Mittwoch, 9. September 2026

Rezension: Die Briefeschreiberin von Virginia Evans

 Ich war etwas skeptisch, denn "Yesteryear", das letzte Hype-Buch, das ich gelesen habe, hat mir nicht so gut gefallen. Aber dieses Buch ist definitiv den Hype wert- unbedingt lesen!

Bibliographische Daten:

Die Briefeschreiberin von Virginia Evans * >>

Goldmann-Taschenbuch, 384 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3442497396


Klappentext:

Mit ihren dreiundsiebzig Jahren nutzt Sybil ihre Klugheit und ihren geistreichen Humor, um die Welt in Wort zu fassen. Doch jenseits ihrer umfassenden Korrespondenz hält sie die Menschen, die sie liebt, seit drei Jahrzehnten auf Abstand. Bis eine Nachricht aus ihrer Vergangenheit sie zwingt, sich dem schmerzhaftesten Kapitel ihres Lebens zu stellen. Nun muss Sybil jenen Brief abschicken, an dem sie all die Jahre geschrieben hat. Und sie muss den Mut finden, sich selbst zu vergeben.


Über Virginia Evans:

Virginia Evans stammt aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten. An der James Madison University in Harrisonburg, Virginia, und dem Trinity College in Dublin studierte sie englische Literatur, Philosophie und kreatives Schreiben. Mit ihrem Ehemann, ihren zwei Kindern und ihrem Labrador Brigid lebt sie heute in Winston-Salem, North Carolina. Ihr hochgelobtes literarisches Debüt »Die Briefeschreiberin« entwickelte sich vom Geheimtipp zum internationalen Überraschungsbestseller, die Autorin wurde dafür sowohl mit dem PEN/Faulkner Award als auch mit dem Women's Prize for Fiction ausgezeichnet.


Und, wie hat es mir gefallen?

Ich war ein bissle skeptisch, weil das Buch ja ziemlich gehypt wurde und mir "Yesteryear"- ein anderes Hype-Buch - nicht wirklich gut gefallen hat. Aber dieses hier ist natürlich TOTAL anders! Allerdings war ich auch wegen der Form skeptisch, denn das Buch wird ausschließlich in (relativ kurzen) Briefen erzählt, die die Hauptfigur Sybil entweder selber schreibt oder bekommt.

Die Briefe sind hauptsächlich chronologisch, von den frühen 2000ern bis 2021, nur zwei Briefe, die Sybil als Teenager an ihre beste Freundin geschrieben hat, tauchen außer der Reihe auf. Nach und nach erfahren wir so die Geschichte über  Sybils Ehe und Familie, sowohl über ihren geschiedenen Mann und ihre Kinder, als auch über ihren Adoptivbruder und ihre Adoptiv-Eltern.

Wichtige Figuren sind außerdem ihre beste Freundin uns ihre Familie sowie ein ehemaliger Arbeitskollege und dessen Sohn, dessen Patentante Sybil ist. 

Mir hat das Buch sehr, sehr gut gefallen, gerade WEIL die Briefe meist nur 2-5 Seiten lang sind und ich immer wissen wollte, wie es weiter geht. Dabei folgt auf einen Brief von Sybil nicht unbedingt immer sofort der Antwortbrief, manchmal sind mehrere andere Briefe dazwischen.

Ich mochte auch, dass die meisten Figuren in diesem Buch schon älter sind, erfrischend - denn die meisten belletristischen Bücher haben Hauptfiguren so um die 30, Sybil ist aber schon über 70, als das Buch anfängt - fand ich super! Auch waren da erfreulich wenig Stereotype für meinen Geschmack, die Charaktere waren ziemlich differenziert.

Ein winziger Wermutstropfen: In der Korrespondenz erwähnt Sybil immer wieder Bücher, die sie gerade liest und wie sie ihr gefallen, mit einigen AutorInnen korrespondiert sie auch direkt. Da hätte ich es schon gefunden, wenn es im Anhang eine Literaturliste aller erwähnten Bücher gegeben hätte - aber ich bin sicher, die kann ich ergoogeln...

Und das Buch macht total Lust, mal wieder selber zum Füllhalter zu greifen und einen richtigen Brief zu schreiben - keine email oder WhatsApp-Nachricht. Es kommen schon auch e-mails vor, aber der Großteil der Korrespondenz sind Briefe.

