Ganz klar Rundstricknadel, und das auch für Socken. Ich habe sehr lange ausschließlich Socken auf dem Nadelspiel gestrickt, mit 5 Nadeln, und dabei mochte ich auch die langen, 20 cm Nadeln am liebsten. Bei den kürzeren Nadelspielen * >> mit 15 cm habe ich immer Angst, das mir die Maschen herunterrutschen - auch wenn das noch nie passiert ist, ich stricke auch nicht sonderlich locker, aber auch nicht brettig.
Zur 80 cm Rundnadel "konvertiert" bin ich dann in 2010, kurz nachdem diese Socken >> fertig waren. 80 cm sind dann auch meine Rundnadellänge der Wahl- ich habe schon mal 100 cm ausprobiert, aber das fand ich dann doch zu nervig mit der langen Schlinge bei Socken.
Und auch bei größeren Strickstücken verwende ich möglichst kein längeres Seil als 80 cm - für längere Seile müsste ich ja ein System mit austauschbaren Nadelspitzen verwenden, und das ist nicht sooo meines.
Diese Restesocken habe ich 2010 noch mit einem Holznadelspiel gestrickt, zur Rundnadel "konvertiert" bin ich in ca. 1 Jahr später
Diese geraden Jackennadeln * >> habe ich nie wirklich benutzt - vielleicht mal ganz am Anfang, als ich meinen ersten Schal gestrickt habe oder so. Ich kenne auch niemanden, der noch mit sowas strickt. Manchmal fände ich es ganz lustig, das ist so "retro". Und es gibt Strickerinnen, die diese Nadeln deshalb bevorzugen, weil sie sich eine Nadel unter den Arm klemmen oder einen Strickgürtel >> benutzen, aber zu denen gehöre ich ja nicht. Wobei, so einen Strickgürtel würde ich schon mal ausprobieren wollen...
Stricknadeln aus Holz oder Metall?
Schon eher Metall. Ich besitze zwar ein Knitpro Symphonie Holznadel-Set * >>, aber ich bevorzuge Metallnadeln - da rutschen die Maschen einfach besser. Dabei stricke ich gar nicht soooo fest, aber bei "normaler" Wolle hemmt das Holz mir zu sehr.
Merke: Solche Holzstricknadeln können brechen, wenn Du Dich draufsetzt....
nein, frag nicht, woher ich das weiß!
Außerdem ist es schon vorgekommen, dass mir Holznadeln gebrochen sind - nicht während des Strickens, so fest stricke ich nicht- aber draufsetzen sollte sich frau halt auch nicht...
Es gibt allerdings Ausnahmen: Es gibt Strickprojekte, da willst Du gar keine "rutschigen" Nadeln, wenn nämlich Dein Garn schon sehr "flutschig" ist.
Für diese Jacke aus reinem Bambusgarn habe ich bewußt Holznadeln verwendet
Meine erste Nonna-Jacke >> ist aus einem solchen "Flutschgarn", nämlich aus reinem Bambusgarn * >>. Das ist so weich und fließend, da sind mir wirklich oft die Maschen von den Nadeln gerutscht und ich habe schließlich entnervt aufgegeben und eine Holznadel verwendet- damit ging es wirklich besser.
Die zweite Ausnahme ist, wenn ich Nadeln mit ins Flugzeug nehmen möchte- zu diesem Zweck habe ich mir Ende 2019 eine 2.5er Holz-Rundstricknadel * >> zugelegt und damit diese Socken >> gestrickt, da gab es bisher im Flieger keine Beanstandungen.
Diese Socken habe ich ausnahmsweise mal mit Holznadeln gestrickt
Fest montierte Nadeln oder austauschbare Nadelspitzen?
Für mich fest montiert, bitte! Ich besitze zwar das oben erwähnte Knitpro-Set und auch noch eines aus Metall * >> und außerdem ein Addi-Click-Set * >>, aber so wirklich "warm" werde ich damit nicht, ich bevorzuge ganz klar fest montierte Rundnadeln.
Bei den Knitpros hatte ich schon oft Probleme, das die Gewinde nach einiger Zeit nicht mehr griffen oder das das Plastikseil kurz hinter der Metallhalterung abgebrochen ist - besonders angenehm, wenn Du gerade elfundrölfzigmillionen Maschen auf dem Seil hast...
Das ist bei den Addis zwar noch nie vorgekommen, aber ich habe das kurze Spitzenset geschenkt bekommen, und die sind ein bissle zu kurz für meine eher großen Hände.
Nein, ich bleibe bei meinen "normalen" Rundnadeln - 80 cm, gerne Metall, gerne 3,5 mm für Kleidungsstücke und 2,25 mm für Socken.
Eher spitze oder eher stumpfe Stricknadeln?
Naja, so richtig "stumpf" sind Stricknadeln ja nicht, aber es gibt schon Modelle, die besonders spitz sind - z.B. die Hyia Hyia Sharp * >>
Da einige Podcaster eine Zeit lang extrem von den Hyia Hyia Nadeln geschwärmt haben, habe ich mir mal eine Sockennadel - also 2,25 mm, 80 cm Seil * >> angeschafft - und die war mir ZU scharf - ich habe mir echt ein "Loch" in den Finger gestupft - aehm, nee, muss nicht sein.
Mir reicht die "Spitzheit" der Addis * >> oder der Knitpro Zing * >> völlig aus, ich stricke ja auch selten große Laceprojekte, wo solche Spitzen vielleicht ganz hilfreich wären. Und besonders fest stricke ich auch nicht, eher so mittel.
Ich habe hier allerdings noch die Prym Ergonomics Nadeln * >> zum ausprobieren liegen. Die haben keine Spitze, sondern eine Kugel vorne und sollen besonders gut in der Hand liegen - ich werde berichten, wenn ich sie ausprobiert habe.
Bunt ist meine Lieblingsfarbe - auch bei Stricknadeln
Ich muss zugeben: Mit Bunt kriegt man mich immer! Ein Grund, warum ich damals die ersten Knitpro-Nadeln gekauft habe, war, dass mir die bunten Nadeln so gut gefallen haben, also diese mehrfarbigen aus laminiertem Birkenholz * >>
Und schon, als ich eigentlich gar nicht mehr mit Nadelspielen gestrickt habe, musste das Addi Colibri * >> einfach sein - jede Nadel eine andere Farbe - soooo schön buntig! Und ja, an der Qualität der Nadeln besteht kein Zweifel - aber ich bin mittlerweile wirklich vom Nadelspiel "weg" und stricke lieber mit Rundnadel. Und so ist auch bei diesen Socken >> der zweite Socken wieder auf der Rundnadel entstanden.
Einer meiner letzten Nadelspiel-Versuche: Charade-Socken auf Addi Colibri
Tja, und dann kamen die Knitpro Zings* >> und die finde ich klasse! Sie sind colour-coded, will sagen, jede Nadelstärke hat eine andere Farbe - sehr praktisch, da muss man sich nur noch die Farbe merken und nicht ewig nach dem Nadelmass * >> suchen!
Hier sieht man meine hellgrüne Knitpro Zing in 3,5 mm ganz gut -
sie steckt in meiner Lovely Loona, die im Mai fertig geworden ist.
Es gibt allerdings Strickerinnen, die mit den Übergängen von Seil zur Nadel nicht klarkommen. Ich gebe zu, meine Zings habe ich schon ein bissle "einstricken" müssen, bei einigen habe ich auch das Gefühl, dass da noch so eine Schicht auf der Nadel war, die man erst "abstricken"musste, aber jetzt komme ich gut mit ihnen klar. Auch die "Spitzigkeit" reicht für meine Zwecke völlig aus.
So, jetzt Du: Welche sind Deine Lieblingsnadeln? Welches Material bevorzugst Du? Brauchst Du es besonders spitz oder eher nicht? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!
So, Du willst also stricken lernen - wieso das denn?
