Mittwoch, 6. Mai 2026

Rezension: Ich bleibe hier von Marco Balzano

 Wie vermutlich viele, die gerne in den Alpen wandern, sind wir schon am Reschensee vorbeigefahren, aus dem der Kirchturm ragt, den man auch auf dem Buchcover sieht. Und natürlich haben wir auch das entsprechende Foto gemacht. Über die Geschichte des Stausees wusste ich aber so gut wie gar nichts, und auch, wenn mir das Buch nicht supergut gefallen hat - DAS zumindest hat sich geändert.

Bibliographische Daten:

Ich bleibe hier von Marco Balzano * >>

Spieldauer: 5 Stunden und 57 Minuten

Sprecherin: Dominique Lüdi

Diogenes Verlag AG, Hörbuch, ungekürzte Ausgabe

ASIN B08PKGZZ5T


Klappentext:

Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol - doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand - mit Leib und Seele.


Über den Autor, Marco Balzano:

Marco Balzano (* 6. Juni 1978 in Mailand) ist ein italienischer Schriftsteller und Dozent. Marco Balzano wurde in Mailand geboren, wo er als Literaturlehrer arbeitet. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. 2018 wechselte er den Verlag und veröffentlichte Resto qui, seinen vierten Roman, bei Einaudi; das Buch belegte den zweiten Platz beim Premio Strega und gewann zahlreiche Preise, darunter den Premio Mario Rigoni Stern und den Premio Bagutta. Das Buch wurde ins Französische übersetzt, wo es 2019 als Je reste ici den Prix Méditerranée Étranger gewann, ins Deutsche ("Ich bleibe hier"), wo es in wenigen Monaten hunderttausend Mal verkauft wurde, und in achtundzwanzig weitere Länder.


Und, wie hat es mir gefallen?

Hm. Ich weiß nicht, ob es nur daran liegt, dass ich mit der Hörbuch-Sprecherin gefremdelt habe. Die ist Schweizerin, und das hört man - jetzt nicht heftig, aber ich finde, sie spricht hin- und wieder etwas sehr bemüht Hochdeutsch, und das passt aus meiner Sicht nicht zu Trina.

Aber auch die Geschichte selbst war für mich sehr düster. Das liegt sicher zum Teil auch daran, dass man von Anfang an weiß, dass der Staudamm gebaut werden wird. Allerdings ist der Kampf gegen den Staudamm eigentlich eher im letzten Drittel des Buches ein Thema, vorher geht es eher um die Probleme, die die deutschsprachigen Einwohner unter den Faschisten und später dann unter den Nazis hatten.

Aber auch das ist natürlich nicht gerade ein Feel-Good-Thema. Mit Ausnahme der ganz frühen Begegnungen mit Barbara und dann kurz darauf mit ihrem Mann passiert nicht wirklich viel Gutes in diesem Buch, wenn Du also gerade vielleicht nicht so gut drauf bist, solltest Du dieses Buch eher nicht lesen.

Trotzdem fand ich es interessant - über die Geschichte Südtirols habe ich vorher ganz genau Null gewusst, obwohl ich da durchaus schon mal im Wanderurlaub war und (natürlich) auch das obligatorische Foto vom Kirchturm gemacht habe.

Ich habe dieses Buch in einer Leserunde gelesen, wir sprechen aber erst in der Woche nach Ostern darüber. Ich bin schon gespannt, wie es meinen Mitlesern gefallen hat.

Im Moment würde ich eher 3 von 5 Sternen vergeben.

So, jetzt Du: Hast Du schon einmal ein Buch zu einem Thema gelesen, dass Dich eigentlich interessiert, dass Dich dann aber doch nicht so ganz überzeugen konnte? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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