Ich vergebe volle 5 Sterne und bin gespannt, was Frau Evans sonst noch so schreiben wird. 

Ich habe das Buch als eBook aus der Bücherei gehabt, kann mir aber gut vorstellen, es noch einmal als "richtiges" Buch anzuschaffen und es nochmal zu lesen.

So, jetzt Du: Welches Hype-Buch hat Dich zuletzt überzeugen können? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Freitag, 4. September 2026

Souvenir-Wolle und Garne aus dem Urlaub: Was mach ich jetzt damit? 6 + Strickanleitungen

In unseren letzten Urlauben war immer ein Wollgeschäft vor Ort, und das "musste" ich dann natürlich unterstützen. Und vermutlich warst Du auch schon auf einem Wollfest oder einer anderen wolligen Veranstaltung und hast Dir von da "diesen einen Strang Wolle" mitgebracht, an dem Du einfach nicht vorbeigehen konntest. 

Tja, und dann bist Du zu Hause und fragst Dich: Was zum Teufel mach ich jetzt damit? Also habe ich mir gedacht, ich gucke mal, was ich in der Vergangenheit aus solchem "Souvenir-Garn" so fabriziert habe - vielleicht ist ja etwas für Dich dabei? 

Ich habe Dir wieder ein öffentliches Ravelry-Bundle mit den Anleitungslinks gebaut >>




1. Tuch mit Fallmaschen: Der Clapoktus (Gratis-Anleitung) >>

Fallmaschen (oder auch Lochmuster) sind ganz "dankbar", wenn Du mit eher wenig Wolle weit kommen möchtest. Wobei "wenig Wolle" bei meiner Version aus dem Jahr 2017 >> nicht unbedingt das Problem war, denn der handgefärbte Merino-Strang hatte großzügige 150 Gramm, da habe ich nicht mal alles gebraucht für ein recht großes Tuch:


Dieses "Clapoktus" Tuch habe ich 2017 aus einem Souvenir-Strang vom Schwarzwaldstrick gemacht

Gekauft habe ich das Garn auf dem Schwarzwaldstrick in 2017 und den Clapoktus habe ich daraus gestrickt, weil ich gerade einen anderen in Arbeit hatte. >>Das Garn dazu hatte ich im Jahr davor auf dem Weihnachtsmarkt in Bad Herrenalb von Pandora StrickTick gekauft. 



Mein erster Clapoktus war aus einem Souvenir-Strang Sockenwolle vom Weihnachtsmarkt

Da war es schon wichtiger, dass die Fallmaschen ihre Wunder wirken, denn das war ein normaler Strang von 100 Gramm Sockenwolle, die so um die 420 Meter weit läuft.


2. Nochmal Fallmaschen: Das Tristna-Tuch von Carola Kofler (Kaufanleitung auf Deutsch) >>

Das ist gleich im doppelten Sinne eine Anleitung für einen Souvenir-Strang, die Anleitung ist nämlich von der Besitzerin des Wollladens, in dem ich auch das Garn gekauft habe, Pro Lana 1-2-3-Ideen * >>

Das ist ein dünnes Baumwollgarn, sehr flutschig und weich, und damit ganz hervorragend geeignet für Fallmaschen. Das 1 Knäul, das ich hatte, hat mir auch gereicht für ein anständig großes Tuch, ich hatte sogar noch etwas übrig für Fransen.


Das "Tristna"-Tuch habe ich 2024 aus meinem Souvenir-Garn gestrickt, auch mit Fallmaschen


3. Wenn's mehr als 1 Knäul ist: Der Fading Circles Pullover (Gratis-Anleitung ) >>

2020 habe ich mir direkt eine Pullovermenge von Ferner Wolle Lungauer Vielseitige *>> gegönnt und habe daraus diese kostenlose Drops-Anleitung gestrickt. 


Diesen Pulli habe ich 2020 aus meinem Souvenir-Garn gestrickt

Wenn Du weniger Garn mitgebracht hast, könntest Du ja auch nur die Rundpasse damit stricken und den Rest des Pullovers in einem neutralen Uni-Garn. Ich hatte zwar insgesamt genug Souvenir-Garn, allerdings drei unterschiedliche Farben, so dass ich in meiner Version >>  auch etwas "stückeln" musste - gefällt mir aber immer noch.


