIGENTLICH sehr mag, wenn Bücher in den Zeitebenen springen, hatte ich Schwierigkeiten, mich zu orientieren - waren wir jetzt in der Vergangenheit oder in der Gegenwart? Das ist auch bis zum Ende nicht wirklich besser geworden, aber so ab etwa 2/3 war ich dann besser "drin" und das Buch nahm etwas Fahrt auf.

Das Setting - eine einsame schottische Insel, mitten im tiefsten Winter, eingeschneit und im Schneesturm, zumindest im Gegenwarts-Strang - hätte toll sein können, aber ich fand es ziemlich deprimierend. Nicht nur wegen des grauen Wetters, auch wegen der harten Bedingungen, denen die Figuren, vor allen die Frauen, ausgesetzt sind: Häusliche Gewalt, unerfüllter Kinderwunsch, die Abhängigkeit der Frauen von ihren (oft gewalttätigen) Männern - war jetzt alles nix, was "Happy" macht.

Im Klappentext wird erwähnt, dass das Buch 1900 spielt - ich weiß nicht, woran das festgemacht wird. Es ist schon klar, dass das zu einer Zeit vor Autos und Telefonen spielt, aber ob es jetzt 1900 oder 1850 war, hätte ich aus dem Inhalt nicht entnehmen können - oder hab ich was überlesen?

Dabei gab es schon kurze Szenen, die fast ein bissle "cozy" waren - der Tanzabend, die Gespräche im Laden oder auch die Strickzusammenkünfte. Wie genau die Geschichte zusammenhängt, war mir wirklich erst im allerletzten Viertel klar. 

Vorher habe ich immer überlegt, ob es vielleicht magischen Realismus gibt und das Kind wirklich zurückgekehrt ist - okay, das ist jetzt vielleicht ein kleiner Spoiler, aber nein: Kein magischer Realismus, es sei denn, Du verstehst die Beschreibung der Szene, in der ganz am Schluss beschrieben wird, was wirklich mit Moses geschah, schon als solchen.

Es gab schon einige Figuren, die ich sehr mochte - Joseph, natürlich, Mrs. Brown vom Laden und auch William. Mit Dorothy habe ich ein bissle gefremdelt, von Agnes hätte ich gern noch etwas mehr erfahren. 

Wenn ich mir das jetzt so angucke - ich denke, es reicht doch für 4 Sterne, auch wenn das jetzt nicht das tollste Buch ist, das ich je gelesen habe.

So, jetzt Du: Kennst Du das Buch? Oder was Ähnliches? Hat es Dir gefallen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 17. Juni 2026

Rezension: Mord bei Schietwetter von Manuela Sanne

Ich mag ja die "Strick-Krimis" von Maggie Sefton oder Sally Goldenbaum recht gern, also habe ich mir diese Reihe einer deutschen Autorin mal angesehen - war ok, das Richtige für Zwischendurch, würde ich sagen.

Bibliographische Daten: 

Mord bei Schietwetter von Manuela Sanne * >>

between pages by Piper, Taschenbuch, 248 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3492508561


Klappentext:

In Norddeich ist die Welt noch in Ordnung – davon ist Sefa Pannkok überzeugt und genießt mit ihrem Kater den Ruhestand im ostfriesischen Küstendorf ihrer Kindheit. Doch mit den behaglichen Tagen zwischen Lesen und Stricken ist es jäh vorbei, als ihre Freundin Conni umgebracht wird. Die nette Inhaberin eines Woll-Lädchens war zusammen mit drei anderen Damen und dem pensionierten Kriminalkommissar Derk Mitglied in Sefas Strickzirkel. Ab sofort ruhen die Nadeln, denn Ermittlungen gehen vor! 


Über Manuela Sanne:

Manuela Sanne wuchs in Höxter an der Weser auf. Mit Anfang zwanzig zog sie ins Bergische Land, wo sie seither mit ihrer Familie lebt. Sie arbeitete viele Jahre im Buchhandel, bis sie sich 2010 als Schriftstellerin und Werbetexterin selbstständig machte. Als Autorin humorvoller Nordsee-Krimis verbindet sie drei große Leidenschaften: Bücher, Schreiben und die Nordseeküste als liebstes Urlaubsziel. 


Und, wie hat es mir gefallen?

War ein Tipp von einer Strickpodcasterin, und wenn auch das Mordopfer einen Handarbeitsladen geführt hat, kommt Stricken eher am Rande vor. War aber nicht schlimm, der "Krimi" war trotzdem ganz nett. Klar erwarte ich bei so einem Cozy keine nagelbeißende Spannung oder Splatter-Horror, aber die Story war ganz nett erzählt und nicht zu vorhersehbar. Mich hat allerdings die eine Figur, die nur auf Plattdeutsch kommunizieren kann, etwas genervt. Wenn Du das gerne magst, trägt es sicher zum "Lokalkolorit" bei, mich hat es wie gesagt genervt und das Buch unnötig schwer lesbar gemacht.

Ein bissle ein Geschmäckle hatte es auch, dass der pensionierte Kommissar nie mitstrickt, sondern einfach nur seinem Love-Interest näher sein will, die Damen des Strickkreises werden vom Polizeipersonal insgesamt nicht ganz für voll genommen - zu Unrecht, würde ich sagen, denn bis auf die Plattdeutsche (Du merkst, die habe ich gefressen...) sind die eigentlich alle ganz clever.

Ist also nicht unbedingt ein klassischer Strickkrimi, dafür wird zu wenig gestrickt, aber lässt sich gut lesen. Ich werde in der Reihe weiterlesen und vergebe knapp 4 von 5 Sternen.

So, jetzt Du: Liest Du "Handarbeitskrimis"? Wenn ja, welche kannst Du mir empfehlen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 10. Juni 2026

Rezension: Monstergott von Caroline Schmitt

Ich fand das Thema interessant, seit ich bei "2 Seiten" von dem Buch gehört habe. Nachdem ich es jetzt gehört habe, weiß ich nicht so recht - 5 Sterne sind's definitiv nicht, aber eher 3 oder 4? Ich weiß nicht so recht....

Bibliographische Daten:

Monstergott von Caroline Schmitt * >>

Spieldauer:6 Stunden und 32 Minuten

Gesprochen von Flemming Stein, Miriam Schiweck

Hörbuch Hamburg Verlag, ungekürzte Ausgabe

ASIN B0FFBGHZ1R


Klappentext:

Eigentlich haben Ben und Esther alles, was sie brauchen: eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und wichtige Funktionen in ihrer Gemeinde – dem göttlich funkelnden Safespace, in dem der Pastor teure Sneaker trägt, seine Frau Highlights aus der Predigt auf Instagram teilt und Gott uns so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, und so weiter. Doch Ben hat ein Problem, das zwischen ihm und seinem göttlichen Vater steht. Niemand weiß davon, nicht mal seine Schwester Esther. Je verzweifelter er sich aus den Fängen der Sünde befreien will, desto mehr tyrannisiert sie sein Leben. Esther hat ihr Leben lang gelernt, dass sich die Frau unterordnet. Das steht in der Bibel. Das ist Gottes Wille. Aber sie will endlich ernstgenommen werden als eigenständiger Mensch und als Musikerin. Als sie einen verlorengeglaubten, aber nie vergessenen Menschen von früher wiedertrifft, spürt sie einen Hunger nach der Welt da draußen, die gar nicht so verdorben wirkt. 