Sockenstricken auf der Terasse im Urlaub im Montafon - da konnte ich es allerdings schon 20 Jahre oder so...
Jetzt rollst Du wahrscheinlich mit den Augen: "Kann Dir doch total egal sein, Domic, erklär es mir halt einfach!". Hast Du natürlich recht, kann mir egal sein - aber Du wirst es schneller lernen, wenn Du Dir mal kurz überlegst, warum Du das lernen willst:
Geht es Dir darum, ein bestimmtes Strickstück selber herstellen zu können, genau so, wie Du das willst? Ein Stirnband? Eine Mütze? Socken? Einen Pullover?
Geht es Dir eher um den Prozess des Strickens/ der Handarbeit, weil Du Dir davon Entspannung erhoffst, oder weil Du Dir gerade das Rauchen abgewöhnen willst und Deine Hände eine andere Beschäftigung brauchen?
Du musst sicher nicht in tagelanger Kontemplation Deine tiefsten Motive erforschen, aber einen Gedanken solltest Du aus meiner Sicht schon mal an Deine Motivation verschwenden - das hilft Dir dann auch, wenn Du das Gefühl hast, Du wirst Dir gleich die Finger brechen und es nie schaffen, diese blöde Wolle in etwas Tragbares zu verwandeln!
Was ist ein geeignetes erstes Strickprojekt für einen blutigen Anfänger?
Da werden viele zum klassischen Schal raten, also ein einfaches Rechteck, bei dem Du immer nur "geradeaus" stricken musst. Stimmt, wenn Du nur danach gehst, was Du alles lernen musst, um einen Schal zu fabrizieren, dann ist der sicher geeignet.
Allerdings - und da kommt wieder die Motivation ins Spiel- wenn Du gar keine Lust auf einen Schal hast, wirst Du da wahrscheinlich nicht lange dranbleiben, denn so ein Schal kann seeeeehr lang sein - vor allem, wenn Du eigentlich gar keine Schals magst.
Überleg Dir also lieber, was Du wirklich gerne stricken können möchtest. Sollte das z.B. ein Norwegerpullover sein, musst Du dafür zwar etwas mehr lernen als nur geradeaus stricken, aber selbstverständlich kannst Du auch das lernen! Dauert dann eben nur etwas länger... Wenn Dich Dein "Fernziel" aber ausreichend begeistert, wirst Du da auch dranbleiben.
Antoine de Saint-Exupery hat mal gesagt:
„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
Übertragen aufs Stricken heißt das also "Wenn Du einen Norwegerpullover stricken willst, dann kaufe nicht Wolle und stricke Rechtecke in kraus rechts, sondern lehre die Strickerin die Sehnsucht nach einem kuscheligen, warmen, Pullover mit einem tollen Muster!"
Welche Elemente machen ein Strickprojekt "anfängerauglich"?
Es gibt natürlich schon einige Elemente, die ein Strickstück eher für Anfänger geeignet machen - einfach, weil Du als blutiger Stricknovize nicht gar so viele neue Dinge auf einmal lernen musst!
1. Suche Dir ein Strickprojekt, auf das Du wirklich Lust hast
Wie oben schon gesagt: Dein erstes Strickprojekt sollte Dich wirklich begeistern! Stöbere durch die diversen Strickanleitungen auf Ravelry und Co - auch bei den kostenlosen Anleitungen * >> gibt es sicher etwas, was Dir gefallen kann!
Kostenlose deutsche Anleitungen auf Ravelry in Nadelstärke 4-5, als "einfach" klassifiziert
2. Verwende nicht gar so dünnes Garn - aber auch keine Seile!
In diesem Post über Stricken mit dicker Wolle >> wurde es ja schon mal erwähnt: Ein Vorteil von relativ dicker Wolle ist, dass Du recht schnell ein Ergebnis, einen Fortschritt siehst, und das ist immer motivierend!
Allerdings sollte das Garn auch nicht zu dick sein, denn die Bewegungen, die Du beim Stricken mit den Handgelenken machst, sind bei sehr dicken Nadeln (alles über 7 mm Durchmesser) sehr viel "größer" und auf alle Fälle ganz anders als bei kleineren Nadeln. Viele erfahrenere Strickerinnen bekommen da Probleme mit schmerzenden Handgelenken, und Du als Anfänger wirst die großen Nadeln sicher noch nicht so routiniert halten und dazu neigen, wegen der ungewohnten Bewegungen zu verkrampfen.
Zu dünn ist natürlich auch nix - da siehst Du nicht, dass es voran geht und wirfst Dein Projekt frustriert in die Ecke.
Mein erstes Strickstück habe ich damals mit Nadelstärke 5 mm gestrickt, häufig wird Anfängern Nadelstärke 4-5 mm * >> empfohlen, das würde ich durchaus unterschreiben.
3. Verwende hochwertige Stricknadeln und Wolle
Ja, ich bin auch so ein Sparfuchs und würde vermutlich dazu neigen, erstmal "diese Wolle von Omma Erna" aufzubrauchen oder das "Sparpaket von Aldi" - schließlich weißt Du ja noch gar nicht, ob Dir das Stricken auf Dauer Spaß machen wird!
Allerdings: Wenn das Material, das Du verwendest, nicht gut ist, dann liegt es vielleicht gar nicht an Deinen noch fehlenden Strickkünsten, wenn nix voran geht, sondern an den schlechten Nadeln oder Garn.
Wenn Du sehr aufs Geld gucken mußt, dann schau doch mal auf z.B. auf Ravelry nach Garn und Nadeln, die jemand verkaufen möchte >> Auf Facebook gibt es sicher auch solche Gruppen (da kenne ich mich nur nicht so aus) oder auch auf e-Bay Kleinanzeigen - wobei da meiner Erfahrung nach die Qualität nicht so dolle ist.
Oder Du googelst mal nach einem Stricktreff in Deiner Nähe >> und fragst, ob Dir da jemand zeigt, wie es geht. Alle Strickerinnen, die ich kenne, geben die Begeisterung für ihr Hobby gerne weiter und haben sicher noch Material übrig, mit dem sie Dir zeigen können, wie es geht.
3 a. Verwende glattes, gut verzwirntes Garn, hauptsächlich aus Naturfasern
Pflanzenfasern wie Baumwolle oder Hanf sind weniger elastisch, was vor allem für Anfänger, die meist noch sehr fest stricken, anstrengend für die Handgelenke sein kann. Wenn Du keine tierischen Fasern verwenden möchtest, schau, dass dem Garn ein elastischer Anteil beigemischt ist - Lana Grossa Elastico * >> ist z.B. gut zu verstricken, finde ich.
Du solltest auch direkt VOR dem Kauf testen, ob Du die Wolle als kratzig empfindest - was die eine überhaupt nicht stört, juckt die andere extrem! Dazu hältst Du das Knäul an eine empfindliche Stelle wie z.b. am Hals oder an die Stirn und spürst nach, ob's Dich juckt.
Garne aus 100% Polyester/Polyacryl/Polyirgendwas haben zwar den Vorteil, dass sie die meisten Menschen nicht jucken, sie sind auch sehr günstig und in viiiiiielen Farben erhältlich, allerdings haben sie alle Nachteile von Plastik-Klamotten: Man schwitzt sehr leicht im fertigen Strickstück, und oft schwitzen bereits die Hände bei der Verarbeitung, dann rutschen die Maschen nicht gescheit auf den Nadeln und Du pfefferst Dein erstes Strickstück über kurz oder lang frustriert in die Ecke. Von den Mikroplastik-Fasern, die sich bei jeder Wäsche lösen und dann im Meer landen, fange ich jetzt erst gar nicht an...
3 b Achte auf Stricknadeln mit glatten Übergängen
Ja, Du kannst auf Rundstricknadeln auch "geradeaus" stricken, und ich würde Dir auch empfehlen, Dir Rundstricknadeln zu besorgen für Dein erstes Strickstück, denn bei den geraden, sogenannten "Jackennadeln", hängt Dir das gesamte Gewicht des Strickstücks auf den Nadeln, was dann irgendwann zu Problemen mit den Handgelenken führen kann.