4. Ein Teil eines größeren Tuchs aus mehreren Farben: Shawlography von Stephen West (Kaufanleitung) >>

Hier wieder ein Fall von "Anleitung und Wolle aus der gleichen Quelle": Das Garn habe ich 2018 auf einer Geschäftsreise im Amsterdam beim "Meister Himself" gekauft >>


Gekauft hab ich's 2018 in Amsterdam bei Stephen & Penelope

Verarbeitet habe ich es dann erst 3 Jahre später, aber immerhin in einer Anleitung von Stephen West, ich habe es für Teile des "Shawlography"-Tuchs verwendet, das war damals der Mystery-KAL. Ich habe zusätzlich noch drei Knäul in uni und semi-solid aus meinem Vorrat verwendet und das Tuch trage ich bis heute sehr gern.



Dieses Souvenir-Garn ist zusammen mit anderen Stash-Garnen in ein Stephen-West-Tuch gewandert

5. Als Kontrastfarbe in einem Colorwork-Pullover: Der Just Float >> oder der Sparkle>> (beides Kaufanleitungen)

Im gleichen Jahr wie die Pro-Lana-Wolle habe ich auch noch dieses tolle Farbverlauf-Knäul von Wooly Hugs * >> erworben:



Schon als ich's gekauft habe, war mir klar: Für Socken ist mir das viiiiel zu schade!

Das ist zwar - theoretisch- eine Sockenwolle, aber dafür war mir das viel zu schade! Ich habe das tolle Garn dann für den Colorwork-Teil von gleich zwei Pullovern verwendet, den Rest habe ich mit neutraler unifarbener Wolle aus dem Vorrat "aufgefüllt":



Den "Just Float" habe ich über Weihnachten 2024/2025 gestrickt

Beim Just Float habe ich oben in der Rundpasse das Wooly Hugs Garn als Kontrastfarbe verwendet, und ich finde den Effekt ziemlich gigantisch. Ich freue mich schon, wenn's bald wieder kalt genug ist, dass ich den Pullover auch tragen kann!


Beim Sparkle ist der Effekt nicht ganz so deutlich, weil ich anfangs kein weiß als Kontrastfarbe verwendet habe, sondern Rot respektive dieses beige-melierte Basisgarn. Ich mag ihn aber trotzdem gern - könnte ich auch nochmal eine andere Version davon stricken.



Der Kontrast beim Sparkle-Pullover hätte am Anfang größer sein können, aber mit Weiß als Hintergrund geht es ganz gut

6.  Wieder Lochmuster für mehr Lauflänge: Der Willow-Cowl (Kaufanleitung) >>

Und zum Abschluss noch eine Anleitung mit Lochmuster, damit Du auch möglichst weit kommst mit Deinem Souvenir-Garn: Als ich den Willow-Cowl erstmals gestrickt habe (mittlerweile habe ich drei davon), war die Anleitung noch kostenlos, aber besonders teuer ist sie auch als Kaufanleitung nicht, unter 4 Euro (per September 2026).  Meinen ersten Cowl habe ich aus meinem ersten Wollmeise-Strang gestrickt, den ich mal bei einem Stricktreffen ergattert habe - und ich mag ihn immer noch sehr gern.



Mein erster Willow-Cowl aus Wollmeise Twin in der Farbe "Poppy"

Aber auch mit "bunterer" handgefärbter Wolle, die nicht (wie Wollmeise) 150, sondern nur die "normalen" 100 Gramm hat, bekommt man einen schönen Schlauchschal:



Dieser "buntere" Willow-Cowl ist mit Wolle von Frau Odersocke gestrickt

Meine "buntere" Version >> habe ich 2015 aus handgefärbter Sockenwolle von Frau Odersocke gestrickt und ich finde immer noch, dass das ziemlich gut wirkt (sorry, ich habe leider nur unscharfte Fotos gefunden).


So, jetzt Du: Kaufst Du "Souvenir-Garn"? Und was machst Du dann daraus resp. was hast Du daraus gemacht? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!