Über Caroline Schmitt:

Caroline Schmitt, Jahrgang 1992, studierte Journalismus an der University of the Arts London. Sie lebt in Berlin und arbeitet als freie Journalistin für Deutschlandfunk Kultur und die Deutsche Welle. 2023 erschien ihr literarisches Debüt Liebewesen.


Und, wie hat es mir gefallen?

Das Buch wurde bei 2 Seiten besprochen, und das Thema fand ich interessant, also habe ich es als Hörbuch gehört. War ok, aber irgendwie hätte man da mehr daraus machen können, glaube ich. Die Geschichte wurde abwechselnd von Esther und Ben erzählt, zwei Geschwistern, die in einer evangelikalen Freikirche aufgewachsen sind und da auch sehr engagiert sind. Ich fand es deshalb gut, dass auch das Hörbuch abwechselnd von einer männlichen und einer weiblichen Stimme gesprochen wird. Beide machen ihren Job ordentlich, eher gut als schlecht, aber jetzt auch nicht so gut, dass das meine unbedingten Lieblings-Hörbuchsprecher werden müssten.

Ihr ganzes soziales Leben dreht sich um die Kirche, sie spielen in der Band, leiten Hauskreise, Gebetsgruppen, Freizeiten... Dabei würde Esther gerne mehr Verantwortung übernehmen, aber mit Frauen in Führungspositionen tut sich diese Gemeinde, vor allem der ansonsten jung-dynamisch Pastor, schwer, da wird sie immer wieder ausgebremst.

Ben kämpft unterdessen mit privaten Problemen - er würde so gern die Frau fürs Leben finden und heiraten, schafft das aber nicht und hadert sehr mit sich. Er geht zu dubiosen Therapeuten und "Männlichkeits-Seminaren" und vermisst seinen Freund Noah, der vor Jahren plötzlich aus der Gemeinde ausgeschieden ist.

Außerdem erfahren wir die Geschichte von Esthers Freundin Hannah, die heiratet und mit ihrem Eheleben ganz schön hadert. Etwa nach 2/3 des Buches gibt es einen ziemlichen "Twist", den ich so nicht habe kommen sehen, der aber dazu führt, dass sowohl Esther als auch Ben über ihr Engagement in der Gemeinde sehr ins Grübeln geraten.

Ich fand gut, dass es kein stumpfes "Kirchen-Bashing" gibt - ich konnte gut nachvollziehen, warum sich beide so schwer damit tun, sich von der Gemeinde zu distanzieren. Schließlich sind sie damit aufgewachsen, ihre gesamte Familie ist dort - die Eltern sind sogar Gründungsmitglieder. Vor allem Esther sieht sich auch weiter als Christin, betet regelmäßig und sagt auch oft, dass sie das weiter tun will.

Vielleicht wäre es besser gewesen, den "Twist" etwas früher einzuführen, dann hätte die Entwicklung etwas länger erzählt werden können. Wobei Esther an einer Stelle sagt, dass die Entwicklung bei ihr sicher schon vor Jahren begonnen hat. Insgesamt hat es mir aber gut gefallen, ein interessantes Thema, gut umgesetzt.

Ich habe mich dann also doch für knapp 4 von 5 Sternen entschieden.

So, jetzt Du: Kennst Du ein Buch in einem ähnlichen Setting? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 3. Juni 2026

Rezension: Was Wanda will von Lena Hach

Zwischendurch lese ich ganz gerne mal ein Kinderbuch - und dieses hat mir wirklich gut gefallen, das ist nicht nur was für kleine Menschen so ab 8-10, sondern auch für "Ausgewachsene"!

Bibliographische Daten:

Was Wanda will von Lena Hach * >>

mixtvision-Verlag, 192 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3958542565


Klappentext:

Wanda will nur Eines: den signierten und wahnsinnig wertvollen Tennisball von Mr. B. Dumm nur, dass dieser in einer Vitrine liegt, die strengstens gesichert ist. Was tun? Unter ihren Mitschülern findet sie fünf Mitstreiter. Zusammen bilden sie ein sechsköpfiges Team, in dem jeder mindestens eine herausragende Fähigkeit hat. Und dann nimmt der meisterhaft geplante Diebstahl seinen Lauf ... Lena Hachs Plan, im Kinderkrimi einen echten Coup zu landen, ist perfekt aufgegangen: Ihr Sinn für Humor und Situationskomik, ihr liebevoller Blick für Außenseiter und ihre große Erzählkunst machen diesen rasanten Ganoven-Krimi zu mehr als einer spannenden Unterhaltung.


Über Lena Hach:

Lena Hach wurde 1982 in Hessen geboren. Sie besuchte eine Schule für Clowns, studierte anschließend Anglistik, Germanistik und Kreatives Schreiben. Sie arbeitete zu- nächst als Journalistin und widmete sich dann der Kinder und Jugendliteratur. Inzwischen sind zahlreiche Bücher von Lena Hach bei Mixtvision erschienen, beispielsweise das weihnachtliche Vorlesebuch »Leander Linnens Wunderladen«, die Kinderreihe »Mission Hollercamp« sowie die Jugendbücher »Grüne Gurken« und »Popcorn süß-salzig«.


Und, wie hat es mir gefallen?

Was für ein cooles Kinderbuch! Oceans Eleven für Kinder mit der Botschaft, dass ein Team umso besser ist, je diverser und unterschiedlicher die Teammitglieder sind. Wanda ist neu in der Schule und beginnt ziemlich schnell, hauptsächlich aus den Sonderlingen und Außenseitern ein Team zusammenzustellen. Ein Kind kann gut malen, eines ist supersportlich, eines schwätzt die Leute schwindlig und eines ist einfach besonders unauffällig.

Die Kapitel sind sehr kurz und enden nicht selten mit einem kleinen Cliffhanger, aber den hätte es gar nicht gebraucht, dass ich unbedingt immer weiterlesen wollte. Natürlich läuft der Coup nicht glatt, aber wie das Team die verschiedenen Hindernisse überwindet und zu einem echten Team zusammenwächst, fand ich ganz toll erzählt. Und ja, spätestens nach dem ersten Drittel war mir schon klar, welche Position Wanda hier einnimmt und warum sie soviele Insider-Infos hat - macht aber nix, es war trotzdem spannend zu lesen1 Würde ich definitiv an kleine Menschen ab 8 oder so verschenken, ist aber auch für Erwachsene ein echter Spaß!

Ich vergebe 5 von 5 Sternen!

So, jetzt Du: Welche Kinderbücher - außer Harry Potter - haben Dir auch als Erwachsene gut gefallen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 27. Mai 2026

Rezension: Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall

Über das Buch hatte ich schon viel Gutes gehört, aber als meine Vormerkung bei der Onleihe fällig war, war ich eigentlich gerade nicht so recht in Stimmung, es zu lesen. Zum Glück habe ich's trotzdem getan - es waren 5 Sterne!

