Ich habe dieses Jahr Lesekreise a.k.a. Buchclubs für mich entdeckt. Dieses Buch war das erste, das ich im örtlichen Literaturkreis mitgelesenhabe. Hätte ich ohne die Anregung nie gelesen, aber es hat mir echt gut gefallen.
Bibliographische Daten:
Der Hypnotiseur von Jakob Hein * >>
KiWi-Taschenbuch, 208 Seiten
ISBN-10 : 3462005189
Klappentext:
Das untere Odertal in den Zeiten des Sozialismus. Als Micha nach seinem Ausschluss vom Psychologiestudium in das Haus seiner Großmutter zieht, kommen neue Leute ins Dorf – Künstler und Studenten, in erster Linie junge Frauen. Schillernde Gerüchte tauchen auf. Eine Sekte sei am Entstehen – und organisiere Westreisen! Tatsächlich hat Micha eine Gabe: Er kann Menschen hypnotisieren und ihnen so ihren Traum von Frankreich oder Kalifornien erfüllen. Aber schon bald stößt sein Unternehmen für Reisen im Kopf an Grenzen der realen Welt.
Über Jakob Hein:
Jakob Hein arbeitet als Psychiater. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter Mein erstes T-Shirt (2001), Herr Jensen steigt aus (2006), Wurst und Wahn (2011), Kaltes Wasser (2016) und Die Orient-Mission des Leutnant Stern (2018). Sein Buch Hypochonder leben länger und andere gute Nachrichten aus meiner psychiatrischen Praxis (2020) stand nach Erscheinen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Zuletzt erschien sein Roman Der Hypnotiseur oder Nie so glücklich wie im Reich der Gedanken im Frühjahr 2022.
Und, wie hat es mir gefallen?
Das Buch spielt in den späten 1980gern am Ende der Welt im Odertal. Jedes der Kapitel wird aus Sicht eines anderen Protagonisten erzählt: Die Nachbarin, eine der ersten Teilnehmerinnen, die Sekretärin der LPG, eine spätere Teilnehmerin...
Es geht um das, was der Klappentext erzählt: Ein "abgebrochener" Psychologiestudent bietet Reisen per Hypnose an - und da sie da sonst frühestens als Rentner hinreise können, sind das meistens Westreisen.
Bei der Diskussion im Literaturkreis wurde vermutet, dass Marlene - neben der sich offensichtlich enttarnenden Figur- auch eine Stasi-Mitarbeiterin hätte gewesen sein können. Wäre ich jetzt nicht so drauf gekommen, kann ich mir aber durchaus vorstellen.
Ein weiteres Diskussionsthema war, warum das "Hypnose-Business" nach Öffnung der Grenzen zusammenbricht: Waren es wirklich nur die fehlenden Fotos zum "Angeben"? Denn die Hypnosereisen sind ja immer toll - keine verpassten Flüge, keine überfüllten Busse, kein Gedränge im Konzertsaal. Eine Teilnehmerin trifft sogar Alain Delon persönlich in ihrer Hypnosereise - das hätte sie vermutlich bei einer "normalen" Reise nicht machen können.
Ein Teilnehmer brachte dann noch die Sprache auf die "Generation Instagram", der das bildliche Dokumentiere ihres Lebens so wichtig ist - die wären vermutlich mit einer Hypnosereise nicht zufrieden.
Leider hatten wir niemanden, der in der DDR gelebt hat zu der Zeit, nur einige mit Ost-Verwandtschaft, die von einigen Repressialien berichten konnten, wenn diese Verwandtschaft mal zu Besuch gewesen war.
Das Buch hat mir aber sehr gut gefallen und ich werde definitiv noch mehr von dem Autor lesen. Und die Diskussion im Literaturkreis hat großen Spaß gemacht, da gehe ich sicher noch einmal hin. Leider kann ich am nächsten Termin nicht, weil ich da auf Geschäftsreise bin.
Ich vergebe gute 4 von 5 Sternen.
So, jetzt Du: Welches Buch mit "DDR-Thematik" kannst Du mir empfehlen? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!
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