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Mittwoch, 2. September 2026

Rezension: Der Sturm zwischen uns von Carley Fortune

 Vor 2 Jahren habe ich das erste von Carley Fortunes Sommerbüchern gelesen >>, das hat mir überraschend gut gefallen, obwohl ich ja eigentlich nicht soooo der Fan von sehr jungen Protagonisten bin und ein bissle viel Spice war's auch - da konnte ich beim ersten Buch aber noch drüberweg lesen.

Buch 2 und 3 haben mir dann schon nicht mehr sooo gut gefallen, und ich hatte mir den "Sturm" als physisches Buch gekauft, bevor ich Buch 3 gelesen hatte - ich hatte schon ein bissle Sorge, dass mir das gar nicht gefallen würde... Aber zum Glück kam es ganz anders!

Bibliographische Daten:

Der Sturm zwischen uns von Carley Fortune * >>

Penguin Verlag, broschiert, 512 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3328114599


Klappentext:

Niemals hätte Frankie erwartet, dass sie dieses Schicksal ereilen wird: Kurz vor der Hochzeit lässt ihr Verlobter ihre gemeinsame Zukunft zerplatzen. Mit gebrochenem Herzen kehrt Frankie zu ihrer Familie zurück, um sich in ihrem Elend zu suhlen – doch sie hat die Rechnung ohne ihren besten Freund George gemacht. Er möchte, dass Frankie in die Flitterwochen fährt. Mit ihm. Eine Woche lang die frische Meeresluft von Tofino einatmen, in den wilden Wellen surfen und den atemberaubenden Regenwald erleben. Georges Plan, Frankie von ihrem Herzschmerz zu befreien, entwickelt sich schon bald zu etwas anderem: einer letzten Chance, ihre Freundschaft zu retten. Und das bedeutet, Geheimnisse und unausgesprochene Gefühle ans Licht zu bringen.


Über Carley Fortune:

Carley Fortune ist eine preisgekrönte kanadische Journalistin. Ihr Debütroman »Fünf Sommer mit dir« über eine unvergessene Jugendliebe an einem kanadischen See eroberte sofort die Bestsellerlisten der »New York Times«, »Sunday Times«, »Globe and Mail« und des »Toronto Star«. Carley Fortune denkt so gern an die Sommer ihrer Kindheit in dem idyllischen Ort Barry’s Bay zurück, dass sie ihn unbedingt zum Schauplatz ihrer wunderschönen Liebesgeschichte machen musste. Sie lebt mit ihrer Familie in Toronto.


Und, wie hat es mir gefallen?

Hach, das war wieder echt nett! Bisher war mir ja vor allem bei ihrem zweiten und dritten Buch zuviel Spice drin, das hielt sich hier zum Glück in Grenzen (aber das, was dann drin war, sorgte dafür, dass es eben doch eher 4,5 statt 5 Sterne geworden sind). 

Aber es hat mir soooo gut gefallen! Vor allem das Setting im kanadischen Regenwald (wusste nicht mal, dass es den gibt) war genau meins, aber auch die Freundschaftsgeschichte zwischen Frankie und George mochte ich sehr. Ja, geschenkt - ich halte es schon für sehr, sehr unwahrscheinlich, dass diese zwei, die zusammen aufgewachsen sind und sogar mal in ihren 20gern zusammen gewohnt haben, nicht früher hätten merken können, dass da mehr zwischen ihnen ist als nur Freundschaft. 

Aber die Geschichte ist wirklich schön erzählt und hat mir auch deutlich besser gefallen als "Sommer ohne August". Außer dem Natursetting gibt's auch noch tolle Beschreibungen der Gerichte, die die beiden so verspeisen (Frankie ist Köchin) und am Rande kommt noch eine problematische Mutter -Tochter-Beziehung vor, die ich jetzt nicht dringend gebraucht hätte, aber auch ganz gut beschrieben fand. 

Und es wird alle Nase lang aus "Little Women" zitiert, was dazu geführt hat, dass ich mir die Schmuckausgabe von Coppenrath zugelegt habe. Ich muss sagen, das ist bisher mein liebstes Buch der Autorin, ich vergebe sehr gute 4,5 von 5 Sternen.