Detaillierte Infos zu Stricknadeln findest Du in diesem Post >> Um die Sache hier abzukürzen: Du suchst Dir als erstes das Garn für Dein erstes Projekt aus und guckst dann, was auf der Banderole steht, welche Nadelstärke empfohlen wird- das sollte irgendwas zwischen 3 und 5 mm sein. Und ja: Je dicker das Garn, das Du verwenden möchtest, desto dicker sind auch die Nadeln, die Du benötigst.
Dann besorgst Du Dir eine dazu passende Rundstricknadel mit einem mittellangen Seil- ich würde 80 cm empfehlen. Ich finde für Anfänger Metallnadeln geeigneter, denn die meisten Anfänger stricken sehr fest und auf Metalnadeln rutschen die Maschen einfach besser.
Achte auch darauf, dass der Übergang von Nadelspitze zum Seil schön glatt ist - ich persönlich bin mit Knitpro Zing * >> oder auch Addi * >>immer sehr gut gefahren. Von den auswechselbaren Seilsystemen würde ich Dir als völligem Anfänger eher abraten, denn da ist der Übergang meist nicht so glatt. Da bekommst Du dann unter Umständen Deine Maschen nicht drüber und sie haken immer fest.
Die Rundnadeln, die z.B. in den Aldi-Strickpackungen beiliegen, sind meist nicht so doll - erstens ist da der Übergang Seil-Nadel oft hakelig, außerdem ist das Seil oft sehr steif und unflexibel, was den "Strickfluss" ebenfalls sehr behindert.
Wie genau gehst Du vor, wenn Du ein Strickstück beginnst?
1. Maschen anschlagen - "Cast on"
Du willst erstmal Maschen "anschlagen", also Deine ersten Maschen auf die Nadeln bekommen. In Deiner Anleitung sollte stehen, wieviele Maschen Du anschlagen sollst.
Wie genau das geht, Maschen anschlagen - da würde ich entweder eine Strickerin in Deinem "realen" Umfeld fragen - oder Youtube resp. das Internet. Ich mag die Drops-Anleitungsvideos, da wird nicht soviel gelabert, bis man zum eigentlichen Punkt kommt:
Es gibt zwei verschiedene Methoden, den Faden durch die Schlaufen auf Deiner Nadel zu holen: Einmal so, dass der Faden hinter dem Strickstück geführt wird - das nennt man auf Deutsch "rechte Maschen", auf Englisch "knit stitch".
3. Linke Maschen stricken
Die zweite Möglichkeit ist, den Faden VOR dem Strickstück zu führen - das heißt auf Deutsch "linke Maschen", auf Englisch "purl stitch". Hier geht es zur Drops-Anleitung "Linke Maschen stricken" >>
Einen Strickstoff kannst Du allerdings schon produzieren, wenn Du nur rechte Maschen kannst - dann sieht man halt jeweils auf der Rückreihe die "Wellen", die der mitgeführte Faden macht, das nennt man dann "kraus rechts" oder auch "garter stitch" auf Englisch.
Nur rechte Maschen in Reihen: Ein kraus rechts gestricktes Strickstück
4. Formgebung: Maschen zu- und abnehmen
Damit das Strickstück auch passt, steht in Deiner Anleitung vielleicht etwas von "X Maschen zunehmen" oder sowas - wie genau das geht, findest Du auch im schon erwähnten Drops-Strickkurs: Maschen abnehmen hier >> und Maschen zunehmen hier >>
Mein erstes Strickstück war damals ein Pullunder aus zwei kraus rechten Rechtecken (naja, eher Trapezen, weil irgendwie immer mehr Maschen dazukamen...), und der war sogar zweifarbig - hatte mir halt keiner gesagt, dass das anspruchsvoller ist als nur eine Farbe - ich wollte den in gelb und blau, also habe ich ihn in genau den Farben gestrickt.
Anleitungen aus "Stricken - Masche für Masche" von Marisa Nöldeke
Es sind hat nicht ganz so viele Anleitung enthalten wie bei Frau Stoller, dafür ist es etwas neuer und damit etwas moderner.
So, jetzt Du: Welches soll Dein erstes Strickprojekt sein? Respektive: Welches war Dein erstes Strickprojekt und warst Du zufrieden? Welchen Anfänger-Tipp habe ich noch vergessen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare?
Zum Thema selbstgestrickte und gehäkelte Spültücher habe ich hier >>, hier >> und hier >> und hier >> schon mal etwas geschrieben. In Zeiten von "erhöhtem Umweltbewußtsein", wo immer mehr Leute weniger Plastik verwenden wollen, ist das ein Thema, das durchaus interessanter wird. Auch für mich, denn ich habe meine selbstfabrizierten Lappen (die übrigens auch als Waschlappen funktionieren) mehr und mehr schätzen gelernt. Also dachte ich, ich teile meine bisherigen Erkenntnisse mal mit Dir.
Saugfähiges, nicht zu dickes, heiß waschbares Garn ist sehr wichtig
Wenn so ein Lappen anständig "funktionieren" soll, also schmutzige Oberflächen feucht abwischen z.B., ist es wichtig, dass das Garn, das Du verwendest, auch ordentlich Wasser aufsaugen kann - und ggf. eben auch den verschütteten Saft oder Kaffee.
Ich verwende meist Baumwolle, weil man die zur not auch mal in die Kochwäsche geben kann, aber zumindest bei 60 Grad waschen kann, ohne das sie signifikant einläuft oder verfilzt. Baumwolle ist aber oft "mercerisiert", das heisst >>
Mercerisieren ist ein Verfahren, das auf Zellulosefasern – in der Regel Baumwolle (oder baumwollummantelte Fäden mit Polyesterkern), aber auch Hanf und Leinen – angewendet wird, um den Glanz zu erhöhen. Es wird nach dem Weben (bei Stoffen) oder Spinnen (bei Garnen oder Fäden) durchgeführt. Doch schon früh stellte man fest, dass das Verfahren auch einen sekundären Nutzen hat: Die mercerisierten Fasern können mehr Wasser und damit auch mehr Farbstoff aufnehmen, wodurch die Farbe des gefärbten Stoffes heller und intensiver wird. Der Unterschied ist dramatisch: Die Mercerisierung erhöht die Absorption von Farbstoffen um bis zu 25 %.
Mercerisiertes Garn glänzt also schön, aber weil die Fasern schon so "gesättigt" mit der Farbe sind, können sie nicht noch zusätzlich soviel Wasser aufsaugen. Für Spültücher ist also unmercerisiertes Garn >> wie z.B. sowas *>> oder sowas *>> meiner Ansicht nach besser geeignet.
Das klassische "Schulgarn"* >> ist dabei nach meinem Geschmack mit einer Lauflänge von ca. 90 Metern auf 50 Gramm aber ziemlich dick. Damit bist Du zwar schneller fertig, der entstehende Lappen ist aber recht dick und trocknet eher langsam. Möchtest Du Schulgarn verwenden, nimm auf alle Fälle eine Häkelnadel, die dick genug ist - mindest 5 mm Stärke * >>, ich habe eher 6 mm verwendet. Das Gleiche gilt natürlich für Stricknadeln - für das "dicke" Garn also 5- 6 mm Stricknadeln.
Lieber ist mir aber dünneres Garn mit ca. 120-160 Meter Lauflänge auf 50 Gramm, das trocknet einfach besser. Da reicht bei mir eine 3-4 mm dicke Nadel, sowohl beim Häkeln als auch beim Stricken.
Häkeln oder Stricken - was ist besser?
Der Stoff ist beim Häkeln dicker als beim Stricken mit der gleichen Nadelstärke, weil beim Häkeln häufig der Faden mehrfach durch eine Schlaufe gezogen wird, beim Stricken meist nur eine Schlaufe pro Masche.