Bibliographische Daten:

Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall * >>

Piper Taschenbuch (erscheint im Oktober 2026), 400 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3492069908


Klappentext:

Als Siebzehnjährige verliebt sich Beth in den schönen und klugen Gabriel. Am Ende eines leidenschaftlichen, flirrenden Sommers jedoch zerbricht ihr Glück. 13 Jahre später lebt Beth glücklich mit ihrem Mann auf einer Farm. Sie kümmern sich aufopferungsvoll um Land und Tiere und genießen ihre noch immer große Liebe. Doch dann kehrt Gabriel mit seinem Sohn Leo in das Dorf zurück und reißt alte Wunden auf. Beth hat einen Sohn verloren – damals war er so alt, wie Leo jetzt. Ihre Gefühle brechen mit Wucht über sie herein, und sie trifft eine Entscheidung, die verheerende Folgen hat. Ein Mensch wird sterben, und ein anderer wird dafür büßen. Doch wer wirklich die Schuld trägt, bleibt bis zum Schluss das große Geheimnis dieses herausragenden Romans.


Über Clare Leslie Hall:

Clare Leslie Hall ist eine Bestsellerautorin und Journalistin. Mit ihrer Familie lebt sie in der betörenden Wildnis von Dorset, England. Dort spielt auch ihr überragender Roman, mit dem sie sich noch einmal ganz neu erfindet. Er erscheint weltweit in 30 Ländern und sorgt bereits vor seinem Erscheinen für Furore.


Und, wie hat es mir gefallen?

Hah - das war doch mal wieder ein Buch nach meinem Geschmack! Wobei ich anderen Rezensenten zustimmen würde - es ist schwer in ein Genre einzuordnen... Ja, es gibt eine - oder eigentlich gleich drei- Liebesgeschichten. Aber es hat auch sehr viele Spannungselemente und ist supergut erzählt - nicht linear, nämlich, das liebe ich ja eh sehr! Gleich zu Anfang erfahren wir, dass ein geliebter Mann der Hauptfigur vor Gericht steht - aber wir wissen sehr lange nicht, wer das ist und auch nicht, wer das Opfer der Tat ist, die da verhandelt wird.

Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln aus Sicht der Hauptfigur Claire erzählt, wie gesagt, nicht linear und auf mehreren Zeitebenen. In der frühesten Ebene erfahren wir, wie Beth und Gabriel sich kennenlernen und in Liebespaar werden. In einer zweiten Ebene erfahren wir, wie das Leben von Beth und Frank mit ihrem Sohn Bobby war, von dem wir sehr früh wissen, dass er mit 9 Jahren verstorben ist, aber sehr lange nicht, was zu seinem Tod geführt hat.

In der dritten Ebene sind wir Jahre nach Bobbies Tod, als Gabriel nach einer Zeit weg vom elterlichen Landsitz wieder nach Hause kommt und dabei seinen Sohn Leo mitbringt.

Und dazwischen werden immer kurze Episoden geschoben, in den kurze Einblicke in den Prozess gegeben werden.

Ich habe es seeeehr gern gelesen, ich liebe ja so nicht-lineares Erzählen und hatte deswegen ein bissle Joel Dicker Vibes- wobei die Liebesgeschichte(n) schon stärker sind als die Spannungselemente. Ich mochte die Figuren sehr, auch wenn Frank vielleicht einen Tick zu rosarot ist und ich nicht ganz nachvollziehen konnte, warum Beth ein sehr wichtiges Thema lange nicht mit Gabriel, sondern nur mit seiner (fürchterlich bösen!) Mutter bespricht. Diese Mutter war dann vielleicht ein bissle eindimensional fies, aber so eine große Rolle hat sie auch nicht. Bobbies Großvater verschwindet irgendwie - oder habe ich überlesen, wie und wann der gestorben ist? Den mochte ich auch sehr.

Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, ich vergebe 5 Sterne und gucke mir die weiteren Bücher der Autorin auch noch an.,

So, jetzt Du: Kannst Du mir - außer Joel Dicker - noch andere Bücher empfehlen, die nicht-linear erzählt sind? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 20. Mai 2026

Rezension: Lupus von Tibor Rode

Ich lese Thriller ja nicht mehr so oft, weil sie mir oft zu grausam sind. Dieser war mal ein Tipp bei einer eat-read-sleep-Buchladen-Folge, und da meine Vormerkung bei der Onleihe fällig war, habe ich ihn halt gelesen - was soll ich sagen - ich fand's ziemlich gut!

Bibliographische Daten:

Lupus von Tibor Rode * >>

Droemer Taschenbuch, 480 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3426309181


Klappentext:

Ohne jede Spur verschwinden nachts Jäger auf der Pirsch – so auch der Vater von Tierärztin Jenny Rausch. Zeitgleich häufen sich Angriffe scheinbar wild gewordener Wölfe in deutschen Wäldern. Die Kameras auf einem eigens eingerichteten und von KI gesteuerten Schutzzaun zeichnen seltsame Daten auf, was Staatsanwalt Frederik Bach auf den Plan ruft. Sind die vermissten Jäger tatsächlich Wölfen zum Opfer gefallen oder hat man es mit Mord zu tun? Staatsanwalt Bach und Jenny geraten in einen Strudel aus Ereignissen, die Verbrechen während der Nazi-Zeit, eines der bestgehüteten Geheimnisse der DDR-Diktatur  und ein Familiendrama miteinander verknüpfen. Antworten finden die beiden schließlich in Jennys eigener Vergangenheit – und auf der gefährlichsten Insel der Welt.


Über Tibor Rode:

Tibor Rode, 1974 in Hamburg geboren, lebt in Schleswig-Holstein. Er studierte Rechtswissenschaften und arbeitete erst als Journalist, später als Justiziar für eine große Tageszeitung. Heute ist er als Anwalt und Notar tätig. Große gesellschaftliche Fragen und wissenschaftliche Themen wecken sein Interesse und inspirieren ihn zu ebenso spannenden wie raffinierten Geschichten. Seine Thriller sind weltweit in vielen verschiedenen Ländern erschienen.


Und, wie hat es mir gefallen?

Ein guter Thriller, nicht zu grausam, obwohl es durchaus jede Menge Tote und Verletzte gibt, aber zum Glück wird auf die detaillierte Beschreibung, wie die einzelnen Menschen zu Tode kommen, verzichtet. Es gibt sehr viele - vielleicht ein paar zu viele - Figuren, und wie die alle zusammenhängen, ist mir erst sehr nach und nach klar geworden.

Die Auflösung war dann aber stimmig und das Buch lies sich gut und schnell lesen. Die einzelnen Kapite enden oft mit Cliffhangern, so dass ich immer wissen wollte, wie es weiter geht.

Einzig die Love Story fand ich ein bissle "drüber" - hätte ich jetzt nicht wirklich gebraucht, und sie ging mir auch ein bissle unrealistisch schnell - da wäre weniger mehr gewesen.

Aber ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, ich werde mir sicher noch weitere Bücher des Autors anschauen und würde das Buch Leuten empfehlen, die gerne nicht zu grausame, aber trotzdem spannende Thriller lesen. Wer ein Fan von Hunden und / oder Wölfen ist - hm, ich weiß nicht, ob ich das dann wirklich empfehlen kann, denn es gibt schon einiges an Tierleid- wenn Du da empfindlich bist, ist dieses Buch vielleicht eher nix für Dich.

