Freitag, 28. September 2018

Stricken für Deinen Figurtyp: 3 Tipps, wie Du Dich ins rechte Licht strickst

Einer der großenVorteile des Selbermachens ist, dass Du Dir Deine Kleidungsstücke genau passend für Deinen aktuellen Körper machen kannst und dabei keine Kompromisse machen musst wie bei gekaufter Konfektionsware:

Der Pulli wäre perfekt, aber es gibt ihn nicht in Deiner Farbe, sondern nur in leukoplastrosa oder leberwurstgrau? Die Jacke schön, aber in braun wäre sie Dir lieber als in grau und du hättest die Ärmel gern etwas länger?

Wenn Du Deine Klamotten selber strickst, häkelst oder natürlich nähst (was ich leider noch nicht kann), hast Du dieses Problem nicht mehr!

Hier habe ich schon einmal ein paar Tipps gegeben, was Du beim Selbermachen von Oberteilen beachten kannst >>


Heute soll es eher darum gehen, was Du beachten musst, um Deine Figur mit Deinen Strick- und Häkelwerken ins rechte Licht zu setzen.

Dabei geht es mir jetzt nicht explizit darum, sich einem vermeintlichen gesellschaftlichen Ideal anzunähern und alles zu "kaschieren", was dem nicht so entspricht. Mir geht es, Dir bewusst zu machen, welche "Designelemente" was bewirken. 

Wenn Dir klar ist, dass ein Raglanpullover Deine Schulter schmaler aussehen lässt, kannst Du das entweder gut finden oder Du guckst, dass Du etwas anderes "einstrickst", was dem entgegen wirkt. Also, los gehts!


Ein Strickbuch-Tipp vorab: Alles von Amy Herzog!


Zum Thema "Strickstücke, die gut an Dir aussehen" kann ich Dir auf alle Fälle die Bücher von Amy Herzog * >> empfehlen! Ich habe das erste, "Knit to Flatter" * >> und auch das zweite "Knit, Wear, Love "* >>. Allerdings reicht das erste, in dem sie die Grundlagen sehr gut erklärt: Wo machst Du Abnahmen? Wie schaffst Du Platz für "rundere" Körperpartien? Welche Länge ist ideal? 

Definitiv eine Empfehlung! Leider gibt es Frau Herzogs Bücher nur auf Englisch, falls Du also ein gutes deutschsprachiges Buch zu dem Thema kennst, schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

Wenn Du bei Ravelry bist, kannst Du auch in den Styling-Tipps der Ravelry-Userin RJulie gucken >>

1. Linien, Linien, Linien - welche Wirkung haben sie an verschiedenen Körperpartien


Das Linien nicht nur durch einen Farbwechsel im Gestrick entstehen, sondern auch durch solche Dinge wie kontrastfarbige Kleidungsstücke, die zusammen getragen werden oder auch durch betonte Zu- oder Abnahmen, ist eine für mich relativ neue Erkenntnis.





Ja, klar, Frau Herzog geht da durchaus schon darauf ein, aber ich hatte das irgendwie nicht so auf dem Schirm. Erst im oben verlinken "Birnentyp-Video" von Justine Lecomte >> (über die ich hier schon mal berichtet habe >>) ist mir so richtig klar geworden, warum mir z.B. U-Boot-Ausschnitte so gut stehen: Sie "bauen" eine waagerechte Linie an meinen Schultern, lenken den Blick nach oben und balancieren sie aus zu meiner breiteren Hüftpartie. Auch dieses Video zum "Birnenstyling" fand ich ganz hilfreich >>

Ich bin nämlich ein "Birnen"-Typ, d.h. meine Hüften sind deutlich breiter als meine Schultern. Ich habe eine deutlich definierte Taille, einen recht langen Oberkörper und eher kurze Beine.


So, was heißt das mit den Linien jetzt konkret?

Waagerechte Streifen und Designelemente am Oberkörper sind eine gute Idee für den Birnentyp




 Mein "Enchanted Mesa" >> hat zwar keinen ausgesprochenen U-Boot-Ausschnitt, aber es geht schon sehr in diese Richtung. Außerdem "passiert" durch die asymmetrischen Streifen und die Löcher jede Menge an meinem Oberköper, so dass das Auge nach oben gelenkt wird (dazu weiter unten mehr)

Länge von Pullover und Ärmeln: Auch das Ende vom Strickstück macht Linien!


Auch die Länge vom Pulli und Ärmeln sind vorteilhaft, wie ich finde: Die 3/4 Ärmel enden auf Höhe meiner Taille und lenken den Blick dahin. 

Außerdem endet der Pulli deutlich über meiner "breitesten" Stelle, und auch da entsteht eine optische "Linie". Meist trage ich ja ein kontrastfarbiges Unterteil, und drum gibt's da dann einen "Strich". 