Wenn Du aber im Moment weder Häkeln noch Stricken kannst, ist Häkeln vielleicht etwas einfacher zu erlernen, weil es vielen leichter fällt, mit dem kleinen Haken am Ende der Häkelnadel den Faden durch die Schlingen zu ziehen.
Stricknadeln haben keinen Haken, bis Du da den Faden fehlerfrei durch die Masche bekommst, braucht es etwas mehr Übung.
Außerdem sind die fertigen Lappen durch den dickeren Stoff etwas robuster und halten vielleicht länger. Auch die "knubbelige" Oberfläche von gehäkelten Lappen sind ganz geschickt, wenn Du ordentlich rubbeln must - z.B. eingebrannte Stellen aus Töpfen schrubben.
Knubbelige Oberflächen mit "Rubbelpotential" sind auch für gestrickte Lappen gut, weshalb die Kombination von rechten und linken Maschen sich bewährt hat - also z.B. kraus rechts gestrickte Lappen oder solche mit Rechts-Links-Mustern wie das "Waffelmuster" >>
Allerdings trocknen die gestrickten Lappen meiner Erfahrung nach besser , wenn der Lappen zu dick ist und nicht richtig trocknet, kann es schon mal muffig müffeln.
Wie wäscht man Spüllappen?
Wenn Du ein reines Baumwoll- oder Leinengarn verwendet hast, kannst Du die Lappen problemlos bei 60 Grad waschen, sogar bei 90 Grad, wenn sie arg dreckig sein sollten. Dann kann es zwar sein, dass die Farbe verblasst oder mit der Zeit ganz rausgeht, aber das ist bei Spüllappen ja nicht so arg dramatisch.
Ich wasche meine Lappen ganz normal mit meinen Handtüchern und Trockentüchern. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche Garne etwas brauchen, bis sie ihre volle Saugkraft entwickeln - vermutlich, weil erst noch irgendwelche Spinnhilfsmittel rausgewaschen werden müssen. Nach 1-2 mal Waschen funzt es dann aber.
Ein bissle "Polytierchen" ist übrigens der Reinigungswirkung nicht unbedingt abträglich, aber das Ziel, weniger Mikroplastik zu produzieren, erreichst Du dann natürlich nicht.
Auch ausprobiert >> und für gut befunden, auch hier ergibt sich eine "Rubbelstruktur", in der Krümel gut hängen bleiben, sie saugen gut und sind trotzdem nicht zu dick.
Den habe ich vor allem nachgestrickt >> , weil ich ihn so hübsch fand. Es hat sich aber herausgestellt, dass die Löcher in der Mitte nicht nur hübsch sind, sondern auch eine Funktion haben - auch hier bleiben Krümel prima hängen. Trotzdem ist der Stoff schön dünn und trocknet entsprechend schnell.
Auch hier mochte ich das Muster so gern - erinnert wirklich an so eine dicke, belgische Waffel- da bekomme ich direkt Lust auf eine! In meiner Version >> habe ich dann - zumindest in der blauen Version - leider eine zu dünne Nadel verwendet, weshalb der fertige Lappen sehr dicht und schwer ist und sich eher als Topfuntersetzer oder Topflappen eignet denn als Spültuch. Ich habe aber auch noch eine Version aus dünnerem Garn, die funktioniert sehr gut und hat ähnliche Vorteile wie die gestrickte Version.
Ich habe einfach mal geguckt, welches die beliebteste gehäkelte Spültuch-Anleitung auf Ravelry ist - und da kam dieses Tüchlein auf Platz 1. Ich gebe zu - ich war etwas skeptisch, aber meine Version >> aus einem dünneren Leinen-Baumwollgarn gefällt mir sehr gut. Das Muster sieht hübsch aus, hat ein bissle was von Muschelmuster, ist aber nicht so dicht wie "normale" feste Maschen und hat gutes "Rubbelpotential".
Diese Anleitung habe ich bisher noch nicht selbst nachgehäkelt, will das aber noch tun. Hier werden feste Maschen gehäkelt, allerdings abwechselnd ins vordere und hintere Maschenglied, so dass eine "rubbeligere" Reliefstruktur entsteht, die sich für "härtere" Jobs wie Töpfe scheuern gut eignet.
So, jetzt Du: Hast Du schon mal Spültücher gestrickt oder gehäkelt? Welches sind Deine liebsten Anleitungen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!
Wenn Du noch nicht so lange Socken strickst oder das vielleicht noch nie gemacht hast, hast Du vielleicht auch noch nie von selbstmusternder Sockenwolle gehört?
Bei diesem Garn wird das Garn so bedruckt, dass beim verstricken automatisch Muster entstehen, ohne dass Du mit zwei Knäul jonglieren musst. Und dabei entstehen nicht nur Streifen, sondern auch durchaus kompliziert aussehende Muster.
Solche selbstmusternden Garne haben mittlerweile fast alle Garnhersteller im Angebot, und fast alle bringen auch regelmässig neue Kollektionen auf den Markt. Der langen rede kurzer Sinn - hier meine Favoriten:
Diese Kollektion gibt es schon sehr lang und ich habe sie auch schon mehrfach verstrickt >>. Ich finde die Farben einfach genial, aber am allerliebsten mag ich den "Blauen Mond" * >> (Das ist die Farbe, die ich in dem Bild oben verwendet habe. )
Schoppel-Wolle ist ja vor allem für die "Zauberbälle"* >> mit Farbverlauf bekannt. Sie haben aber auch "ganz normale" 4fach-Sockenwolle im Angebot, die "Admiral". Bei den Restesocken oben kam die Admiral an der Ferse zum Einsatz und ich finde, es gibt da auch sehr schöne Farben.
Stricknadeln zum Socken Stricken: Meine 3 liebsten Nadeln
Die sind schön spitz, ohne mir den Finger aufzustechen (was die HiyaHiya Sharp * >> sehr wohl machen!), das Seil ist flexibel genug für Magic Loop und bricht nicht.
Die Knitpro-Systeme mit austauschbarem Seil mag ich ja gar nicht, aber die bunten Zing wirklich ganz gern. Vor allem mag ich, dass ich durch die Farbe der Nadeln aus den ersten Blick sehe, welche Nadelstärke ich gerade verwende.
Eigentlich hätte ich hier nach 2 Schluss machen können, denn wie erwähnt, stricke ich eher ungern mit dem Nadelspiel, seit ich Magic Loop für mich entdeckt habe. Aber die Addi Collibri finde ich trotzdem witzig weil - hey - BUNT! Jede der 5 Nadeln hat eine andere Farbe und eine Seite eine eher stunpfere Spitze und eine eine eher spitze. Finde ich witzig, musste ich natürlich haben - habe ich aber erst einmal benutzt... Ich bin halt einfach ein "Magic-Loop-Kind-of-Girl"!
Meine liebsten Strickbücher über das Sockenstricken
So, jetzt bin ich gespannt auf Deine Tipps: Was ist Deine liebste Sockenwolle? Mit welchen Nadeln strickst Du am liebsten Socken? Gibt es ein neueres Sockenbuch, das ich auf keinen Fall verpassen sollte? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!
Ich stricke eigentlich das ganze Jahr über (s. dazu auch den Post zu "Stricken im Sommer" >>).
Also auch dann, wenn ich nicht zu Hause bin, sondern irgendwie unterwegs, zum Bespiel auf Geschäftsreise, im Urlaub oder auf Verwandtenbesuch.
Und mein Strickzeug nehme ich dann natürlich mit - aber eben nicht irgendein Strickzeug, sonder eines, was zu diesem Zweck besonders geeignet ist.
Welches Strickzeug aus meiner Sicht warum besonders geeignet ist zum "Stricken on the Go", will ich Dir heute mal erzählen.