So, jetzt Du: Wann ging es Dir zuletzt so, dass Dir ein Folgeband einer Reihe besser gefallen hat als die ersten Bände? Welche Reihe war das? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Freitag, 28. August 2026

Lacemuster, Lochmuster, Ajour: 8 + kostenlose Strickanleitungen

 Ich bin selber ganz erstaunt, dass ich scheinbar noch keinen Post zu Lochmustern a.k.a. Lace a.k.a. Ajourmustern hier veröffentlicht habe, dabei stricke ich die total gern, nicht nur im Sommer. Also habe ich mich mal durch meine Ravelry-Favoriten gewühlt und hier ist das Ergebnis. 

Auch hier habe ich Dir wieder ein öffentliches Ravelry-Bundle erstellt - guckstu >>

Hier habe ich mich auf eher kleine Projekte beschränkt, im Ravelry-Bundle findest Du aber auch noch weitere Anleitungen für größere Projekte wie Oberteile oder große Tücher.




1. Cozy Autumn Socks von This Handmade Life >>

Ich liebe Lochmuster, und ich liebe Socken mit Lochmuster. Umso erstaunlicher, dass ich diese Anleitung bisher noch nicht gestrickt habe, obwohl sie schon 2018 erschienen ist. Das Lochmuster zieht sich über die ganze Socke und formt außerdem auch noch einen "falschen Zopf", also etwas, was wie ein gestrickter Zopf aussieht, ohne das Maschen verkreuzt werden müssen - noch etwas, was ich liebe! Die kommen ganz bald auf die Nadeln!


2. Tuch "Anemone" von Caro in the City >>

Auch hier bin ich erstaunt, wie mir dieses Tuch bisher entgehen konnte, denn auch dieses "Sampler Tuch", in dem verschiedene Lochmusterstreifen kombiniert werden, ist eigentlich genau meins. Es wird in Sockenwollstärke gestrickt - meine bevorzugte Wollstärke und ich finde, die einzelnen Streifen eignen sich super, um jeden mit einem anderen Rest zu stricken. Auch das kommt ganz nach oben auf meine "Will-ich-stricken"-Liste


3. Rose Petal Bandana von Dagmar Tamura >>

Diese kleinen Dreieckstücher, die zu meiner Zeit "Nickitücher" hießen und heute auch gern als "Bandana" bezeichnet werden, sind ja derzeit total angesagt. Dieses hier hat ein einfaches Gitter-Lochmuster über das ganze Tuch und wird ebenfalls in Sockenwollstärke gestrickt. Laut Anleitung benötigst Du nur 200-300 Meter, da kommst Du vielleicht sogar mit einem 50 g -Knäul Sockenwolle hin und kannst vielleicht etwas edleres wählen, irgendwas mit Seide oder so...*  >>


4. Mitones Arbolito von Merche Hernandez >>

Noch eine Anleitung für Sockenwollstärke, diesmal für die Hände: Auf dem Handrücken dieser fingerlosen Handschuhe ist im Lochmuster ein kleines Bäumchen eingestrickt, ein "Arbolito" also. Gestrickt wird klassisch vom Handegelenk nach vorne zu den Fingern. Die Anleitung hat einen Daumenzwickel, so dass sie gut sitzen sollten, und Du benötigst nur 150 bis 200 Meter pro Paar, da solltest Du definitiv mit einem 50 g Knäul Sockenwolle hinkommen


5. Grapevine Headband von Celeste Knitwear >>

Ich würde ja sagen, Kopfbedeckungen, die wärmen sollen, sollten nicht zu löchrig sein - aber hier ist die "Lochdichte" noch ok. Du strickst im Prinzip ein langes Band, dass dann am Ende auf eine bestimmte Art zusammengenäht wird, wodurch der "Twist" vorne entsteht. An den Seiten laufen ein paar schmale Zöpfchen - da weiß ich nicht, ob ich die stricken würde, ich bin ja nicht soooo der Zopffan. Außerdem sollte die dickere Wolle - DK-Stärke, also z.B. die Drops Lima * >> - auch besser wärmen als die dünnere Sockenwolle. 


6. Noisette Shawlette von Trust The Mojo >>

Wieder ein Tüchlein, wie sie im Moment so en vogue sind, aber während Du das Bandana ja auch als Kopftuch tragen kannst, ist dieses eher schmal wie eine Krawatte und eher für den Hals - wobei Du auch das hier natürlich als Haarband tragen könntest... Gestrickt wird von Spitze zu Spitze mit angestrickten Icords aus einem edlen Garn mit Seide und Merino, der Katia Concept Silky Lace * >>
Die Designerin sagt, Du solltest mit einem 50 g- Knäul hinkommen, das läuft 260 Meter.