Das ist etwas, was ich erst neu entdeckt habe: Ich tendierte dazu, meine Pullover immer recht lang zu machen, weil ich mein "Hüftgold" unter ihnen verstecken wollte. Wenn sie dann aber tatsächlich über meine "Reithosen" reichten, wirkte mein ohnehin schon eher langer Oberkörper noch länger und meine Beine entsprechend kürzer - das war jetzt nicht so wirklich der "Look", den ich anstrebte!

Ich werde also in Zukunft verstärkt darauf achten, die Oberteile eher nicht so lang zu machen. Gut, es "zieht" mir gerne mal unten rein, wenn die Oberteile eher kurz sind - aber da kann frau ja vorarbeiten und das Rückenteil vom Pullover ein bissle länger machen - habe ich beim Enchanted Mesa auch gemacht, guckstu:




2. Farben: Hell betont und verbreitert, dunkel lässt zurücktreten und macht schmaler


Hast Du vermutlich schon mal gehört, oder? Etwas Helles wirkt immer breiter und fällt mehr ins Auge als etwas Dunkles. Dieser Effekt wird ja z.B. beim "Contouring"-Make-Up ausgenutzt >>, bei dem eine breite Nase mit dunklen Schattierungen schmaler geschminkt wird.



Wenn Du also wie ich eher Hals, Busen und Taille betonen möchtest, solltest Du in dieser "Region" eher hellere Farben verwenden. Bei meiner sommerlichen Tunika "Breathing Space" >> oben hat das ganz gut geklappt, das Grün ist schon recht hell. Idealerweise hätte ich mit dem Hellblau angefangen und wäre nach unten zum dunkleren Blau immer dunkler geworden, denn ich will das Auge des Betrachters ja möglichst weit nach oben lenken.

Auch ansonsten ist das Strickstück "figurstylingtechnisch" recht gelungen: U-Boot-Ausschnitt, 3/4 Ärmel... Nur etwas kürzer könnte es sein, aber ein asymmetrischer Saum ist auch nicht so schlecht.



3. Designelemente wie Einstrickmuster, Zöpfe, Lochmuster lenken das Auge dahin, wo Du es haben möchtest



Gleiches Prinzip: Das Auge bleibt da hängen, wo etwas "passiert", Du solltest also Muster und andere optische "Designelemente" dahin platzieren, wo Du möchtest, dass hingeguckt wird. 

In meinem Fall wäre das also an Hals und Schultern, auf Höhe von Ellenbogen und Taille, nicht so sehr am unteren Saum.
Bei einer meiner vielen Vitamin D-Varianten >>, die Du unten siehst,  habe ich deshalb z.B. das selbstmusternde Sockengarn im oberen Bereich verwendet und nochmal so um die Taille herum.



Wenn Du aber z.B. deine schmalen Hüften und schlanken Beine betonen möchtest, wäre ein buntes Einstrickmuster am unteren Bündchen eine gute Idee. 

Gute Nachricht für Tuch-Fans: Accessoires sind super zum Betonen!


Ja, U-Boot-Ausschnitte stehen mir gut - aber oft sind mir die zu "zugig" am Hals! 

Den Pullover auf dem Foto links >> habe ich deshalb so gut wie nie angehabt, obwohl er eigentlich alles berücksichtigt, was ich erzählt habe: U-Boot-Ausschnitt, Designelemente in Taille und an den Ellenbogen... - er war mir einfach zu "zugig"! Ok, weiß ist jetzt auch nicht so wirklich meine Farbe, da kleckere ich mich immer zu und wirklich stehen tut es mir auch nicht.

Aber: Auch ein um den Hals drapiertes Tuch oder Schal oder Cowl sorgt ja dafür, dass da etwas "passiert" und hat den zusätzlichen Vorteil, dass es gegen die "Zugigkeit" wirkt und es schön kuschlig warm ist!



Ich hätte also einfach z.B. diesen Willow-Cowl >>dazu tragen sollen... 

So, jetzt Du: Beachtest Du solche "Styling-Tipps", wenn Du Kleidung für Dich machst? Welche Bücher und Links kannst Du mir dazu empfehlen?
Gibt es vielleicht ein deutsches Äquvivalent zu Amy Herzog?
Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!


* = Affiliate-Link, führt zu Amazon.de


Kommentare:

  1. Your Breathing Space sweater is beautiful! I love the colors you chose. It looks great on you.

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    1. Thanks for your kind words, Dee! The colours where all in the ball, it was a non-twisted gradient I bought. Nevertheless, I like it as well!

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  2. Ein interessanter Artikel. Ich gehöre auch zu denen, die unten breiter sind als oben. Mir gefällt übrigens der weiße Pulli, den du kaum getragen hsst, sehr gut.
    LG
    Ingrid

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