1. Tipp zum Stricken on the go: Es sollte nur ein Knäul dranhängen
Mag sein, dass Du kein Problem damit hast, ein mehrfarbiges Strickstück dabei zu haben, an dem dann gleichzeitig mehrere Knäulchen hängen- meinst ist das DEFINITIV nicht! Mich macht das tototal wuschig, wenn ich aufpassen muss, das sich mein Garn nicht irgendwo verheddert, und das ist natürlich um so wahrscheinlicher, je mehr Garn da ist zum Verheddern.
Ideal sind also einfarbige Projekte (oder auch bunte, wenn das eine Garn, das dranhängt, schon bunt sind).
2. Tipp zum Stricken on the go: Dein Garn sollte eine laaaange Lauflänge pro Knäul haben
Dein "Unterwegs-Strick" Garn hat idealerweise eine laaange Lauflänge.
Lacegarn - ab 600 Meter pro 100 g
Würde ich Lacegarn verstricken, was ich nicht tue, weil es mir zu dünn ist, wäre das ideal - also sowas wie dieses: Hedgehog Fibres Merino Lace * >> läuft 1200 m auf 100g - da kann eine alte Frau (oder auch eine junge) auch laaaange von Stricken (sorry, da konnte ich jetzt nicht widerstehen ;-)))
Gefachtes Garn (mehr dazu findest Du in diesem Post, auch zu Farbverlaufsbobbeln übrigens >> ) kannst Du Dir z.B. von Next Garn * >> auch auf Konen (also auf so konische Pappkerne) wickeln lassen, das läuft dann je nach Fachung auch schon mal an die 1000 m auf 100 g. Ich persönlich finde den Pappkern aber nervig und wenig transportabel. Wenn Du aber nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln stricken musst, sondern beim Verwandtenbesuch auf dem Sofa, dann mag es gehen.
Sockenwollstärke - ca. 400 Meter auf 100g
Gib es zu, da hast Du doch drauf gewartet, oder? Treue LeserInnnen dieses Blogs haben ja schon mitbekommen, das ich ein großer Fan von Sockenwolle bin: Nachlesen kannst Du das hier >> und hier >> und hier >>
Sockenwolle läuft meist um die 400 Meter auf 100 g, ist in vielen Farben erhältlich und durchaus auch in "Unkratzig", also z.B. die Merino-Seide von Rellana * >>
3. Tipp zum Stricken on the go: Deine Anleitung sollte nicht zu kompliziert sein
Idealerweise strickst Du unterwegs etwas, zu dem Du gar keine Anleitung benötigtst, weil Du es schon so oft gestrickt hast, dass Du auswendig weist, was Du wann tun musst: Socken, Mützen, Schals, einfache Tücher.
Mich nervt es zumindest, wenn ich alle Nase lang nachgucken muss, wie lange ich jetzt geradeaus stricken muss und wann welche Abnahmen kommen. Wenn ich gerade im Zug sitze, kommt dann garantiert die Schaffnerin, wenn ich gerade mitten in einer komplizierten Lace-Passage bin.
Oder mir fällt immer der Ausdruck mit der Anleitung runter (ok, das kann ich umgehen, indem ich die Anleitung digital aufs Smartphone packe oder auf meinen Kindle, den ich auch meist dabei habe).
Was für mich aber eher zählt ist, dass ich - zumindest in öffentlichen Verkehersmitteln - nicht die Ruhe und Konzentration habe, die ich für kompliziertere Anleitungen benötige: Ich muss aufpassen, dass ich meine Haltestelle nicht verpasse, ich muss auf Fragen der Mitreisenden antworten können oder meine Fahrkarte vorzeigen- sowas halt.
4. Tipp zum Stricken on the go: Du solltest nicht zuviel "Equipment" benötigen
Was meine ich mit "Equipment"? Na, sowas wie Stricknadeln, Zopfnadeln, Seile...
Frag nicht, wie oft ich durch die ganze Bahn gehechtet bin, weil mir mal wieder eine Nadel runtergefallen war und durch die ganze Bahn gerollt *grmpfl*...
Außerdem haben die Karlsruher Straßenbahnen so längs-geriffelte Böden, in die so eine Nadel genau hereinpasst. Und wenn die da einmal drin ist, bekommt man sie nur seeeeeehr schlecht wieder heraus.
Ich bin also dazu übergegangen, meine Socken mit einer Rundnadel per Magic Loop zu stricken (Eine einfache Anleitung, wie ich meine Socken stricke, findest Du hier >> ) Da brauche ich dann nur noch 2 Nadeln statt 5 und diese zwei sind auch quasi aneinander "gebunden", so dass die nicht so schnell herunterfällt.
Auch Zopfnadeln * >> fallen bei mir gerne runter, und da ich eh nicht gerne Zöpfe stricke, verkneife ich mir Projekte mit Zöpfen, wenn ich unterwegs stricke.
Ich versuche also, unterwegs nur das absolut Notwendige dabei zu haben: Wolle und Nadeln. Für alles andere improvisiere ich unterwegs.
Häkeln on the go schlägt Stricken
Häkeln ist also noch besser geeignet für Unterwegs als Stricken, denn da brauchst Du nur 1 Häkelnadel * >> statt 2 Stricknadeln.
Außerdem musst Du Dir keine Sorgen machen, dass Dir die Maschen davonlaufen und Du Laufmaschen hast - beim Häkeln ziehst Du einfach Deine Garnschlinge lang und gut ist.
5. Tipp zum Stricken on the go: Socken sind das ultimative Unterwegsprojekt
Auch das kommt jetzt vermutlich nicht überraschend - das ich gerne Socken stricke, hast Du ja hier >> und hier >> schon nachlesen können.
Aber Socken erfüllen wirklich alle Ansprüche, die ich an ein ideales Unterwegs-Projekt habe:
Sockenwolle gibt es in der Regel in 100g-Knäulen mit ca. 400 Meter Lauflänge - das erfüllt meinen Anspruch an laaaange Lauflänge!
Wenn Du schon einmal Socken gestrickt hast, kannst Du Deine Standard-Anleitung vermutlich weitestgehend auswendig. Trotzdem wird mir selbst eine Stino (a.k.a. Stinknormale Socke) nicht langweilig, weil es so viele Elemente gibt: Bündchen, Schaft, Ferse, Spickel, Spitze.
Du brauchst wenig Equipment - nur Nadeln und Garn und sonst nix. Noch dazu braucht so ein Knäul Sockenwolle nicht viel Platz und passt auch in die kleinste Handtasche.
Bei einem Zugsocking, bei dem ich dabei war, sind wir nach Backnang gesockt zur Wollstube Wollin >>, einmal zum ersten German Ravelry-Treffen und einmal nach Straßburg. Es war immer toll und wenn Du es noch nicht ausprobiert hast, dann solltest Du es ganz bald mal tun!
So, jetzt Du: Strickst Du unterwegs? Wenn ja, wann? Und was? Hast Du noch einen Tipp, den ich ganz vergessen habe? Und warst Du schon mal "Zugsocken"? Dann schreib mir das doch bitte in die Kommentare!
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Strickbücher mit Anleitungen für Unterwegs
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ETA: Dieser Post wurde erstmals im November 2017 veröffentlicht, ich habe ihn für Oktober 2019 ein bissle überarbeitet.
Du möchtest mit dem Stricken anfangen. Herzlichen Glückwunsch! Du wirst sicher viel Spass haben! Allerdings solltest Du darauf achten, dass Du auch anständiges Werkzeug hast, sonst hat der Spaß recht schnell ein Loch...
In dieser Artikelserie will ich Dir meine Lieblings-Werkzeuge vorstellen. Los geht’s mit meinen liebsten Nadeln.
Material: Metal? Holz? Bambus? Acryl? Kannst Du mit einer Rundstricknadel in Reihen stricken? Was ist ein Nadelspiel und wozu brauchst Du das? Was bedeuten die Nadelstärken? Wofür brauchst Du welche Nadelstärke? Brauchst Du ein austauschbares Nadelset? Oder feste Nadeln? Welches sind Deine Lieblingsnadeln? Hinterlasse mir einen Kommentar!