So, jetzt Du: Welche (nicht zu blutigen) Krimis und Thriller kannst Du mir empfehlen? Schreib es doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 13. Mai 2026

Rezension: Im Leben nebenan von Anne Sauer

Ich hatte noch ein paar Hörstunden bei Bookbeat übrig, und dieses Buch war nicht so lang. Das Thema "Was wäre, wenn..."? finde ich generell immer interessant, also habe ich's gehört. War ok, aber nicht so ganz meins.

Bibliographische Daten:

Im Leben nebenan von Anne Sauer * >>

Spieldauer: 6 Stunden und 19 Minuten

Sprecherin: Chantal Busse

Hörbuch Hamburg Verlag, ungekürzte Ausgabe

ASIN B0F9L3263K


Klappentext:

Eines Morgens erwacht Toni nicht wie gewohnt neben ihrem langjährigen Freund in ihrer kleinen Altbauwohnung, weil die Dielen knarren und die Nachbarn viel zu laut sind. Nein. Zu ihrer Verwunderung befindet sie sich in einer großzügig geschnittenen Wohnung. Alles hell, ordentlich, teuer eingerichtet. Und der Blick aus dem Fenster? Seltsam vertraut. Antonia versteht: Sie ist wieder in dem Dorf ihrer Kindheit. Nach und nach erfährt sie, dass sie hier ein beschauliches Leben führt, bürgerlich geordnet, mit Auto vor der Tür, Schwiegermutter nebenan und Kind auf dem Schoß. Kind auf dem Schoß? Antonia kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ist das etwa ihr Baby? Und der Vater dazu? Offenbar ihre erste große Liebe – ein Mann, den sie nie ganz vergessen konnte.


Über Anne Sauer:

Anne Sauer (* 1989 in Aschaffenburg) ist eine deutsche Schriftstellerin und Literaturvermittlerin. Ihr 2024 erschienenes Sachbuch Look What She Made Us Do: Über Taylor Swift sowie ihr 2025 erschienener Debütroman Im Leben nebenan standen beide auf der Spiegel-Bestsellerliste.Anne Sauer hat Buchwissenschaft und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert. Nach dem Studium absolvierte sie eine Ausbildung in Werbetext und Konzeption an der Hamburg School of Ideas. Von 2015 bis 2020 arbeitete sie als Texterin in Hamburger Werbeagenturen. Sie beschäftigt sich publizistisch mit aktueller Gegenwartsliteratur, unter anderem im Podcast „Monatslese“, den sie von 2020 bis 2024 gemeinsam mit Tina Lurz moderierte.[1] Sie ist Mitglied verschiedener Literaturjurys und lebt in Hamburg.


Über die Sprecherin, Chantal Busse:

Chantal Busse ist Sprecherin und Schauspielerin. Schon während ihres Studiums an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart stand sie regelmäßig für den SWR und Arte vor dem Mikrofon. Neben ihrer Arbeit am Mikrofon ist sie Teil von Lesungen, Live-Hörspielen und freien Theater-Performances.


Und, wie hat es mir gefallen?

Hm. Irgendwie komisch. Aber schon interessant, mal was anderes. Frau erfährt ziemlich viel über die Leiden im Leben mit kleinen Kindern und auch über die Leiden bei einer Kinderwunschbehandlung. Über die Freuden als Mutter und über die Freuden des Lebens ohne Kinder bekommt man aber weniger mit.

Insgesamt also ein eher düsteres, trauriges Buch - ein bissle mehr Licht im Tunnel hätte ich schön gefunden. Dieser Blick auf das Leben mit und ohne Kinder war aber schon interessant, denn wenn wir ehrlich sind, wird ja doch meist eher auf die schönen Seiten fokussiert.

Muss ich das jetzt als Frau ohne Kinderwunsch, jenseits der Familiengründungsphase, dringend lesen? Nee, eher nicht. Würde ich es jüngeren Frauen empfehlen? Vielleicht....

War jetzt eher so "Mäah" für mich, ich hab's bei Bookbeat als Hörbuch gehört (gelesen war es aber sehr gut). 

Ich vergebe knapp 3 von 5 Sternen - nicht wirklich mein Thema, nicht wirklich mein Schreibstil, aber mal was anderes. Kann frau lesen, muss aber nicht

So, jetzt Du: Wann hast Du zuletzt ein Buch gelesen, das nicht so wirklich Deins war? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 6. Mai 2026

Rezension: Ich bleibe hier von Marco Balzano

 Wie vermutlich viele, die gerne in den Alpen wandern, sind wir schon am Reschensee vorbeigefahren, aus dem der Kirchturm ragt, den man auch auf dem Buchcover sieht. Und natürlich haben wir auch das entsprechende Foto gemacht. Über die Geschichte des Stausees wusste ich aber so gut wie gar nichts, und auch, wenn mir das Buch nicht supergut gefallen hat - DAS zumindest hat sich geändert.

Bibliographische Daten:

Ich bleibe hier von Marco Balzano * >>

Spieldauer: 5 Stunden und 57 Minuten

Sprecherin: Dominique Lüdi

Diogenes Verlag AG, Hörbuch, ungekürzte Ausgabe

ASIN B08PKGZZ5T


Klappentext:

Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol - doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand - mit Leib und Seele.


Über den Autor, Marco Balzano:

Marco Balzano (* 6. Juni 1978 in Mailand) ist ein italienischer Schriftsteller und Dozent. Marco Balzano wurde in Mailand geboren, wo er als Literaturlehrer arbeitet. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. 2018 wechselte er den Verlag und veröffentlichte Resto qui, seinen vierten Roman, bei Einaudi; das Buch belegte den zweiten Platz beim Premio Strega und gewann zahlreiche Preise, darunter den Premio Mario Rigoni Stern und den Premio Bagutta. Das Buch wurde ins Französische übersetzt, wo es 2019 als Je reste ici den Prix Méditerranée Étranger gewann, ins Deutsche ("Ich bleibe hier"), wo es in wenigen Monaten hunderttausend Mal verkauft wurde, und in achtundzwanzig weitere Länder.


Und, wie hat es mir gefallen?

Hm. Ich weiß nicht, ob es nur daran liegt, dass ich mit der Hörbuch-Sprecherin gefremdelt habe. Die ist Schweizerin, und das hört man - jetzt nicht heftig, aber ich finde, sie spricht hin- und wieder etwas sehr bemüht Hochdeutsch, und das passt aus meiner Sicht nicht zu Trina.

Aber auch die Geschichte selbst war für mich sehr düster. Das liegt sicher zum Teil auch daran, dass man von Anfang an weiß, dass der Staudamm gebaut werden wird. Allerdings ist der Kampf gegen den Staudamm eigentlich eher im letzten Drittel des Buches ein Thema, vorher geht es eher um die Probleme, die die deutschsprachigen Einwohner unter den Faschisten und später dann unter den Nazis hatten.

Aber auch das ist natürlich nicht gerade ein Feel-Good-Thema. Mit Ausnahme der ganz frühen Begegnungen mit Barbara und dann kurz darauf mit ihrem Mann passiert nicht wirklich viel Gutes in diesem Buch, wenn Du also gerade vielleicht nicht so gut drauf bist, solltest Du dieses Buch eher nicht lesen.