7. Heartleaf Socks von Kayla Baldwin >>

Diese tollen Mustersocken haben neben einem Loch- auch noch ein Zugmaschenmuster, sind also sicher nix für "mal eben so nebenbei ohne Denken". Aber das Ergebnis ist schon toll und kommt in einem hellen, unifarbenen Garn sicher super zur Geltung. Wenn Du die Blattmuster besonders betonen willst, nimmst Du vielleicht Grün...


8. Diamond Washcloth von Drops Design >>

Wenn Du zum ersten Mal Lochmuster strickst und das erstmal ausprobieren willst, ist so ein Spül- oder Waschlappen optimal. In der Anleitung wird die Drops Muskat * >> verwendet, die ist aber mercerisiert und saugt dann meiner Erfahrung das Wasser nicht mehr so gut auf, wenn Du das Läppchen wirklich als Spüllappen verwenden willst. Für Spüllappen empfehle ich die Drops Safran * >>, die ist ein bissle dünner, aber nicht mercerisiert, saugt gut und trocknet (weil dünner) auch besser.


So, jetzt Du: Magst Du Lochmuster? Strickst Du sie gerne, trägst Du sie gerne? Und falls ja, welches ist Deine liebste Lochmusteranleitung? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 26. August 2026

Rezension: Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger

 Das Buch war auf der "Sommer-Buchliste" der Stadtbibliothek Karlsruhe. Ist jetzt nicht unbedingt ein reines Sommerbuch, hat mir aber ordentlich gefallen.

Bibliographische Daten:

Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger * >>

dtv Verlagsgesellschaft, Taschenbuch, 432 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3423221852


Klappentext:

Die Sommer ihrer Kindheit verbrachte Mina jedes Jahr auf einer kleinen Insel in Maine, gemeinsam mit ihren Eltern und dem großen Bruder. Auf Eagle Island fühlte sich das Leben frei und leicht an: Mina streifte mit dem Fischerjungen Sam durch die Kiefernwälder, sammelte Muscheln und Vogelfedern, während die Erwachsenen die Tage am Strand und auf Gartenpartys vorbeiziehen ließen. Doch ein schicksalhafter Sommertag veränderte alles, die Wege von Mina und Sam trennten sich.


Über Beatrix Gerstberger:

Beatrix Gerstberger, geboren 1964, ist freie Autorin für ›Brigitte‹, ›Stern‹ und ›Geo‹. Sie schrieb den SPIEGEL-Bestseller ›Keine Zeit zum Abschiednehmen‹ über den frühen Tod ihres Partners und die Geschichten von weiteren jungen Witwen vor 20 Jahren, als sie für sechs Monate in einem Hummerfischerdorf in Maine lebte. Viele Jahre später kehrte sie an diesen Ort zurück, fuhr mit Hummerfischerinnen hinaus aufs Meer und sprach mit ihnen über das Leben, über Verluste, Trauer und das Weitermachen. Daraus entstand die Idee für diesen Roman. Beatrix Gerstberger lebt in Hamburg.


Und, wie hat es mir gefallen?

War auf der Sommer-Empfehlungsliste der Stadtbibliothek Karlsruhe, und ich habe es - gerade auch als "Sommerbuch" ganz gern gelesen. Die Geschichte spielt zwar nicht nur im Sommer, aber der Vergangenheitsstrang schon: Die Hauptfigur Mina hat mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder viele Sommer ihrer Kindheit auf der Insel Eagle Island bei Stone Harbour in Maine verbracht. Nach einem Schicksalsschlag kommt sie wieder in die Region und findet Unterschlupf bei der alten Hummerfischerin Ann. 

Erzählt wird dann, wie sie sich in Stone Harbour einlebt und zusammen mit Ann und der Fischerin Julie zum Hummerfischen aufs Meer fährt. In Rückblenden erfährt man auch einiges über ihre Kindheitssommer auf der Insel, und auch ihren Jugendfreund Sam trifft sie wieder. Es geht in dieser Geschichte viel um Familienbeziehungen, aber auch um Freundschaft und "Found Family". 