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Welches Material? Metal? Holz? Bambus? Acryl?
Du hast Dich also entschieden, dass Du das mit dem Stricken mal ausprobieren möchtest. Jetzt stehst Du im Wollgeschäft und hast die Qual der Wahl - es gibt Nadeln aus allen möglichen Materialien - welche sind jetzt richtig? Die Antwort ist wie so oft im Leben "Kommt darauf an!"
Nadeln aus Metall
Das sind nach wie vor die gängsten Modelle. Die ganz günstigen sind oft aus grau lackiertem Aluminium, ich bevorzuge bei Metallnadeln die "blanken" vernickelten, wie z.B. KnitPro Nova oder auch addi Lace. Auf denen "flutschen" die Maschen einfach besser.
Das ist auch einer der Vorteile der Metallnadeln: Die Maschen gleiten einfacher herunter als bei Nadeln aus Plastik oder Holz. Das ist vor allem für feste Strickerinnen (und die meisten Einsteiger stricken erstmal eher fest) ein Vorteil. Bei sehr glatten Garnen (z.B. Seide oder Viskose oder Mikrofaser) kann das allerdings auch ein Nachteil sein. Schließlich sollen die Maschen AUF den Nadeln bleiben und nicht herunterrutschen.
Metallnadeln sind außerdem die einzigen, die das von vielen als "heimelig" empfundene Klickgeräusch machen beim Stricken. Wenn das für Dich zum Stricken dazu gehört, brauchst Du Metallnadeln. Wenn es Dich eher stört, versuch es lieber mit Holz oder Bambus.
Nadeln aus Holz und Bambus
Als die KnitPro Symfonie aus buntem, laminierten Buchenholz auf den Markt kamen, hatten sie schon wegen der Optik viele Fans - soooo schön bunt! Vorher gab es für Holz-Fans "nur" die recht profan aussehende Bambus - Stricknadeln.
Mittlerweile gibt es da noch mehr Auswahl - z.B. addi Nadeln aus Olivenholz oder auch Nadeln aus Edelhölzern wie Rosenholz oder Ebenholz von Holz & Stein. ETA: Corinna hat in den Kommentaren ergänzt, dass es die Ebenholz-Nadeln wohl nicht mehr gibt. Corinna (oder auch Du, der Du das hier liest): Gibt es nur die Ebenholznadeln nicht mehr oder auch die anderen Edelhölzer?
Holznadeln haben mehr "Grip", d.h. die Maschen rutschen nicht so leicht. Sie sind leiser, will sagen, sie machen kaum Klickgeräusche beim Stricken. Und viele Strickerinnen, die Schmerzen in den Handgelenken bekommen, wenn sie länger stricken, schwören auf Holznadeln.
Nadeln aus Plastik, Karbon und sonst noch was
Plastik (meist eine Art von Acryl) wird meist für sehr dicke Nadelstärken verwendet, so ab 6-7 mm aufwärts. Die wären aus Metall vermutlich schlicht zu schwer und auch zu teuer in der Herstellung.
Vom "Grip" her sind Plastiknadeln meist noch weniger rutschig als Holznadeln. Da aber auch in vielen Strickgarnen ein Plastikanteil enthalten ist, kann es zu unschönen elektrostatischen Aufladungen kommen, wenn Du mit Polyamid-Mischungen (a.k.a. "Polytierchen") auf Kunststoffnadeln strickst - ich würde Dir eher abraten. Wobei ich durchaus dickere Nadeln aus Plastik besitze und selbst keine Probleme damit habe. Und ja, ich stricke durchaus manchmal mit Polytierchen, wenn es passt.
Die KnitPro Spectra Trendz Multicolor (s. auch Bild oben) gefallen mir allerdings sehr, sehr gut -sooo schön buntig! Irgendwann werde ich da vielleicht nochmal zuschlagen.
Ebenfalls aus dem Hause KnitPro sind die KnitPro Karbonz . Der schwarze Teil dieser Nadeln ist aus Karbon, vorne ist allerdings eine Spitze aus Metall montiert. Ich kenne viele Strickerinnen, die diese Nadeln lieben. Sie ähneln vom Grip (gibt es ein deutsches Wort für Grip?) Holznadeln und sind wohl auch recht elastisch, was wiederum gut für empfindliche Handgelenke ist. Ich gebe zu, dass sie hübsch aussehen, aber für mich sind sie nicht sooo viel schöner, als das ich den deutlich höheren Preis bezahlen würde.
Es gibt sicher noch weitere Materialien, die ich gerade nicht auf dem Schirm habe - Galalith (oder auch Kasein) fällt mir gerade noch ein. Die habe ich allerdings noch nicht in der Hand gehabt und kann dazu nichts sagen.
Aber ich lerne gerne dazu: Welche Materialien verwendest Du? Was gibt es noch, von dem ich vielleicht noch nichts gehört habe? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare unten oder schreib mir eine e-mail - Danke!
Kannst Du mit einer Rundstricknadel auch in Reihen stricken?Und wozu brauchst Du ein Nadelspiel? Was ist überhaupt ein Nadelspiel?
Ja, die kannst mit einer Rundstricknadel problemlos NICHT in der Runde, sondern in Reihen stricken. Das würde ich Dir sogar empfehlen, denn auf den langen Nadeln, die hinten so einen Stopper haben, sogenannte Jackennadeln, hast Du immer das gesamte Gewicht des Strickstücks auf den Nadeln. Das kann bei einem großen Männerpullover aus dicker Wolle schon ganz schön schwer werden!
Rundstricknadeln haben nur vorne die "harten" Spitzen, die dann in ein Seil übergehen, auf das Du die Maschen nach dem Abstricken schiebst und quasi "parkst". Damit ist das Gewicht von den Nadeln und damit Deinen Armen und Händen weg und es strickt sich gleich viel leichter.
Und was ist jetzt ein Nadelspiel und wozu brauchst Du das?
Ein Nadelspiel ist ein Set von 5 (im deutschsprachigen Bereich) oder 4 (im englischen Sprachraum) Nadeln, die an beiden Seiten "spitz" sind, also von beiden Seiten abgestrickt werden können. Deshalb werden sie in englischen Strickresourcen auch als "Double Pointed Needles" oder kurz "DPNs" bezeichnet.
Man benötigt sie, um auf kleinem Durchmesser in der Runde zu stricken. Das ist nämlich mit den bisher verfügbaren Rundnadeln, die meist ein mindestens 60 cm langes Seil haben, eher unkonfortabel. (Ja, ich weiß, es gibt jetzt sowas wie das addi Sockenwunder, also eine Rundstricknadel mit sehr kurzem Seil, aber die gib es ja noch nicht so lange...).
Du verteilst Deine Maschen also gleichmässig auf vier Nadeln und nutzt die jeweils freie Nadel zum Abstricken. In dem unten verlinkten Drops Video siehst Du, wie das geht
Es gibt allerdings noch eine andere Möglichkeit, kleine Durchmesser auf einer Rundstricknadel zu stricken. Die "Magic Loop" Methodenutze ich selbst fast ausschließlich - auch dazu gibt es von Drops ein schönes Video
Was bedeuten die Nadelstärken? Und für welche Wolle brauchst Du welche Nadelstärke?
Die Nadelstärke gibt den Durchmesser der Stricknadel in mm an. Eine Stricknadel mit Nadelstärke 2,25 hat also einen Durchmesser von 2,25 mm.
Die Amerikaner (und ich glaube auch die Briten) nutzen ein anderes System, da wird irgendwie von unten nach oben durchgezählt. Eine deutsche Nadelstärke 5 ist z.B. eine US-Nadelstärke 8. Falls jemand von Euch weiß, wieso die Amis anders zählen, schreibt es mir doch bitte in die Kommentare!
