Mittwoch, 28. Januar 2026

Rezension: Pi mal Daumen von Alina Bronsky

Dieses Buch hatte ich schon auf dem Zettel, seit es 2024 zum "Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhändler" gewählt wurde. Hat ein bissle gedauert, bis ich es bei der Onleihte bekommen habe - aber das Warten hat sich gelohnt!

Bibliographische Daten:

Pi mal Daumen von Alina Bronsky * >>

Kiepenheuer & Witsch,  272 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3462004255


Klappentext:

Sie begegnen sich zum ersten Mal in einer Vorlesung: Der hochbegabte Oscar ist 16, hat einen Adelstitel und ist noch nie mit der U-Bahn gefahren. Moni Kosinsky hat drei Enkel, mehrere Nebenjobs und liebt knalligen Lippenstift und hohe Absätze. Sie ist fest entschlossen, sich heimlich den Traum von einem Mathe-Studium zu erfüllen. Doch im Hörsaal wird Moni für eine Putzfrau gehalten und belächelt. Wie kommt sie dazu, sich für eines der schwierigsten Fächer überhaupt einzuschreiben? Und woher kennt sie den berühmtesten Professor der Uni? Bald muss nicht nur Oscar feststellen, dass Monis Verstand und Beharrlichkeit größer sind als ihre Wissenslücken. Denn Mathematik schert sich nicht um Fragen der Herkunft, des Alters und des Aussehens. Oscar dagegen kämpft mit dem Alltag und findet ausgerechnet in der warmherzigen Moni eine Vertraute, die seinem Leben eine entscheidende Wendung gibt. Bald verbindet die beiden Außenseiter eine Freundschaft, die niemand für möglich gehalten hätte. 


Über Alina Bronsky:

Alina Bronsky (*1978 in Jekaterinburg, Russland) ist eine russisch-deutsche Autorin, bekannt für ihre humorvollen, aber auch tiefgründigen Romane wie den Bestseller-Debütroman "Scherbenpark" (2008), der auch verfilmt wurde. Sie kam als Jugendliche nach Deutschland, arbeitete u.a. als Werbetexterin und lebt heute in Berlin. Bronskys Werke zeichnen sich durch einen markanten Sprachstil und oft skurrile Charaktere aus, wie in "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche" oder "Baba Dunjas letzte Liebe"


Und, wie hat es mir gefallen?

Witzig war's wieder! Es ist schon ein bissle her, dass ich das letzte Buch von Frau Bronsky gelesen habe, ich hatte ganz verdrängt, wie witzig sie schreibt!

ETA: Ich hatte außerdem verdrängt, dass ich vor gar nicht so langer Zeit "Barbara stirbt nicht" gelesen habe, auch von Alina Bronsky. Liegt daran, dass der Ton bei dem Buch ganz anders ist, ein bissle ernster und bittersüß - auch gut, aber eben sehr anders. Dieses Buch ist schon ähnlicher zu "Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche" , an das ich gedacht habe.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Oscar, einem nerdigen, hochbegabten, leicht autistischen 17jährigen Mathematikstudenten. Ihm fehlt jede Empathie, er kann überhaupt nicht verstehen, wieso seine Kommilitonin Moni neben dem Studium noch drei Jobs hat und sich außerdem noch um ihre Enkelkinder kümmert.

Oscar war jetzt nicht gerade die sympathischste Figur in der Geschichte, Moni und ihre Familie und auch Professor Herbst mochte ich aber umso mehr. Vielleicht hätte jemand, der sich in Mathematik ein bissle besser auskennt als ich, noch viel mehr Spaß an der Geschichte - nein, nicht vielleicht, sicher sogar.

Aber ich wurde trotzdem, dass meine Mathekenntnisse schon 30+ Jahre alt und ziemlich eingerostet sind, sehr gut unterhalten. Im Vorfeld habe ich Rezensionen gelesen, in denen gesagt wird, dass Menschen, die akademisch eher minderbemittelt sind, in diesem Buch schlecht wegkommen. Würde ich jetzt aber nicht unbedingt sagen, ich denke, der Eindruck entsteht eher deshalb, weil alles aus Oscars Sicht erzählt wird - und der kann sich definitiv nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die sich in der 4ten Dimension nicht so easy bewegen können wie er und irgendwelche komplizierten mathematischen Beweise zur Unterhaltung im Kopf durchführen.

Das wäre dann vielleicht auch ein kleiner Kritikpunkt: Vielleicht wäre eine zweite Erzählperspektive gut gewesen, die weniger nerdig ist - dann wäre man Moni und den anderen Figuren noch etwas näher gekommen.

Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten, ich vergebe 4,5 Sterne von 5 und muss mal gucken, welche weiteren Bücher von Frau Bronsky ich noch lesen könnte.

So, jetzt Du: Gibt es einen Lieblingsautoren, deren Bücher Dir sehr unterschiedlich gut gefallen haben? Wer wäre das? Schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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