Mittwoch, 5. Mai 2021

Rezension: Jaffa Road von Daniel Speck

 Hach, was für ein tolles (Hör)Buch! Mir hat ja schon letztes Jahr der erste Teil "Piccola Sicilia" so gut gefallen >>, also habe ich gleich zugeschlagen, als ich gesehen habe, dass die Geschichte von Jasmina, Moritz und Joelle weitererzählt wird.

Bibliographische Daten:


Jaffa Road von Daniel Speck * >>

Spieldauer: 20 Stunden und 53 Minuten
Sprecher: Luise Helm, Michael Rotschopf
Argon Verlag, ungekürzte Ausgabe
ASIN: 
B08W5GH919


Klappentext:

Eine Villa am Meer unter Palmen: Die Berliner Archäologin Nina reist nach Palermo, um das Erbe ihres verschollenen Großvaters Moritz anzutreten. Dort begegnet sie ihrer jüdischen Tante Joëlle und einem mysteriösen Mann, der behauptet, Moritz' Sohn zu sein: Elias, ein Palästinenser aus Jaffa. Drei fremde Verwandte am Grab eines rätselhaften Mannes - gemeinsam rekonstruieren sie Moritz' schillerndes Leben, um ihre eigene Familiengeschichte zu verstehen.
Haifa, 1948: Unter den Bäumen der Jaffa Road findet das jüdische Mädchen Joëlle ein neues Zuhause. Für das palästinensische Mädchen Amal werden die Orangenhaine ihres Vaters zur Erinnerung an eine verlorene Heimat. Beide ahnen noch nichts von dem Geheimnis, das sie verbindet.


Über Daniel Speck:

Daniel Speck (* 1969 in München) ist ein deutscher Drehbuchautor und Schriftsteller. Daniel Speck studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität La Sapienza in Rom.[1] Er ist Absolvent der Drehbuchwerkstatt der Hochschule für Fernsehen und Film München.Speck verfasste unter anderem die Drehbücher für Meine verrückte türkische Hochzeit (2006), Maria, ihm schmeckt’s nicht! (2009) und Antonio, ihm schmeckt’s nicht! (2016). Seine Arbeit für die Pro Sieben-Produktion Meine verrückte türkische Hochzeit wurde mehrfach ausgezeichnet. Beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden erhielt er 2006 den Preis der Jury und den 3sat-Zuschauerpreis. Es folgten 2007 der Grimme-Preis und der Bayerische Fernsehpreis für das beste Drehbuch. Hinzu kamen Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis 2006 sowie für den Civis Medienpreis 2007.


Über Luise Helm:

Luise Helm (* 6. März 1983 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin. Als Synchronsprecherin lieh sie unter anderem Scarlett Johansson (seit Match Point), Lauren Ambrose (Six Feet Under – Gestorben wird immer), Megan Fox (Transformers) und Shannon Elizabeth (Tatsächlich Liebe) ihre Stimme. In dem Film Her von 2013 übernahm sie die Computerstimme Samantha, die im Original auch von Scarlett Johansson gesprochen wurde. Seit 2019 spricht Luise Helm das Soundlogo der Marke Volkswagen. Ihre Stimme ist beispielsweise in Fernsehspots, Radiowerbung oder Online-Videos von Volkswagen zu hören.


Über Michael Rotschopf:

Michael Rotschopf (* 28. Oktober 1969 in Lienz, Österreich) ist ein österreichischer Schauspieler und Hörspielsprecher. Seine Ausbildung zum Schauspieler erhielt Michael Rotschopf am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Bereits während seiner Ausbildung wurde er ans Wiener Burgtheater geholt. Er gehörte fünf Jahre lang dem Ensemble an. Er lebt in Berlin.


Und, wie hat es mir gefallen?

Mit diesem Buch hat sich Daniel Speck absolut in die Liste meiner allerliebsten Autoren eingetragen! 

Wow. Was für ein tolles Buch! Ich empfehle sehr das Hörbuch, genial gelesen u.a. von Luise Helm (und einem männlichen Sprecher, der seine Sache auch gut macht, aber nicht an die weibliche Stime herankommt). Wieder habe ich extrem viel über das Leben im Nahen Osten gelernt, über Israel und Palästina, über Israelis und Palästenenser und ihre Kultur.

Wie wahrscheinlich für viele Deutsche meiner Generation waren für mich Palästinenser männliche Araber mit Kopftuch, die mit Kalaschnikoffs im Anschlag in ungemütlich aussehenden Behausungen vor Kameras posierten. Das diese Männer aus Familien kamen, die vor der Staatsgründung Israels friedlich zusammen mit ihren jüdischen und christlichen Nachbarn zusammen gelebt und gefeiert hatten, bevor sie geflohen sind oder vertrieben wurden, war mir nicht wirklich klar.

Aber auch die Perspektive der europäischen Juden, die nach dem Holocaust aus allen Teilen der Welt in Israel eine Zuflucht fanden und nicht länger nur Opfer sein wollten, wird von den Charakteren Joelle, Jasmina und Avi eindringlich beschrieben. Diese Figuren kannte ich schon aus "Piccola Sicilia", und obwohl man das Buch sicher auch versteht, ohne diesen ersten Teil zu kennen, würde ich doch empfehlen, den vorher zu lesen, weil man die Geschichte von Moritz, Jasmina und Victor dann besser nachvollziehen kann.

Tragischer Held der Geschichte, der alle Handlungsstränge verbindet, ist Moritz Reincke, aka Maurice Sarfati. Die Geschichte wird von 1948 bis Mitte der 1990ger Jahre erzählt und spielt sowohl in Israel als auch in Deutschland. Das Olympia-Attentat von München kommt vor, wie auch die Flugzeugentführungen der 1970ger und 80ger-Jahre. All das hat mich dazu gebracht, ein bissle nach den Hintergründen zu googeln und ich habe sehr viel erfahren, von dem ich bisher noch nichts wusste. Ich möchte definitiv noch mehr Bücher lesen, die im Nahen Osten spielen. Und auch von Daniel Speck möchte ich unbedingt noch mehr lesen.

Von mir gibt es also wieder 5 von 5 Sternen und das Buch wird - wie schon Band 1 im letzten Jahr - sicher zu meinen Jahreshighlights gehören.


So, jetzt Du:
Kennst Du weitere Bücher, die in Israel und im Nahen Osten spielen?
Schreib sie mir doch bitte in die Kommentare!

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