Mittwoch, 24. Juni 2026

Rezension: Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly

Ich weiß gar nicht mehr, über wen ich auf dieses Buch gestoßen bin - Sarah-Sophie vielleicht? War ok, aber obwohl ich eigentlich Bücher mag, die in den Zeitebenen springen, fand ich es hier recht schwer, mich zu orientieren....

Bibliographische Daten: 

Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly * >>

mareverlag, 352 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3866487487


Klappentext:

Schottland, Winter 1900. Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?


Über Julia R. Kelly:

Julia R. Kelly ist Schriftstellerin, Englischlehrerin und Mutter von fünf Kindern. Sie lebt in Herefordshire und schätzt, seit sie im Rollstuhl sitzt, die Reisen, auf die uns das geschriebene Wort führen kann, noch mehr. Ihr Debütroman Das »Geschenk des Meeres« war auf der Longlist für den Mslexia Novel Prize, den Exeter Novel Prize, PenguinWriteNow und den Bath Novel Award, wurde mit dem Blue Pencil First Novel Award ausgezeichnet und in zehn Sprachen übersetzt.


Und, wie hat es mir gefallen?

Hm. Ich schwanke, ob es für 4 Sterne reicht oder ob es eher 3.5 sind.... Ich bin etwas schwer reingekommen in dieses Buch, denn obwohl ich es EIGENTLICH sehr mag, wenn Bücher in den Zeitebenen springen, hatte ich Schwierigkeiten, mich zu orientieren - waren wir jetzt in der Vergangenheit oder in der Gegenwart? Das ist auch bis zum Ende nicht wirklich besser geworden, aber so ab etwa 2/3 war ich dann besser "drin" und das Buch nahm etwas Fahrt auf.

Das Setting - eine einsame schottische Insel, mitten im tiefsten Winter, eingeschneit und im Schneesturm, zumindest im Gegenwarts-Strang - hätte toll sein können, aber ich fand es ziemlich deprimierend. Nicht nur wegen des grauen Wetters, auch wegen der harten Bedingungen, denen die Figuren, vor allen die Frauen, ausgesetzt sind: Häusliche Gewalt, unerfüllter Kinderwunsch, die Abhängigkeit der Frauen von ihren (oft gewalttätigen) Männern - war jetzt alles nix, was "Happy" macht.

Im Klappentext wird erwähnt, dass das Buch 1900 spielt - ich weiß nicht, woran das festgemacht wird. Es ist schon klar, dass das zu einer Zeit vor Autos und Telefonen spielt, aber ob es jetzt 1900 oder 1850 war, hätte ich aus dem Inhalt nicht entnehmen können - oder hab ich was überlesen?

Dabei gab es schon kurze Szenen, die fast ein bissle "cozy" waren - der Tanzabend, die Gespräche im Laden oder auch die Strickzusammenkünfte. Wie genau die Geschichte zusammenhängt, war mir wirklich erst im allerletzten Viertel klar. 

Vorher habe ich immer überlegt, ob es vielleicht magischen Realismus gibt und das Kind wirklich zurückgekehrt ist - okay, das ist jetzt vielleicht ein kleiner Spoiler, aber nein: Kein magischer Realismus, es sei denn, Du verstehst die Beschreibung der Szene, in der ganz am Schluss beschrieben wird, was wirklich mit Moses geschah, schon als solchen.

Es gab schon einige Figuren, die ich sehr mochte - Joseph, natürlich, Mrs. Brown vom Laden und auch William. Mit Dorothy habe ich ein bissle gefremdelt, von Agnes hätte ich gern noch etwas mehr erfahren. 

Wenn ich mir das jetzt so angucke - ich denke, es reicht doch für 4 Sterne, auch wenn das jetzt nicht das tollste Buch ist, das ich je gelesen habe.

So, jetzt Du: Kennst Du das Buch? Oder was Ähnliches? Hat es Dir gefallen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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