Je dünner Deine Wolle ist, desto dünner sollte auch die Nadelstärke sein, die Du verwendest. In der Regel ist auf der Papierbanderole der Wolle angegeben, welche Nadelstärke empfohlen wird. Allerdings sind das meist von - bis Angaben. Das bedeuted, Du strickst ein Probeläppchen - eine sogenannte "Maschenprobe" und schaust, mit welcher Nadelstärke Dir der Stoff gefällt, den Du fabrizierst.
Je lockerer dieser Stoff, desto besser "fällt" er, desto eher leiert er aber auch aus und desto weniger strapazierfähiger ist er. Lockere Stricker benötigen für die gleiche Wolle dann eben dünnere Nadeln als ein fester Stricker, um ein ähnliches Stoffstück zu fabrizieren.
Wenn Du noch Einsteiger bist, würde ich Dir zu einem Garn raten, das ca. Nadelstärke 4-5 verlangt. Dann sind die Nadeln nicht zu dick, Du siehst relativ schnell Fortschritte und dickere Nadeln sind auch nicht so krampfig zu halten wie ein dünnes Nadelspiel. Gut geeignet ist ein Merino-Mischgarn, z.B. LANA GROSSA BINGO
Brauchst Du ein Nadelset? Oder einzelne Stricknadeln? Abschraubbar oder fixiert?
Tja, ohne Nadeln wird das mit dem Stricken schwierig. In den letzten Jahren sind Sets aus Nadelspitzen und Seilen populär geworden, wie z.B. das mit den bunten Holznadeln KnitPro 20604 Nadelspitzen Set Symfonie Holz Starter. Ich habe mir das damals auch angeschafft, als die Anfang der 2010er Jahre auf den Markt kamen. Aber ich muss sagen: Ich bin kein sehr großer Fan der Dinger. Besonders Knitpro hat immer wieder massive Qualitätsprobleme: Gewinde sind so geschnitten, dass sie sich nicht festziehen lassen. Seile brauchen vor dem Gewinde einfach ab - was besonders "schön" ist , wenn man gerade elfundrölfzigtausend Maschen auf dem Seil hat, die dann alle abhauen - frag mich, woher ich das weiss.... Zwar ist Knitpro sehr kulant und tauscht fehlerhafte Nadeln anstandslos um . Aber ich will mit den Dingern STRICKEN und nicht ewig im Garnshop meines Vertrauens Nadeln umtauschen!
Wenn Du es attraktiv findest, dass Du gleich alle verfügbaren Nadelstärken mit unterschiedlich langen Seilen kombinieren kannst, dann würde ich Dir das Set von Addi Click empfehlen addi Austauschbare Rundstricknadeln, Metall, Schwarz, 25 x 17 x 3.5 cm, 1 Einheiten. Die werden nicht verschraubt, sondern haben so einen Bajonetteverschluss, der - zumindest bei mir - sehr gut hält.
Allerdings: Einen kleinen Übergang von Nadel zu Seil spürt man auch bei Addi. Und ich muss ehrlich sagen: So oft nutze ich die Vorteile der Systeme gar nicht. Meine Ärmelmaschen beim Raglan von oben lege ich viel lieber auf einem einfachen Restfaden still als auf einem Seil mit Stopper.
Feste Rundstricknadeln - vor allem für kleine Nadelstärken
Deshalb sind meine Favoriten ganz stinknormale feste Rundstricknadeln. Da brauche ich mir keine Gedanken zu machen, dass mir unterwegs Maschen verloren gehen. Auch hier bin ich ein großer Fan von Addi, vor allem die "Lace", das sind die goldenen mit dem roten Seil, diese hier: Addi Rundstricknadel Lace, vernickelt 80 cm, 3,5 mm
Es gibt allerdings Strickerinnen, deren Handschweiß irgendwie mit dem Coating reagiert und die finden, dass die Nadeln "stinken" - kann ich nicht sagen.
ETA: Das Addi-Team selbst hat unten in den Kommentaren ergänzt, dass die Addi Nadeln nicht mehr vernickelt sind, sondern mit Weißbronze (eine Legierung aus Zink, Alu und Kupfer, sagt Wikipedia) beschichtet werden. Damit hat sich das "Stinkeproblem" vielleicht gelöst? Ich konnte eh nie einen Geruch feststellen, aber wenn Du zu den Strickerinnen mit den Stinkefingern gehörst: Schreib mir doch mal in die Kommentare, ob sich da etwas verändert hat?
Bei festen Nadeln verwende ich allerdings durchaus gerne wieder Knitpro. Vor allem die bunten "KnitPro Rundstricknadel Zing " haben es mir angetan.
Da hat jede Nadelstärke eine andere Farbe, und so weiß ich genau, welche Farbe ich jetzt benötige, ohne daß ich mein Nadelmaß suchen muß. Das ist nämlich immer verschwunden, wenn man es mal braucht, oder? Preislich liegen die bei um die 5 Euro pro Rundnadel, was ich ok finde.
Ich nehme meist 80 cm Seillänge, das ist lang genug für meinen geliebten Magic Loop und auch für das Sockenstricken auf der Rundstricknadel. Außerdem gibt es Zwischengrößen - ich stricke meine Socken am liebsten am 2.25 mm Nadeln (die sind bei Knitpro goldgelb), dann sind sie nicht zu locker und nicht zu brettig. Ach ja - von vielen Anbietern gibt es die austauschbaren Sets auch erst ab 3.5 mm Nadeldurchmesser. Alles, was dünner ist, bricht oder verbiegt sonst zu leicht, vor allem, wenn es aus Holz ist.
Viele Youtuber loben sehr die HiyaHiya Rundstricknadeln , vor allem die "Sharp". Ich besitze eine 2.25er Rundstricknadel (fix - es gibt auch von Hiya Hiya ein austauschbares Nadelset). Ich stricke nicht gerne damit - es ist mir einfach zu spitz! Ich habe mir schon mehrfach ein Loch in den rechten Zeigefinger gestupft. Ich tippe nämlich immer mit dem Zeigefinger auf die linke Nadel, um die Maschen von selbiger gleiten zu lassen. ETA: Corinna hat in der Kommentaren ergänzt, dass das mitdrehende Seil wohl zuerst bei HiyaHiya "vorkam". Chiagoo hat dann erst nachgezogen.
Chiaogoo Red Line Rundstricknadeln haben ebenfalls eine große Fangemeinde. Diese Zeichnen sich dadurch aus, dass das Seil extrem stabil ist: Es besteht aus einem Edelstahl-Kern, der mit rotem Kunststoff ummantelt ist. Ich besitze eine Nadel in Nadelstärke 3.25 mm und bin ganz zufrieden damit. Auch von Chiagoo gibt es ein austauschbares Nadelset. Das Besondere daran ist, dass sich das Seil mitdreht beim Stricken. Ich bin wie gesagt kein großer Fan von Sets und kann dazu nix sagen - aber auch da gibt es überzeugte Fans.
So, das war meine Einführung in die Welt der Stricknadeln. Garantiert gibt es noch viel, viel mehr, was ich entweder vergessen habe oder schlicht nicht weiß.
Und wenn ich zu lange übelege, wird der Artikel NOCH länger... ;-)
Deshalb bin ich sehr gespannt auf Deine Kommentare:Was ist Deine Lieblingsnadel? Verwendest Du eher feste Nadeln oder austauschbare Spitzen und Seile?Strickst Du mit Holz, Metall oder ganz was anderem?Verwendest Du runde Nadeln oder eckige? (Siehste - die Cubics von Knitpro hab ich noch total vergessen!) Schreib es mir doch bitte in die Kommentare oder schreib mir eine e-mail!