Trotzdem fand ich es interessant - über die Geschichte Südtirols habe ich vorher ganz genau Null gewusst, obwohl ich da durchaus schon mal im Wanderurlaub war und (natürlich) auch das obligatorische Foto vom Kirchturm gemacht habe.

Ich habe dieses Buch in einer Leserunde gelesen, wir sprechen aber erst in der Woche nach Ostern darüber. Ich bin schon gespannt, wie es meinen Mitlesern gefallen hat.

Im Moment würde ich eher 3 von 5 Sternen vergeben.

So, jetzt Du: Hast Du schon einmal ein Buch zu einem Thema gelesen, dass Dich eigentlich interessiert, dass Dich dann aber doch nicht so ganz überzeugen konnte? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 29. April 2026

Rezension: Der Hypnotiseur von Jakob Hein

Ich habe dieses Jahr Lesekreise a.k.a. Buchclubs für mich entdeckt. Dieses Buch war das erste, das ich im örtlichen Literaturkreis mitgelesenhabe. Hätte ich ohne die Anregung nie gelesen, aber es hat mir echt gut gefallen.

Bibliographische Daten:

Der Hypnotiseur von Jakob Hein * >>

KiWi-Taschenbuch, 208 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3462005189


Klappentext:

Das untere Odertal in den Zeiten des Sozialismus. Als Micha nach seinem Ausschluss vom Psychologiestudium in das Haus seiner Großmutter zieht, kommen neue Leute ins Dorf – Künstler und Studenten, in erster Linie junge Frauen. Schillernde Gerüchte tauchen auf. Eine Sekte sei am Entstehen – und organisiere Westreisen! Tatsächlich hat Micha eine Gabe: Er kann Menschen hypnotisieren und ihnen so ihren Traum von Frankreich oder Kalifornien erfüllen. Aber schon bald stößt sein Unternehmen für Reisen im Kopf an Grenzen der realen Welt.


Über Jakob Hein:

Jakob Hein arbeitet als Psychiater. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter Mein erstes T-Shirt (2001), Herr Jensen steigt aus (2006), Wurst und Wahn (2011), Kaltes Wasser (2016) und Die Orient-Mission des Leutnant Stern (2018). Sein Buch Hypochonder leben länger und andere gute Nachrichten aus meiner psychiatrischen Praxis (2020) stand nach Erscheinen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Zuletzt erschien sein Roman Der Hypnotiseur oder Nie so glücklich wie im Reich der Gedanken im Frühjahr 2022.


Und, wie hat es mir gefallen?

Das Buch spielt in den späten 1980gern am Ende der Welt im Odertal. Jedes der Kapitel wird aus Sicht eines anderen Protagonisten erzählt: Die Nachbarin, eine der ersten Teilnehmerinnen, die Sekretärin der LPG, eine spätere Teilnehmerin...

Es geht um das, was der Klappentext erzählt: Ein "abgebrochener" Psychologiestudent bietet Reisen per Hypnose an  - und da sie da sonst frühestens als Rentner hinreise können, sind das meistens Westreisen. 

Bei der Diskussion im Literaturkreis wurde vermutet, dass Marlene - neben der sich offensichtlich enttarnenden Figur- auch eine Stasi-Mitarbeiterin hätte gewesen sein können. Wäre ich jetzt nicht so drauf gekommen, kann ich mir aber durchaus vorstellen.

Ein weiteres Diskussionsthema war, warum das "Hypnose-Business" nach Öffnung der Grenzen zusammenbricht: Waren es wirklich nur die fehlenden Fotos zum "Angeben"? Denn die Hypnosereisen sind ja immer toll - keine verpassten Flüge, keine überfüllten Busse, kein Gedränge im Konzertsaal. Eine Teilnehmerin trifft sogar Alain Delon persönlich in ihrer Hypnosereise - das hätte sie vermutlich bei einer "normalen" Reise nicht machen können.

Ein Teilnehmer brachte dann noch die Sprache auf die "Generation Instagram", der das bildliche Dokumentiere ihres Lebens so wichtig ist - die wären vermutlich mit einer Hypnosereise nicht zufrieden.

Leider hatten wir niemanden, der in der DDR gelebt hat zu der Zeit, nur einige mit Ost-Verwandtschaft, die von einigen Repressialien berichten konnten, wenn diese Verwandtschaft mal zu Besuch gewesen war.

Das Buch hat mir aber sehr gut gefallen und ich werde definitiv noch mehr von dem Autor lesen. Und die Diskussion im Literaturkreis hat großen Spaß gemacht, da gehe ich sicher noch einmal hin. Leider kann ich am nächsten Termin nicht, weil ich da auf Geschäftsreise bin.

Ich vergebe gute 4 von 5 Sternen.

So, jetzt Du: Welches Buch mit "DDR-Thematik" kannst Du mir empfehlen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 22. April 2026

Rezension: Tage im warmen Licht von Kristina Pfister

Ich habe von der Autorin ja schon das "Sommerbuch" gelesen und gemocht >> , und dieses wurde im Zwei-Seiten-Podcast zum Thema Herbst empfohlen - ja, doch, kann ich unterschreiben, wäre sicher NOCH besser gewesen, hätte ich es im Herbst und nicht im Winter gelesen.

Bibliographische Daten:

Tage im warmen Licht von Kristina Pfister * >>

Fischer Taschenbuch, 384 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3596710154


Klappentext: 

Gemeinsam mit ihrer Teenie-Tochter wagt Maria einen Neustart – in der alten Heimat, im Haus ihrer verstorbenen Großmutter, aber »nur vorübergehend, wirklich …« War sie in der Großstadt auf sich allein gestellt, findet sie auf dem Dorf nicht nur knarzende Fachwerk-Idylle und eine friedliche Landschaft unter gefallenem Laub, sondern auch eine scheinbar zeitlose Gemeinschaft. Doch welcher Schmerz, welche Erfahrungen haben die Frauen hier zusammengeschweißt? Maria möchte die letzten Sonnenstrahlen festhalten, möchte sich eine Scheibe abschneiden von der Kraft und Zuversicht der alten Nachbarin, für ihre Tochter stark sein und ihren Bedürfnissen Gehör verschaffen. Aber dazu muss die Maria von damals ihre Stimme wiederfinden und im Jetzt neuen Mut fassen


Über Kristina Pfister:

Kristina Pfister wurde 1987 in Bamberg geboren und verbrachte schon als Kind zahlreiche schöne Ferientage auf den Campingplätzen Europas. Der Sommer ist für sie am schönsten mit den Füßen im Wasser. Deshalb studierte sie am Bodensee, fährt wenn möglich jedes Jahr ans Meer, und freute sich sehr, als sie 2018 ein Aufenthaltsstipendium im »Baltic Centre for Writers and Translators« auf der Insel Gotland bekam. Wenn sie nicht gerade an einem Strand zeltet oder auf schwedischen Inseln schreibt, lebt und arbeitet sie in Nürnberg.


Und, wie hat es mir gefallen?

Joa, ganz nett . Sehr atmosphärisch, ich konnte das Apfelmus schmecken und das Laub riechen. Von daher würde ich empfehlen, das Buch wirklich im Herbst zu lesen, es gibt viel Halloween-Content (also im Sinne von die gehen verkleidet auf Halloween-Parties).

