Ich bin ein Fan der Hulda-Gold-Reihe der Autorin >>, und als bei Vorablesen.de der erste Band einer neuen Reihe der Autorin vorgestellt wurde, war ich gleich dabei. Ich hab das e-Book dann zur Rezension gewonnen und muss sagen, liest sich sehr vielversprechend! Da werde ich sicher weiterlesen.
Bibliographische Daten:
Die Weiße Nacht von Anne Stern * >>
Piper Verlag, 400 Seiten
ISBN-10 : 3492074618
Klappentext:
Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näherrückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter Zeitdruck und weist in eine neue Richtung, zurück in die finstere Vergangenheit.
Über Anne Stern:
Anne Stern wurde in Berlin geboren und lebt in ihrer Heimatstadt. Nach ihrem Studium der Germanistik und Geschichte promovierte sie in deutscher Literaturwissenschaft. Sie begann ihre Autorinnenlaufbahn als Selfpublisherin und veröffentlichte sehr erfolgreich mehrere historische Familiensagas. Ihre Romane über die Berliner Hebamme “Fräulein Gold”, die seit 2020 bei Rowohlt erscheinen, stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Im Sommer 2021 erschien die Romanbiografie “Meine Freundin Lotte” bei Kindler. Im Mai 2023 legte sie mit “Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie” ihren ersten Roman über die Semperoper im Dresden des 19. Jahrhunderts vor, zwei weitere Bände folgen 2024. Seit dem Sommer 2022 veröffentlicht Anne Stern auch beim Berliner Aufbau-Verlag, ihr Roman “Drei Tage im August” ist dort im August 2022 erschienen. Im Herbst 2023 folgte der Roman “Lindy Girls” über eine Charleston-Frauentanzgruppe. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Berlin.
Und, wie hat es mir gefallen?
Ich habe das ebook bei Vorablesen.de gewonnen und durfte es schon vorab lesen - das Buch erscheint am 2.1.26.
Ich mochte die Hulda-Gold-Reihe der Autorin sehr und war gespannt, wie sie einen Krimi in einer anderen Zeit erzählen würde- kann sie auch gut!
Das Cover zeigt die Spiegelung eines Kettenkarussells vor einer Trümmerlandschaft - passt ganz gut, denn eine der Hauptfiguren ist Fotografin.
Wir begleiten die arbeitslose Fotografin Lou, die bei ihren Streifzügen in den Ruinen von Berlin-Kreuzberg in der Vorweihnachtszeit 1946 auf eine Leiche stößt. Kommissar König nimmt die Ermittlungen auf - und es bleibt nicht bei einer Leiche... Es werden neben Lou und dem Kommissar noch viele weitere Figuren eingeführt, von denen nicht alle (im Moment) etwas mit der Geschichte zu tun haben, ich vermute mal, da werden weitere Geschichten vorbereitet.
Die Figurenkonstellation haben mich schon sehr an Hulda Gold erinnert: Lou ist quasi Hulda, König ist Karl, Lous Mitbewohner Bruno ist Bert... Der Waisenjunge Justus, der sich mit seiner Freundin Gerti als "Schwarzhändler" versucht, hat zwar am Rande mit der Geschichte zu tun, aber am Ende wird eine neue Geschichte angeteasert, in der er wohl eine größere Rolle spielen soll.
Und dann gibt es noch die Kapitel, in denen ein Gregor aus einem Kriegsgefangenenlager in Russland berichtet, da war - zumindest mir- bis zum Ende nicht klar, was das soll - vermutlich wird auch das später aufgelöst.
Der Kriminalfall selbst war spannend - und nicht besonders grausam erzählt, die Auflösung für mich schlüssig. Aber wie schon bei Hulda Gold ging es für mich hier nicht vorrangig um den Krimi, sondern eher um das Lokalkolorit und die historischen Zusammenhänge, die die Autorin hier wieder sehr gut rüberbringt: Die Kälte in den nicht zu beheizenden Ruinen, Stromknappheit, nichts zu Essen, die politischen Händel der Besatzermächte im aufgeteilten Berlin, Nazis sitzen weiterhin auf einflussreichen Positionen... Die Atmosphäre war schon ziemlich bedrückend, sicher keine kuschelige Wohlfühl-Stimmung, aber für mich sehr authentisch.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und war auch ziemlich schnell durch, die Kapitel sind recht kurz, die Erzählperspektive wechselt zwischen dem Kommissar und Lou, eingestreut werden Kapitel aus der Sicht von Justus und Gregor.
Ich bin gespannt auf weitere Bänder der Reihe und vergebe solide 4 von 5 Sternen.

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