Ja, prinzipiell gelernt habe ich Stricken mit 12 oder so von meiner Mama (wenn Du es genauer wissen willst, schau bitte in diesem Post nach >> ). Und eigentlich mußt Du ja nur ziemlich wenig wissen, um loslegen zu können: Anschlagen, rechte Maschen, abketten - fertig! Sogar linke Maschen sind optional, wenn Du den Look von kraus rechts magst. Für glatt rechts kannst Du dann ja in Runden stricken.
Aber auch für erfahrene StrickerInnen gibt es immer noch Tricks und Techniken, die ein echtes AHA-Erlebnis bescheren. Heute habe ich Dir einmal solche Tricks, Tipps und Techniken - Neudeutsch "Strick-Hacks" - zusammengestellt, die mir sehr geholfen haben und von denen ich im Nachhinein gewünscht hätte, sie schon früher gekannt zu haben!
Los geht's!
1. Socken stricken ohne Nadelstpiel (also known as "Magic Loop")
Ich habe mir Sockenstricken selbst beigebracht >>, aus dem "Grossen Strickbuch" von Katharina Buss * >> Das war da super erklärt, mit Schritt-für-Schritt-Fotos und mit Nadelspiel. Das sind 5 (manchmal auch vier) gleichlange gerade Nadeln, die an beiden Enden spitz sind (im Englischen deshalb auch Double Pointed Needles, kurz DPNs genannt).
Also habe ich mir ein Nadelspiel besorgt und losgestrickt. Ging erstaunlich gut, und irgendwie fand ich es auch gut, das Strick-Muggle beeindruckt waren, wie man mit so einem "Stachelschwein" in den Händen ein Strickstück - in dem Fall Socken- fabrizieren kann.
Allerdings hatte ich ein Problem: Ich strickte damals viel im ÖPNV, also in meinem Fall in den Straßenbahnen des Karlsruher Verkehrsverbunds. Und da bin ich dann- mehr als einmal!- durch die halbe Straßenbahn gehechtet, weil mir eine Nadel runtergefallen war und ich sie wieder "einfangen" musste. Laßt Euch gesagt sein: Aus diesem gerillten Fußboden lassen sich Stricknadeln in 2.5 mm Durchmesser seeeeeehr schlecht herausfischen!!
So suchte ich dann nach einer Lösung meines Problems und fand sie im "Magic Loop". Dabei strickt man die Socken einfach auf einer relativ langen (ich nehme meistens 80 cm Seile * >>, andere bevorzugen 100 cm). Dann verteilst Du die Maschen jeweils hälftig auf beide Nadeln (bei 60 Maschen für Socken also 30 auf die eine, 30 auf die andere Nadel) und ziehst mittendrin einen Schlinge heraus (den namensgebenden "Magic Loop") - fertisch!
In diesem Drops-Video ist das ganz ordentlich zu sehen, finde ich:
Ich stricke alle kleinen Durchmesser mit Magic Loop, also auch Ärmel oder Kleinteile wie Mützen oder kleine Spielzeuge, die nahtlos gestrickt werden.
Es gibt ja mittlerweile für solche Zwecke auch Spezialnadeln wie die Crasy Trio *>> , die Neko-Winkelnadeln * >> oder das Sockenwunder * >> - allerdings hätte ich da trotzdem das Problem, dass die Dinger runterfallen (okay, die festen Winkel könnte ich vermutlich besser vom Boden aufheben, weil ich sie nicht aus den Rillen klauben muss), wenn ich sie gerade nicht benötige resp. mit den ganz kurzen Seilen vom Sockenwunder komme ich nicht so gut klar.
Und da musst Du auf ziemlich kurze Strecken immer wieder das Strickstück wenden, wenn Du "normal" strickst. Dabei verdrehen sich dann - zumindest bei mir - jedes mal die Fäden und Du hast eine Wahnsinns "Wollkotze", die Du erstmal wieder entwirren musst *grummelfluch*
Nicht so, wenn Du "Rückwärts strickst"! Mir hat damals dieses Video bei Knitting Help >> geholfen, in dem das ausführlich gezeigt wird.
Aber die liebe Elizzza vom Nadelspiel.com hat auch ein schönes deutsches Video dazu gemacht:
Wie gesagt, eine sehr hilfreiche Technik, wenn man nach kurzen Strecken wenden muss. Ich habe sie auch beim Strandwanderer-Tuch von Lea Viktoria erfolgreich angewendet, das Du unten siehst. (Ich habe meines zwar wieder geribbelt, aber das lag daran, dass mir mein Garn zu wenig kontrastreich war).
3. Socken von unten ( Toe Up) stricken mit Käppchenferse
Ich habe meine Socken jahrelang nur "normal" von oben nach unten gestrickt, mit Käppchenferse - so wie hier ausführlich beschrieben >> Und das mache ich auch heute noch meistens so.
Allerdings habe ich vor allem deshalb an Toe-Up nicht herangetraut, weil alle Anleitungen, die ich kannte, mit einer Ferse mit verkürzten Reihen arbeiteten, die mir nicht so gut passt. Wenn schon Toe-Up, dann wollte ich auch da eine Käppchenferse mit Fersenwand und Spickel.
Das Einzige was mich jetzt noch abhält, öfter Socken von unten, also Toe-up zu stricken ist, dass ich mir schwer tue abzuschätzen, wann ich mit den Spickelzunahmen beginnen muss - das wird dann leider oft zu groß.
Wenn Du da noch Tipps hast, immer her damit - schreib sie mir doch bitte in die Kommentare oder schick mir eine e-mail an domicspinnwand ät googlemail.com!
4. Zopfen ohne Zopfnadel
lch mag sehr, wie Zöpfe aussehen. Ich stricke sie aber nicht soooo gern. Grund ist - wie Du Dir nach meinen Ausführungen zu den Nadelspiel-Nadeln oben vielleicht schon gedacht hast- dass ich es nicht mag, immer noch eine Zopfnadel zur Hand haben zu müßen. Die fällt mir - wer hätte das gedacht - immer gern mal herunter oder ich finde sie nicht, wenn ich sie benötige.
Also habe ich mich nach einer Methode umgesehen, wie ich auch ohne Nadel verzopfen kann und bin hier bei Ingrids Strickpraxis >> fündig geworden.
Diese Methode verwende ich besonders gern bei dickeren Garnen (also ab Nadelstärke 4-5), wenn nicht zuviele Maschen zu verkreuzen sind (maximal 4 würde ich sagen) und wenn ziemlich oft zu verzopfen ist - bei der Mütze oben wurde in jeder Reihe mehrfach verzopft, da war das schon seeeehr hilfreich!
5.Verkürzte Reihen mit Doppelmaschen (a.k.a Bumerang-Methode)
Mit verkürzten Reihen kann man tolle Sachen machen und ich empfehle Dir UNBEDINGT, diese Technik zu lernen!
Ich verwende sie vor allem zur Formgebung bei gestrickter Kleidung - wenn ich z.B. die Ärmel bei einem Pullover direkt von oben einstricke und die Armkugel formen will. Oder für die erwähnten Sockenfersen mit verkürzten Reihen, deren bekannteste wohl die Bumerang-Ferse >> sein dürfte.
Für mich funktioniert am besten die Doppelmaschen-Methode, die in dem Video unten genau gezeigt wird:
Carol Feller empfiehlt die zwar vor allem für kraus rechts, aber ich verwende sie eigentlich immer. Der große Vorteil ist für mich, dass ich die Doppelmaschen auch bei dünneren Garnen genau sehen kann. Bei "Wrap & Turn" sehe ich- vor allem bei dünnen Garnen - oft nicht gescheit sehe, wo denn meine umwickelte Masche ist und welchen "Wrap" ich auffassen muss. Also: Doppelmaschen für mich!
So, jetzt bin ich gespannt auf Deine Erfahrungen: Welcher Trick, welche Technik hat Dein StrickerInnenleben verändert? Welche Anleitung, welches Tool hättest Du gerne früher gekannt? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare oder schick mir eine e-mail an domicspinnwant ät googlemail.com!