Die Story - naja, schon vorhersehbar, wer da wen bekommt. Die Figuren mochte ich sehr, vor allem Linni, Martha und ihre Frauengruppe. Die Hauptfigur Maria hat mich aber ein bissle genervt - dieses Rumgeeier - wir gehen zurück nach München - ach doch nicht - wir gehen zurück! - fand ich vor allem gegen Ende etwas bäh.

Und das aus dem traumatisierenden Event in der Jugend so lange ein Geheimnis gemacht wird, hat mich auch genervt - da hätte ich besser gefunden, wenn das früher klar gewesen wäre und mehr Zeit auf die Aufarbeitung des Traumas verwendet worden wäre.

Insgesamt aber ein nettes Buch mit toller Atmosphäre - ich vergebe 4 von 5 Sternen.

So, jetzt Du: Kannst Du mir - jahreszeitlich passend- ein Buch zum Thema Frühling empfehlen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 15. April 2026

Rezension: Atmosphere von Taylor Jenkins Read

 Ich habe ja schon einige Bücher der Autorin gelesen >>, manche fand ich super, manche (im Detail: Carrie Soto fand ich unterirdisch...) habe ich abgebrochen. Dieses Buch tauchte in vielen Highlight-Listen 2025 auf und was soll ich sagen - nach "Für Polina" schon mein zweites 5 Sterne Buch dieses Jahr!

Bibliographische Daten:

Atmosphere von Taylor Jenkins Read * >>

Spieldauer: 11 Stunden und 47 Minuten

Gesprochen von: Sandra Voss

avm Verlag, Hörbuch, ungekürzte Ausgabe

ASIN B0F8VSRSSL


Klappentext: 

Joan Goodwin sieht zu den Sternen auf, seit sie denken kann. Als Professorin für Astrophysik hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, und sie ist glücklich, wenn sie ihrer Nichte abends unter freiem Himmel die Sternbilder erklären kann. 1980 wagt sie den Schritt ihres Lebens: Sie bewirbt sich als eine der ersten Frauen für das Space-Shuttle-Programm der NASA. Mit einer Gruppe aus hoch qualifizierten Piloten, Commanders und Ingenieurinnen beginnt sie die intensive Vorbereitung auf ihren ersten Flug ins All. Während sie ihrem Traum von den Sternen immer näher kommt, geschieht etwas, das Joan nicht erwartet hätte: Sie begegnet der Liebe ihres Lebens. Mit einem Mal stellt sie alles infrage, was sie über ihren Platz im Universum geglaubt hat.


Über Taylor Jenkins Read:

Taylor Jenkins Reid ist die internationale Bestsellerautorin von Die sieben Männer der Evelyn Hugo, Daisy Jones & The Six und Carrie Soto is Back. Ihre Romane sind millionenfach gelesen, in über zwanzig Sprachen übersetzt, werden verfilmt und stürmen zahlreiche Bestsellerlisten. Sie lebt mit ihrer Familie in Los Angeles. 


Über die Sprecherin, Sandra Voss:

Sandra Voss ist eine Hörfunkjournalistin, Sprecherin und Moderatorin. Sie arbeitete 15 Jahre beim bundesweiten Sender Klassik Radio in der Frühsendung, die sie moderierte und redaktionell leitete. Später war sie beim norddeutschen Rocksender Delta Radio als Musikredakteurin und Moderatorin tätig. Voss wirkte außerdem als Sprecherin in Hörbüchern und Filmen mit, vor allem in Dokumentationen für u. a. Arte und 3Sat. 2020 wurde Sandra Voss beim Hörbuch-Streamingdienst »Bookbeat« zur zweitbeliebtesten Sprecherin gewählt.


Und, wie hat es mir gefallen?

Ich habe kurz überlegt, ob ich einen halben Stern abziehen soll, aber nein: Dieses Buch kommt vielleicht nicht ganz an Evelyn Hugo heran für mich, aber es ist nahe genug, um auch 5 Sterne zu bekommen!

Ich habe viel über das Space Shuttle Programm gelernt, aber auch über das Frauenbild der 1980ger. Das ist ja nu noch nicht soooo lange vorbei und ich war damals etwa im Alter von Joans Nichte Francis, habe also durchaus schon etwas mitbekommen.

Ich mochte vor allem die Geschichte um Joans Karrierepläne und ihre Beziehung zu Francis, aber auch die queere Liebesgeschichte habe ich sehr gern gelesen und fand sie toll erzählt. Und das, wo ich jetzt nicht der allergrößte Fan von solchen Liebesgeschichten bin, oft fühlt sich das an nach "Queere Personen sind gerade angesagt, also schreiben wir hier mal eine rein". Das war hier gar nicht so, die Geschichte passt und basiert vermutlich auf der einer realen Person im Space Shuttle Programm.

Wenn es so toll war, warum habe ich dann überlegt, ob ich einen halben Stern abziehe? Zum einen fand ich den Schluss ein bissle zu rosarot - aber ok, da kann ich drüberlesen, ein Happy End ist mir immer lieber als Desaster.

Der zweite Punkt war die Figur der Barbara - die fand ich ein bissle eindimensional, es war für mich nicht nachvollziehbar, warum sie sich so verhält, ich fand sie zu "einfach böse", da hätte ich mir etwas mehr Differenzierung gewünscht.

Insgesamt fand ich es aber toll, auch toll gelesen, und vergebe volle 5 Sterne.

So, jetzt Du: Welches Hörbuch hat Dich zuletzt so richtig begeistert? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 8. April 2026

Rezension: Wohnverwandtschaften von Isabel Bogdan

 Ich bin nicht erst seit "Der Pfau" ein Fan der Autorin >>, auch "Sachen machen" * >>  hat mir vor Jahren sehr gut gefallen. Über dieses Buch bin ich eher zufällig gestolpert, aber auch das hat mich gut unterhalten.

Bibliographische Daten: 

Wohnverwandtschaften von Isabel Bogdan * >>

Kiepenheuer&Witsch, 272 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3462004190


Klappentext:

Constanze zieht nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten in die Wohngemeinschaft von Jörg, Anke und Murat. Was zunächst als Übergangslösung gedacht war, entpuppt sich als zunehmend stabil. Da ist Jörg, dem die Wohnung gehört und der eine große Reise plant; Anke, die als mittelalte Schauspielerin kaum noch gebucht wird und plötzlich nicht mehr die einzige Frau in der WG ist; und Murat, der sich einfach keine Sorgen machen will und dessen Lebenslust auf die anderen mitreißend und manchmal auch enervierend wirkt. Constanze sorgt als Neuankömmling dafür, dass sich die bisherige Tektonik gehörig verschiebt. Alle vier haben ihre eigenen Träume und Sehnsüchte und müssen sich irgendwann der Frage stellen, ob sie eine reine Zweck-WG sind oder doch die Wahlfamilie.