Einzig die Geschichte um Minas und Sams Brüder hat mich etwas genervt - beide sind bei Unfällen ums Leben gekommen, und obwohl immer angedeutet wird, dass es da ein "Geheimnis" zu lüften gibt, wird das bis zum Schluss nicht aufgelöst. Fand ich ein bissle nervig - wenn das nicht relevant ist, hätte sie diesen Erzählstrang doch gar nicht einführen müssen? 

However, das ist Jammern auf hohem Niveau - die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten, und ich mochte die Figuren sehr, vor allem Julie. Die bekommt im 2. Band "Hummerjahre", der im August 2026 erscheinen soll, die "Hauptrolle", sagt der Klappentext. Joa, werde ich vielleicht auch lesen, muss jetzt aber nicht sofort sein. 

Insgesamt ein nettes Buch mit guten Charakteren und nicht-kitschigen Liebesgeschichten. Ich vergebe solide 4 von 5 Sternen.

So, jetzt Du: Hast Du ein "Sommerbuch" gelesen, das Du mir empfehlen kannst? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Freitag, 21. August 2026

8 neue kostenlose Sockenanleitungen auf Ravelry in 2026: Mustersocken selber stricken

 Es ist immerhin schon 5 Monate her, seit ich die letzte "kostenlose Sockenanleitungen"-Sammlung veröffentlicht habe >>, also dachte ich, ich gucke mal, was in 2026 bisher schon so an neuen, kostenlosen Anleitungen veröffentlicht wurde.

Alle Anleitungen habe ich Dir in diesem Ravelry-Bundle zusammengefasst >>



1. Wavey May Socks von Mia Salminen >>

Bei diesen Socken wird ein selbstreifendes Garn mit einer Kontrastfarbe kombiniert. Es werden Ab- und Zunahmen gearbeitet, wodurch ein subtiles Wellenmuster entsteht. Gefällt mir gut, kann ich mir auch gut aus Resten vorstellen, frau sollte nur darauf achten, dass der Kontrast zwischen den beiden Garnen groß genug ist.


2. Polyrythm Socks von Katarzyna Rakowska-Ladna >>

Das Muster war ein Bonusmuster bei der diesjährigen Sockmadness, drum gibt's auch schon ziemlich viele Finished Objects. Die Socken enthalten eine Kombi aus unterschiedlichen Lochmustern. Ich stricke ja sehr gerne Lochmuster und kann mir gut vorstellen, die bald mal auf die Nadeln zu nehmen. Sie sehen aber vermutlich in einem hellen, unifarbenen Garn am besten aus.


3. Seeds of Summer Socks von Wildflower Fibercrafts >>

Ein Paar Shortie-Socken mit einem hübschen tiefergestochenen Muster am Bündchen. Aus dem Bünchen werden subtil ein Paar Hebemaschen nach unten weitergeführt, ich könnte mir aber auch gut vorstellen, den Rest in glatt rechts zu stricken und das Muster im Bündchen vielleicht in einem Kontrastgarn zu stricken. Gefallen mir sehr gut!


4. Archimedes von Eliza Hobbs >>

Hier werden linke und rechte Maschen mit ein paar Zugmaschen clever kombiniert, so dass auf der Socke Sechsecke entstehen. Gut (für mich, die ich nicht gerne verzopfe) ist, dass die Zugmaschen-Verkreuzungen ohne Zopfnadel gearbeitet werden können. Auch hier würde ich ein helles, möglichst einfarbiges Garn empfehlen.


5. Cordelia says nothing von Lorraine Rayson >>

Ein tolles Lacemuster auf dem Oberfuss, gefallen mir sehr! Die Socken werden von der Spitze zum Bündchen gestrickt - ist jetzt nicht meine bevorzugte Strickmethode, aber zur Abwechslung vielleicht mal ganz nett. Und zur Not kann man das Chart ja umdrehen und sie andersherum, also "normal" vom Bündchen zur Spitze, stricken.


6. March Socks 2026 von Bluebird and Daisy >>

Diese Socken haben ein Strukturmuster aus rechten und linken Maschen, das die Designerin als "Seersucker"-Muster bezeichnen. Wie auch immer, sieht hübsch aus, und damit man's auch gut sieht, würde ich auch hier ein helles, wenig gemustertes Garn empfehlen - Speckles gehen vielleicht noch.