Über Isabel Bogdan:

Isabel Bogdan, *1968 in Köln, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo. Lebt in Hamburg, weil es da so schön ist. Liest, schreibt, übersetzt (u.a. Jane Gardam, Jonathan Safran Foer, Nick Hornby, Jasper Fforde). 2012 erschien ihr erstes eigenes Buch, „Sachen machen“, bei Rowohlt, 2016 der erste Roman, „Der Pfau“, bei Kiepenheuer und Witsch, 2019 folgte der Roman „Laufen“. Vorsitzende des Vereins zur Rettung des „anderthalb“. 2006 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung, 2011 den für Literatur. Bloggerin des Jahres 2014, zusammen mit Maximilian Buddenbohm für das Interviewprojekt „Was machen die da?“


Und, wie hat es mir gefallen?

at mir gut gefallen, wenn es auch nicht für 5 Sterne gereicht hat. Die Geschichte der Wohngemeinschaft wird abwechselnd aus der Sicht der vier Bewohner erzählt. Zwischendrin gibt es immer wieder Kapitel, in denen mehrere Bewohner zu Wort kommen, die sind dann oft wie ein Theaterstück geschrieben (also sowas wie: Jörg betritt den Raum - Jörg: Das Auto ist weg...)

Ist einerseits mal was anderes, andererseits kommt man da nicht so recht in einen Lesefluss. Bei meinen Vor-Rezensenten wird oft angemerkt, dass die Geschichte etwas zu sehr "Friede -Freude-Eierkuchen" ist - ja, könnte man schon sagen, vor allem Murat ist eigentlich immer nur gut drauf und kocht und tut, da wäre es schon hübsch gewesen, wenn er etwas mehr Tiefe bekommen hätte und man mehr von seinen dunklen Tagen erfahren hätte - das kommt nur an einer Stelle eher nebenbei zur Sprache.

Insgesamt mochte ich das Buch aber gerade deshalb, weil es insgesamt recht harmonisch zugeht und es auch irgendwie gut ausgeht, das ist doch zwischendrin auch mal schön. So 100 Seiten mehr wären auch nicht schlecht gewesen, vor allem ab der ersten Hälfte schreitet die Handlung dann sehr zügig voran, da wäre ein bissle weniger Erzähltempo nicht schlecht gewesen.

Hat mir also gut gefallen - nicht so gut wie der Pfau, ist auch eine ganz andere Geschichte, aber trotzdem ein schönes Feel-Good-Buch. Ich vergebe solide 4 von 5 Sternen.

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Mittwoch, 1. April 2026

Rezension: Ein ungezähmtes Tier von Joel Dicker

Ich bin ja eigentlich ein Fan von Joel Dicker >>, aber irgendwie hat er mich dieses Mal nicht so ganz überzeugen können. Ich weiß auch gar nicht so recht, an was es liegt - habe ich ihn irgendwie "über"? Ich weiß nicht...

Bibliographische Daten:

Ein ungezähmtes Tier von Joel Dicker * >>

Spieldauer: 9 Stunden und 56 Minuten

Sprecher: Torben Kessler

OSTERWOLDaudio, Hörbuch, ungekürzte Ausgabe

ASIN B0DLL665KC


Klappentext:


2. Juli 2022: In Genf bereiten zwei Einbrecher den Überfall auf einen Juwelier vor. Doch dieser Raub ist alles andere als zufälliges Verbrechen. Fünf Tage zuvor plant Sophie Braun ein großes Fest anlässlich ihres 40. Geburtstags. Sie lebt mit ihrer Familie in einem großzügigen Haus am Genfer See, das Leben scheint ihr zuzulächeln. Aber die Idylle trügt. Denn ihr Ehemann ist offenbar in kriminelle Machenschaften verstrickt. Ihr Nachbar, ein vermeintlich untadeliger Polizist, spioniert die intimsten Winkel ihres Lebens aus. Und dann offeriert ihr ein Unbekannter ein Geschenk, das sie tief erschüttern wird. Was verbirgt sich hinter der schillernden Fassade des privilegierten Paars? Und was verbindet sie mit dem raffinierten Juwelenraub?


Über Joel Dicker:


Joël Dicker (* 16. Juni 1985 in Genf) ist ein frankophoner Schweizer Schriftsteller. Joël Dicker ist der Sohn einer Buchhändlerin und eines Französischlehrers, er ist sowohl französischer als auch russischer Abstammung. Er wurde 2013 mit dem Roman La Vérité sur l’Affaire Harry Quebert (Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert) bekannt, für den er mehrere Literaturpreise erhielt. Die Novelle Le Tigre war 2005 Dickers literarisches Debüt. 2012 erhielt er für seinen 2010 veröffentlichten ersten Roman Les derniers jours de nos pères (Die letzten Tage unserer Väter) die «Besondere Erwähnung» beim Prix littéraire de l’armée de Terre – Erwan Bergot. 2012 erschien sein zweiter Roman, La Vérité sur l’Affaire Harry Quebert (Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert). Dieses Werk wurde, neben Nominierungen für weitere Literaturpreise, unter anderem mit dem Prix Goncourt des lycéens, dem Grand Prix du Roman und dem Prix littéraire de la Vocation ausgezeichnet. 2015 war Dicker für den SwissAward nominiert.


Über den Sprecher, Torben Kessler:


Torben Kessler, geboren 1975, studierte Schauspiel, Gesang und Tanz an der Folkwang Hochschule Essen. Es folgten Engagements in Düsseldorf, Freiburg, Leipzig, Frankfurt und Hannover. Neben der Bühne ist er auch im Fernsehen und Kino zu sehen, unter anderem spielte er in TV-Serien wie »Tatort«, »SOKO Leipzig« und »Polizeiruf 110« sowie im Kinofilm »Der Baader Meinhof Komplex«. Als Hörbuchsprecher konnte sich Torben Kessler mit Lesungen von Joël Dickers Romanen sowie mit Dave Eggers' »Der Circle« und Hanya Yanagiharas »Ein wenig Leben« einen Namen machen.


Und, wie hat es mir gefallen?


Oergs - ich hab noch gar keine Rezi geschrieben? Na sowas... aaaalso: EIGENTLICH bin ich ja ein großer Fan von Herrn Dicker und EIGENTLICH mag ich auch seine nicht-lineare Erzählweise besonders gern. Das habe ich beides hier wieder bekommen, trotzdem bin ich mit der Geschichte nicht so recht warm geworden. Ich weiß nicht, ob ich so ein großer Fan geworden wäre, wäre dieses mein erstes Buch von Herrn Dicker gewesen.


Dabei ist die Geschichte schon spannend, wie immer in Rückblenden erzählt und mit einigen mehr- oder weniger "unvorhersehbaren" Wendungen. OK, wenn man Dicker kennt, erwartet man ja genau die, aber irgendwie war das dieses Mal für mich ziemlich vorhersehbar.


Die Geschichte spielt - wie schon das Zimmer 200irgendwas - in Genf, was ich eigentlich lieber mag als die Nordamerika-Plots, aber irgendwie bin ich hier keiner der Figuren so richtig nahe gekommen und mochte keine der Figuren. Auch waren es mir dieses Mal einen Tick zu viele - das hat mich ja bei Stephanie Mailer nicht gestört, hier irgendwie schon.


Ich habe es schon wieder recht schnell durchgehört, Torben Kessler liest ganz hervorragend. Ich weiß nicht so recht, woran es liegt - das ist der Dicker, der mir bisher am wenigsten gefallen hat. Trotzdem hat es noch für gute 4 Sterne gereicht und ich werde wohl auch das nächste Buch des Autors wieder hören.