7.  Echternach von Eliza Hobbs >>

Ich weiß gar nicht, wieso mir diese Designerin noch nicht vorher aufgefallen ist! Auch diese Socken gefallen mir sehr, dieses Mal gibt es ein Rippenmuster, das für mich auf den ersten Blick nach "falschem Zopf" aussieht, bei dem der Zopfeffekt durch Ab- und Zunahmen statt durch echte Verkreuzungen erreicht wird. Sowas lieb ich ja!


8. Funny Ribs von Petra Baur >>

Zum Schluss noch was für krachbuntes Garn: Durch das unterbrochene Rippenmuster werden quietschbunte, handgefärbte Garne * >>"aufgebrochen" und Du bekommst tolle Pooling-Effekte - ich mag das ja. Wenn Du nicht so der Pooling-Fan bist, kannst Du die Socken auch aus einem "normalen", selbstreifenden Sockengarn stricken, da gibt es auch schon einige Ravelry-Projekte, die gut aussehen.


So, jetzt Du: Welche Sockenanleitung strickst Du gerne? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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Mittwoch, 19. August 2026

Rezension: Sommer in Wien von Petra Hartlieb

 Das erste Buch in dieser Reihe, "Winter in Wien", habe ich vor Ewigkeiten schon gelesen >>. Hat mir damals gut gefallen, und eigentlich wollte ich schon längst die anderen Bücher aus dieser Reihe lesen. Den "Sommer" habe ich mir jetzt jahreszeitlich passend vorgenommen, und auch den Frühling habe ich schon als gedrucktes Buch hier liegen...


Bibliographische Daten:

Sommer in Wien
von Petra Hartlieb * >>

DuMont Buchverlag , 176 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3832183728


Klappentext:

Der berühmte Dichter Arthur Schnitzler verbringt mit seiner Familie die Sommerfrische auf der mondänen Adria-Insel Brioni. Und Marie, das Kindermädchen der Familie, reist mit. Doch obwohl sie zum ersten Mal am Meer ist, sind ihre Gedanken in Wien. Oskar Nowak, der junge Buchhändler aus der Währinger Straße, geht ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf. Ob sie als Paar eine Zukunft haben?


Über Petra Hartlieb:

Petra Hartlieb wurde 1967 in München geboren und ist in Oberösterreich aufgewachsen. Sie studierte in Wien Psychologie und Geschichte und arbeitete danach als Pressefrau bei verschiedenen Verlagen in Wien und Hamburg, später als Literaturkritikerin für den NDR, Ö1 und die Financial Times. Seit 2001 betreibt sie mit ihrem Mann eine Buchhandlung in Wien.


Und, wie hat es mir gefallen?

Joah, kann man schon mal lesen, muss man sicher nicht. Ich würde -wie auch schon beim Winterbuch- unbedingt empfehlen, das in der passenden Jahreszeit zu lesen, denn ich konnte die Sommerhitze in Wien sehr gut "nachfühlen". 

Außerdem gefällt mir die Reihe vermutlich auch deshalb so gut, weil sie in Wien spielt und ich die Stadt ein bissle kenne. Ich war also wieder gerne bei Marie, den Schnitzler-Kindern und Oskar. 

Allerdings geht die Entwicklung der Beziehung ein bissle fix, was vermutlich der Kürze des Buches geschuldet ist - da war wohl einfach nicht genug Platz, um das ganze etwas langsamer zu entwickeln. Vermutlich hätte man die ganze Geschichte gut in einen, maximal 2 längere Bücher packen können - aber ich hab's trotzdem ganz gern gelesen.

Ich habe den Frühling schon hier liegen, und auch den Herbst - den letzten Band- werde ich vermutlich noch lesen. Die Figur der Fanni als frühe, emanzipierte Frau, fand ich ganz interessant, aber die kam ja schon noch sehr am Rand vor.

Ich vergebe knappe 4 von 5 Sternen - wenn Du jetzt nicht der größte Wien-Fan bist, ist das Buch sicher kein Muss, aber als "seasonal read" fand ich es schon ganz nett.

So, jetzt Du: Gibt's ein "Sommerbuch", das ich unbedingt diesen Sommer noch lesen sollte? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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