So, jetzt Du: Gibt es eine Lieblingsautoren, dessen Bücher Dir nicht mehr so gut gefallen? Wer ist das? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!


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Mittwoch, 18. März 2026

Rezension: Für Polina von Takis Würger

Dieses Buch tauchte in vielen "Jahreshighlight-Listen" 2025 auf, also habe ich zugegriffen, als es bei Bookbeat verfügbar war. Ich habe es nicht bereut, mein erstes Jahreshighlight 2025!

Bibliographische Daten:


Für Polina von Takis Würger * >>

Sieldauer: 6 Stunden und 44 Minuten

Gesprochen von: Robert Stadlober

Diogenes Verlag AG, Hörbuch, ungekürzte Ausgabe


ASIN B0DLGKZ7T6


Klappentext:

Als er vierzehn ist, verliebt sich Hannes Prager in das Mädchen Polina. Um ihr seine Liebe zu zeigen, komponiert der wundersam begabte Junge eine Melodie, die Polinas ganzes Sehnen und Wünschen umfasst. Doch sein Leben nimmt eine unvorhergesehene Wendung, Hannes hört auf, Klavier zu spielen und seine und Polinas Wege trennen sich. Nach Jahren, in denen er nichts als Leere fühlt, erkennt Hannes: Er muss Polina wiederfinden. Und das Einzige, womit er sie erreichen kann, ist ihre Melodie.


Über Takis Würger:

Takis Würger, geboren 1985, ist Redakteur beim Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«. Im Alter von 28 Jahren ging er nach England, um an der Universität von Cambridge Ideengeschichte zu studieren. Dort boxte er als Schwergewicht für den Cambridge University Amateur Boxing Club und wurde Mitglied in verschiedenen studentischen Klubs.


Über den Sprecher, Robert Stadlober:

Robert Stadlober, geboren 1982 in Kärnten, ist ein erfolgreicher Schauspieler und Hörbuchsprecher. Sein Durchbruch als Schauspieler gelang ihm im Jahr 2000 in der Hauptrolle des Benjamin in »Crazy«, für die er mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet wurde. Neben der Schauspielerei widmet sich Robert Stadlober auch der Musik. Außerdem ist er ein gefragter Hörbuchsprecher.


Und, wie hat es mir gefallen?

Ich habe beschlossen, dass das mein erstes 5-Sterne-Buch ist in 2026. Ist es kitschig? Ja! Ist es "drüber", vor allem auf den letzten 100 Seiten, als es um das "virale Video" geht? Absolut!

Trotzdem habe ich es soooooo gerne gehört!

Die Figuren sind total klasse: Fritzi, Hannes, Polina, ihre Mutter, Heinrich, Bosch, Blau, Giulia... - alle einfach. Und die Geschichte ist auch nicht nur kitschig, ich fand sie rasant erzählt und es gibt genug Wendungen, teilweise auch unerwartet, dass ich immer weiter hören wollte.

Das Hörbuch war auch super gelesen von Robert Stadlober (hab ich jetzt erst nachgeguckt - kein Wunder, dass der den ganz leichten österreichischen Zungenschlag von Heinrich so gut hinbekommt!). Nicht nur die österreichische Färbung ist super, auch der hanseatische Slang von Bosch fand ich sehr gelungen.

Die Geschichte hat mich ein bissle an "Vom Ende der Einsamkeit" erinnert, irgendwie. Insgesamt ein Super-Buch - ich will definitiv noch mehr von Takis Würger lesen oder hören!

Ich vergebe also für dieses erste Jahreshighlight 2026 volle 5 Sterne!

So, jetzt Du: Welches Hörbuch hat Dich in letzter Zeit so richtig "abholen" können?

Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 11. März 2026

Rezension: Hier draussen von Martina Behm

Ich war ein bissle skeptisch und wollte das Buch erst nicht unbedingt lesen - ich kenne und schätze Frau Behms Strickdesigns >>, aber ob die auch Belletristik kann? Katharina von eat-read-sleep fand es auch nicht gut.... - ich aber schon, wirklich gut sogar!

Bibliographische Daten:

Hier draussen von Martina Behm * >>

dtv Verlag, 496 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3423284781


Klappentext:

In Fehrdorf scheinen alle zu wissen, wo sie hingehören. Nur Ingo und Lara, die mit den Kindern von der Großstadt aufs holsteinische Dorf gezogen sind, haben Schwierigkeiten. Vor allem Ingo strapaziert die Pendelei zu seinem Start-Up nach Hamburg. Als er eines Abends eine weiße Hirschkuh anfährt, bringt das die gesamte Dorfgemeinschaft aus dem Gleichgewicht. Denn wer so eine tötet, heißt es, hat nur noch ein Jahr zu leben. Und plötzlich fragen sich auch der Dorfjäger, die Vorzeige-Landfrau und die Überbleibsel einer Öko-WG, ob sie das Landleben wirklich glücklich macht.


Über Martina Behm:

Martina Behm ist ausgebildete Journalistin, hat Volkswirtschaftslehre in Konstanz und Oxford studiert und lebt nach Stationen in Santiago de Chile und Hamburg wieder dort, wo ihre Wurzeln sind: in Schleswig-Holstein. Sie ist international als Strickdesignerin bekannt und Mutter zweier Teenager. ›Hier draußen‹ ist Martina Behms erster Roman.


Und, wie hat es mir gefallen?

Ich war zugegebenermaßen etwas skeptisch, ob das was für mich ist - Frau Behm kenne und schätze ich als Strickdesignerin, aber ob die auch schreiben kann? Turns out: Sie kann!

Eine wirklich interessante Dorfgeschichte in Ostholstein, im fiktiven Dorf Fehrdorf, wo wir neben den Zugezogenen Lara und Ingo auch noch viele weitere Dorfbewohner kennenlernen und immer abwechselnd aus wechselnden Perspektiven das Dorfleben in Fehrdorf erzählt bekommen.

Das war auch gleichzeitig die größte Schwäche des Buches für mich, denn ich hatte schon Schwierigkeiten, mir zu merken, wer jetzt wer ist und mit wem wie verwandt respektive befreundet oder auch nicht, wie alt usw... Da wäre vielleicht ein Personenverzeichnis ganz gut gewesen, so wie bei einem Historienschinken.

Auch bei den Themen wäre vielleicht weniger mehr gewesen - es geht viel um verschiedene Beziehungen, die von Eltern zu Kindern genauso wie die von langjährigen Eheleuten untereinander oder die von langjährigen Fehrdorfbewohnern zu Zugezogenen. Einige Geschichten werden auch in Rückblenden in die 1990ger erzählt, als sich z.B. die "Super-Landfrau" Maggie und ihr Sven kennengelernt haben.

Ich habe die Geschichte sehr gern gelesen, es gibt nur einen halben Stern Abzug für die etwas verwirrende Figurenvielfalt, aber insgesamt vergebe ich gute 4,5 von 5 Sternen und freue mich schon auf weitere Romane von Martina Behm.


So, jetzt Du: Hast Du in letzter Zeit eine neue Autorin für Dich entdeckt? Wer wäre das? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!


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